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News, 10.03.2015
Digitale Kluft vergrößert sich
Ländliche Regionen in Deutschland verhungern digital
Viele ländliche Regionen in Deutschland verlieren bei der Digitalisierung mehr und mehr den Anschluss. Von Highspeed-Internet, Internettelefonie & Co. können hier nach einer Studie die lokale Wirtschaft und Privathaushalte meist nur träumen.
Versand von Dokumenten via E-Mail, Voice over IP (VoIP)-Telefonie, online Videos ansehen etc. - in vielen ländlichen Regionen Deutschlands ist dies noch ein aussichtloses Unterfangen.
Versand von Dokumenten via E-Mail, Voice over IP (VoIP)-Telefonie, online Videos ansehen etc. - in vielen ländlichen Regionen Deutschlands ist dies noch ein aussichtloses Unterfangen.
Stadtbewohner haben in Deutschland besseren Zugang zu schnellen Internetverbindungen, die Basis zur Digitalisierung aller Lebensbereiche („d!conomy“), als Privathaushalte in ländlichen Regionen. Weil der Ausbau zu Highspeed-Infrastrukturen hier häufig nicht rentabel ist, geraten viele Randlagen bei der Digitalisierung immer mehr ins Hintertreffen. Das zeigt die neue Studie  „Freie Fahrt für Glasfaser & Co.? Highspeed-Broadband im Reality Check“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. So beträgt der Glaseranteil stationärer Breitband-Internetanschlüsse aktuell in Deutschland weniger als ein Prozent. Zwar gibt es leistungsfähige Kupfer- und TV-Kabelnetze, die Bandbreiten von über 50 Mbit/s ermöglichen. Diese finden sich jedoch zumeist nur in den Ballungsgebieten, wo mittlerweile mehr als 80 Prozent der Haushalte Highspeed-Internetanschlüsse zur Verfügung stehen. In geringer besiedelten Regionen trifft dies aktuell dagegen nur auf rund ein Fünftel der Privathaushalte zu (rund 20 %).

„Die Internetversorgung ist entscheidend für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Dr. Andreas Gentner, Partner und EMEA TMT Leader bei Deloitte. „Der Aufbau leistungsfähiger Infrastrukturen ist jedoch in Randlagen wirtschaftlich nicht zu erreichen. Ohne erhebliche Fördermaßnahmen laufen die Ausbauziele der Bundesregierung ins Leere.“ So kommt die Studie denn auch zum dem Schluss, dass sich die digitale Kluft in Deutschland auf kurze Sicht betrachtet sogar noch weiter vertiefen wird. „G.fast und DOCSIS 3.x sorgen für noch schnelleres Internet in Städten, während ein Netzausbau auf dem Land kaum refinanzierbar ist. Durch unzureichende Förderung bleiben ländliche Gegenden beim Highspeed-Ausbau außen vor“, so Deloitte.

Markttreiber verändern Nachfrage

Connected Devices wie Smartphones und die stärkere Nutzung von Musik-Streaming und Video-on-Demand erhöhen die Nachfrage nach Highspeed-Netzen. Die veränderte Mediennutzung führt zu einer steigenden Zahlungsbereitschaft für schnelles Internet: Laut einer Deloitte-Erhebung sind 38 Prozent der Deutschen bereit, für die doppelte Surfgeschwindigkeit zusätzlich zu zahlen.

Nicht zuletzt durch die erzielbaren Mehreinnahmen könnte innerhalb der nächsten beiden Jahre die Wirtschaftlichkeitslücke bei Neuanschlüssen auf dem Land deutlich reduziert werden. Schätzungen von Deloitte zufolge lassen sich dann 95 Prozent aller Haushalte über einen Mix aus VDSL und mobilen Infrastrukturen rentabel mit Highspeed-Internet versorgen.

Das Ziel der Bundesregierung, in Deutschland bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s zu realisieren, hält Deloitte jedoch für nicht erreichbar: „Fünf Prozent der Haushalte lassen sich nicht rentabel an Highspeednetze anbinden und ländliche Randlagen werden digital abgehängt.“

Die Studie „Freie Fahrt für Glasfaser & Co.? Highspeed-Broadband im Reality Check“ steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

cs/Deloitte

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