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News, 16.12.2014
Mehr Geld für den Konsum
Kaufkraft der Deutschen steigt - auch real
Gute Nachricht für die Deutschen: Im Jahr 2015 wird jeder Bürger in Deutschland im Schnitt fast 600 Euro mehr zum Leben in der Tasche haben als in diesem Jahr. Gut die Hälfte davon frisst jedoch die Inflation auf.
Ostdeutsche verfügen nach wie vor über ein niedrigeres Pro-Kopf-Einkommen als der "Durchschnittsdeutsche" (Bild: Günter Havlena  / pixelio.de)
Ostdeutsche verfügen nach wie vor über ein niedrigeres Pro-Kopf-Einkommen als der "Durchschnittsdeutsche" (Bild: Günter Havlena / pixelio.de)

Nach einer GfK-Prognose dürfen sich die Deutschen auf einen Anstieg ihrer Kaufkraft freuen. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt hat, wird sich die Kaufkraft der Deutschen, das heißt das verfügbare Nettoeinkommen aller in Deutschland lebenden Menschen (inklusive staatlicher Transferleistungen wie Renten, Arbeitslosengeld & Co.), im Jahr 2015 insgesamt auf einen Gesamtwert von rund 1.732 Milliarden Euro belaufen. Heruntergebrochen auf die deutsche Gesamtbevölkerung von rund 80,7 Millionen Einwohnern ergibt das ein Pro-Kopf-Einkommen von 21.449 Euro. Damit würde jeder Deutsche 2015 nominal, also ohne Inflationseffekte, im Durchschnitt 572 Euro beziehungsweise 2,7 Prozent mehr für Konsumausgaben und sonstige Lebenshaltungskosten zur Verfügung haben als im Jahr 2014. Das ergab die Studie „GfK Kaufkraft Deutschland 2015“. Inflationsbereinigt, also den Anstieg der Verbraucherpreise miteingerechnet, bleibt von dem Kaufkraftzuwachs jedoch nur die Hälfte übrig. So geht die GfK in ihrer Studie davon aus, dass die Inflation im Jahresmittel 1,5 Prozent betragen wird. Damit ergäbe sich real ein Anstieg des Pro-Kopf-Einkommen um durchschnittlich etwa 1,3 Prozent.

Kaufkraft regional sehr unterschiedlich

Beim Pro-Kopf-Einkommen zeigen sich beim Blick auf die Regionen allerdings sehr große Unterschiede. So liegt die Kaufkraft beispielsweise in sechs der 16 Bundesländer deutlich über dem Niveau des Bundesdurchschnitts. Auch haben Konsumenten in den alten Bundesländern weiterhin, auch wenn die Kluft der GfK zufolge kleiner werde, mehr Geld für Konsumausgaben übrig als Verbraucher in den neuen Bundesländern oder auch der „Durchschnittsdeutsche“.

Ein Gefälle bei der Kaufkraft gibt es jedoch nicht nur zwischen West und Ost sowie der Mitte und dem Süden. Auch innerhalb der einzelnen Bundesländer variiert die Kaufkraft teils erheblich, wobei die Unterschiede in den Bundesländern nicht gleich stark ausgeprägt sind. Die größte regionale Spreizung bei der Kaufkraft beziehungsweise Kluft zwischen Landkreis-Spitzenreiter und –Schlusslicht beim Pro-Kopf-Einkommen weist Bayern auf. So hat im Landkreis Starnberg jeder Bürger im Durchschnitt jährlich 31.479 Euro zur Verfügung, während es im letztplatzierten Landkreis Freyung-Grafenau nur 18.243 Euro und damit  58 Prozent des Starnberg-Niveaus sind.

Bayern ist in 96 Kreise aufgeteilt – weit mehr als jedes andere Bundesland aufweist. Allein durch diesen hohen regionalen Detaillierungsgrad ist eine höhere Spreizung zu erwarten. In Hessen zeigt sich jedoch ein ähnliches Bild, obwohl es nur in 26 Kreise untergliedert ist. Die durchschnittliche Kaufkraft im Werra-Meißner-Kreis (18.719 Euro) liegt um 39 Prozent niedriger als im weniger als 200km entfernten Hochtaunuskreis (30.824 Euro pro Kopf). Der absolute Abstand zwischen den Extremen erreicht damit in Hessen mit 12.105 Euro pro Kopf einen ähnlichen Wert wie in Bayern (13.236 Euro pro Kopf).

Ganz anders sieht es in Sachsen aus: Das deutschlandweite Schlusslicht Görlitz liegt nur 15 Prozent unterhalb des kaufkraftstärksten Kreises in Sachsen – Dresden (19.488 Euro pro Kopf). Damit haben die Einwohner Dresdens lediglich 2.843 Euro mehr für den Konsum zur Verfügung als die des Landkreises Görlitz. Was die Verteilung der Kaufkraft angeht, ist das Bundesland Sachsen somit wesentlich homogener als Bayern und Hessen.

Je höher die Kaufkraft, desto größer die Spreizung

Die Spreizung hängt mit der absoluten Höhe der Kaufkraft zusammen: In Bundesländern mit hoher durchschnittlicher Kaufkraft wie Bayern und Hessen ist auch das Ausmaß der Spreizung sehr hoch. Entsprechend ist in Bundesländern mit niedriger Kaufkraft auch die Spreizung gering – dies ist im gesamten Osten sowie im Saarland zu beobachten. „In der Mitte“ – sowohl im Hinblick auf die Spreizung als auch auf die durchschnittliche Kaufkraft – liegen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Hier beträgt die Spreizung zwischen 6.020 und 8.068 Euro, die Kaufkraft pro Kopf zwischen 21.005 und 21.611 Euro. Einzige Ausnahme: Baden-Württemberg hat eine hohe Kaufkraft, während die Spreizung mit 5.300 Euro relativ gering ist.

Bundesländer, in denen sich insgesamt eine hohe Kaufkraft entwickelt hat, zeigen eine größere Heterogenität. Einzelne Kreise haben sich über einen langen Zeitraum positiv entwickelt und dadurch andere Regionen im selben Bundesland „abgehängt“. In Regionen mit insgesamt niedriger Kaufkraft – wie beispielsweise im Osten – ist diese Dynamik noch nicht soweit fortgeschritten: „Leuchttürme“ wie Dresden, Jena oder Potsdam zeigen zwar eine höhere Kaufkraft als das Umland, der Abstand ist aber (noch) moderat. Starnberg hingegen entwickelt sich seit Jahrzehnten sehr positiv, was zu einem starken Gefälle im Vergleich zu bayerischen Regionen mit moderater Entwicklung – etwa Bayerischer Wald / Oberpfalz – geführt hat.

Quelle(n): Destatis; (Bild: pixelio.de)

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