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News, 08.08.2014
Euro-Länder im Sog der Ukraine-Krise
Konjunktur in Eurozone trübt sich ein
Der konjunkturelle Aufwärtstrend der Eurozone ist gestoppt: Im dritten Quartal hat sich das Wirtschaftsklima im Euroraum erstmals seit zwei Jahren wieder verschlechtert.
Vor allem in Finnland und Estland belasten die Spannungen mit Russland die Wirtschaft immer mehr. Bild: der Hafen von St. Petersburg.
Vor allem in Finnland und Estland belasten die Spannungen mit Russland die Wirtschaft immer mehr. Bild: der Hafen von St. Petersburg.
Die Ukraine-Krise zieht immer größere Kreise und bringt den Aufschwung in der Eurozone zum Stocken. Das zeigt der aktuelle ifo World Economic Survey (WES) zum Wirtschaftsklima im Euroraum. So ist der ifo-Wirtschaftsklimaindikator im dritten Quartal  um 3,1 Zähler auf 118,9 Punkte gesunken. Das ist der erste Rückgang seit dem vierten Quartal 2012. Seitdem war es mit dem ifo-Indikator, der die Bewertungen von Ökonomen zur aktuellen Lage und zur weiteren Konjunkturentwicklung in den Euro-Ländern widerspiegelt, kontinuierlich bergauf gegangen.

Während die Lageurteile der WES-Experten mit 128,7 Punkten auf niedrigem Niveau stagnieren (Q2/2014: ebenfalls 128,7 Punkte), haben sich die Konjunkturprognosen deutlich eingetrübt: Nachdem der Teilindikator drei Quartale in Folge bei 119,7 Punkten gelegen war, zeigen sich die Ökonomen nun mit 113,1 Punkten bezogen auf die Konjunkturaussichten wieder skeptischer. „Die befragten Experten befürchten steigende Energiepreise und Einschränkungen beim Export durch den Ukraine-Konflikt“, erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Stimmungseintrübung.

In den meisten Euro-Ländern verschlechterte sich die aktuelle Lage im dritten Quartal, nachdem sie sich im Vorquartal noch leicht verbessert hatte, wieder auf das niedrige Niveau zu Jahresbeginn. Vor allem in Finnland und Estland, zwei Länder mit ausgeprägtem Russlandgeschäft, hat sich die wirtschaftliche Lage deutlich eingetrübt. Nur in Irland, den Niederlanden und Österreich zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab. Deutschland präsentiert sich wirtschaftlich dagegen weiterhin in ausgezeichneter Verfassung und bleibt die Konjunkturlok in Europa.

Belastet wird das Wirtschaftsklima in der Eurozone zudem von einem in vielen Ländern für Unternehmen anhaltend schwierigen Finanzierungsumfeld. Hierzu zählen insbesondere Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Slowenien, wo der Kreditzugang für Unternehmen weiterhin als schwierig eingestuft wird, auch wenn die Kreditvergabe etwas weniger restriktiv als noch im Januar zu sein scheint. Anders in Deutschland: Hier profitiert die Wirtschaft weiterhin von einer äußerst unternehmensfreundlichen Kreditvergabepolitik. Im Juli sind die Zugangshürden für Kredite bei den Banken auf ohnehin schon niedrigem Niveau sogar erneut gesunken.

Die Inflationserwartungen der WES-Experten sind seit Ende 2012 kontinuierlich gesunken und liegen für das laufende Gesamtjahr nun im Median bei 1,1 Prozent. Dem ifo Institut nach sei das für Europäische Zentralbank (EZB) zu niedrig. Vor diesem Hintergrund erwarten der Befragung nach die meisten Ökonomen, dass die Kurzfristzinsen in den kommenden sechs Monaten auf dem derzeit niedrigen Niveau verharren werden. „Wie schon bei der vorausgegangenen Umfrage erwarten nur wenige Teilnehmer auf Sicht von sechs Monaten einen Anstieg der langfristigen Zinsen“, so Sinn.
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