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News, 09.10.2009
Identity Theft-Gefahr
Bedrohung durch Pishing und Malware wächst
Die Kriminalität im Internet hat weiter deutlich zugenommen, wie ein Bericht des BITKOM aufzeigt. Danach hat sich die Anzahl angezeigter Pishing-Fälle im Vergleich zum Vorjahr stark erhöht. Auch die Schadprogramme werden immer raffinierter, demnach die Malware immer häufiger zum Ausspähen persönlicher Daten dient, um sich die Identität des Nutzers anzueignen (Identity Theft) und für kriminelle Machenschaften zu missbrauchen.
Wie der BITKOM  und das Bundeskriminalamt (BKA) gestern in Berlin mitteilten, werden die Betrugsmethoden im Internet immer professioneller. Das gilt vor allem für das sogenannte Pishing, bei dem die Kriminellen beispielsweise Online-Banking-Nutzer auf fingierte Websites locken, um geheime Daten wie zum Beispiel Kontodaten abzugreifen. Auch von den Schadprogrammen geht inzwischen eine immer größer werdende Gefahr aus: „Schadprogramme beeinträchtigen nicht nur die Funktion von PCs, sondern werden zunehmend zur Ausspähung digitaler Identitäten eingesetzt“, erklärte BKA-Präsident Ziercke.

Laut einer aktuellen vom BITKOM in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage waren 38 Prozent der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren und somit fast 20 Millionen Deutsche schon einmal mit Malware in Form von Viren, Trojanern oder anderen Schadprogrammen auf dem eigenen Computer konfrontiert. Bei fünf Prozent der Nutzer wurden mittels Schadprogramme bereits die Zugangsdaten für E-Mail-Konten, Social Networks, Online-Shops oder Online-Banking ausgespäht. Drei Prozent der deutschen Internetnutzer haben aufgrund von Malware und Datendiebstahl einen finanziellen Schaden erlitten. Rund die Hälfte der Befragten (53%) war nach eigenem Wissenstand noch nie von Cyberkriminalität betroffen.

Online-Banking-Nutzer wieder stärker im Visier


Die Zahl der Betrugsfälle beim Online-Banking steigt wieder an: Ausgehend von Daten der Landeskriminalämter erwartet der BITKOM, dass sich Zahl der angezeigten Pishing-Fälle um rund 50 Prozent auf 2.900 zur Anzeige gebrachte Vorfälle erhöhen wird. Der wirtschaftliche Schaden steigt der Hochrechnung zufolge um 56 Prozent auf bis zu 11 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr dieses Jahres betrug der finanzielle Schaden bei angezeigten Pishing-Fällen im Durchschnitt rund 4.800 Euro. Besonders betroffen waren dem Bericht zufolge Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin: Hier wurden die meisten Pishing-Opfer registriert. Im Vorjahr waren die Phishing-Zahlen erstmals seit Jahren gesunken: „Bundesweit hoben Kriminelle 2008 in rund 1.900 Fällen etwa sieben Millionen Euro von Konten der Geschädigten ab“, berichtete der BITKOM. Den zeitweiligen Rückgang führen BKA und BITKOM auf bessere Schutzmethoden zurück, insbesondere die fast flächendeckend eingeführte iTAN bei Online-Überweisungen. Inzwischen sei jedoch Schadsoftware verfügbar, die auch diesen Sicherungsmechanismus erfolgreich angreift. „Allein die Eingabe der Geheimzahlen bei Überweisungen reicht zur Vorbeugung nicht“, warnt BITKOM-Präsidiumsmitglied Kempf.

Kriminalität im Internet kennt kaum mehr Grenzen

„Neue Tatphänomene ersetzen zunehmend klassische Delikte“, so BKA-Präsident Jörg Ziercke. Es kaum noch Kriminalitätsbereiche, in denen Kriminelle auf das Internet verzichteten. So wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2008 rund 167.000 Fälle mit dem Tatmittel Internet registriert.  Die sogenannte IuK-Kriminialität im engerer Sinne – also Straftaten, die mithilfe oder gegen moderne Informations- und Kommunikationstechnik begangen wurden – stieg dem Bericht zufolge um 11 Prozent auf 38.000 Fälle. „Die im Bereich des Cybercrime aktiven Täter sind höchst innovativ und passen sich veränderten Gegebenheiten sehr schnell an“, erklärt Ziercke. Um möglichst hohe Profite zu erzielen, agieren die Tätergruppen dem Bericht zufolge international und gehen arbeitsteilig vor. So würden beispielsweise illegal erlangte Kreditkartendaten dazu benutzt, um online Waren einzukaufen, und ausgespähte Zugangsdaten zu Internet-Auktionshäusern dazu verwandt, um angebliche Auktionen zu starten und Kunden um ihr Geld zu prellen. Um nicht selbst in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden zu geraten, bedienten sich die Kriminellen dabei gutgläubiger Gehilfen, die Waren oder Gelder gegen eine Provision ins Ausland weiterleiten.

[Quelle: BITKOM]
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