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News, 15.01.2008
Krankenstand
Betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Bedeutung
­Obschon der Krankenstand in deutschen Unternehmen innerhalb der letzten Jahrzehnte kontinuierlich g­esunken is­t, wird sich dem Institut der deutschen Wirtschaft zufolge dieser Trend in Zukunft umkehren. Der Grund: Die steigende Anzahl älterer Arbeitnehmer. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird deshalb eine betriebliche Gesundheitsförderung immer wichtiger.
Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln aktuell berichtet, deutet sich an, dass die seit Anfang der neunziger Jahre währende Talfahrt beim Krankenstand vorerst gestoppt sein könnte. Demnach verzeichneten die Betriebskrankenkassen (BBKs) in den ersten drei Quartalen des Jahres 2007 beim Krankenstand erstmalig wieder einen minimalen Anstieg: Waren im Jahr 2006 erwerbstätige Pflichtmitglieder der BBKs im Durchschnitt 12,4 Tage krank zu Hause (Wochenenden und Feiertage inklusive) und damit im Schnitt sechs Tage weniger als vor zehn Jahren, so hat sich die Zahl der durchschnittlich krankgeschriebenen Mitglieder zwischen Januar und September 2007 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent erhöht.

Entgegen der naheliegenden Vermutung, dass der leichte Anstieg des Krankenstands auf die im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs und dem steigenden Fachkräftemangel sinkende Angst vor einem Arbeitsplatzverlust zurückzuführen sein könnte, gebe es dem IW Köln zufolge hierfür jedoch stichhaltigere Erklärungen. So sieht das Institut die Ursachen für den bisherigen Abwärtstrend beim Krankenstand unter anderem in folgenden Faktoren begründet:

  • Wandel der Wirtschaftswelt: Körperlich stärker beanspruchende Arbeitsplätze in der Industrie verlieren zugunsten gesünderer Jobs im Dienstleistungsbereich an Boden
  • Steigendes Gesundheitsbewusstsein
  • Verjüngung der Belegschaften (während der vergangenen Jahrzehnte)
  • Sinkende Anzahl an Arbeitsunfällen

Die Gründe, warum die Entwicklung des Krankenstandes nicht immer nur in eine Richtung verlaufen könne, gingen dem IW Köln zufolge vor allem aus den beiden letztgenannten Punkten hervor. So sei der Aufschwungzeitraum 2006/ 2007 mit einem Beschäftigungsaufbau einhergegangen, im Zuge dessen auch die Zahl der unfallbedingten Krankenschreibungen angestiegen sei. Der Grund: Neue unerfahrene Arbeitnehmer müssen sich an die Gefahrenquellen erst gewöhnen. Entsprechend notierten die Berufsgenossenschaften nach Angaben der Wirtschaftsforscher bereits im Jahr 2006 eine leichte Zunahme der Unfälle am Arbeitsplatz, die eine mindestens dreitägige Krankmeldung nach sich zogen.

Noch stärker wiegt jedoch ein weiterer Aspekt: Hatten die Unternehmen in den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt ihre Belegschaften verjüngt, so geht der Trend in Folge des zunehmenden Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung inzwischen in die andere Richtung. Die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer sind gestiegen, erfahrene Mitarbeiter bei den Unternehmen immer mehr begehrt. Wie die BBK-Statistik zeigt, sind ältere Arbeitnehmer jedoch weniger robust, was sich zwangsläufig auf die Krankheitshäufigkeit und –dauer auswirkt: So waren dem Institut zufolge im Jahr 2006 erwerbstätige 30- bis 34-jährige BBK-Mitglieder im Durchschnitt neun Tage krankgeschrieben gewesen, die über 60-Jährigen dagegen 25 Tage.

Wenngleich dem IW Köln zufolge damit zu rechnen sei, dass mit den verbesserten Jobchancen älterer Arbeitnehmer auch der Krankenstand der Belegschaften wieder etwas steigen werde, lasse sich diesem durch betriebliches Gesundheitsmanagement entgegensteuern. Dies gilt speziell für orthopädische Leiden, die schon ab Mitte 30 laut IW Köln die Krankheitsursache Nummer eins sind und sich mit zunehmenden Alter deutlich zuspitzen: Demnach werden Enfünfziger von einem ächzenden Rücken fast viermal so lange lahmgelegt wie von Herz-Kreislauf-Problemen. Deshalb rät das Wirtschaftsinstitut mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auch an dieser Stelle anzusetzen: „Mithilfe von Rückenschule sowie Massage- und anderweitigen Sportangeboten können dann aus alten Hasen fast wieder junge Hüpfer werden“, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Quelle: Institut der deutsch Wirtschaft (IW) Köln

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