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News, 01.04.2009
IT-Services-Markt
IT-Dienstleister erwarten Konsolidierung
Wie aus aktuellen Studie zum IT-Services-Markt hervorgeht, erwartet die Mehrzahl der deutschen IT-Dienstleister, dass sich der Wettbewerb im IT-Services-Markt im Zuge der Wirtschaftskrise verschärfen und diese zu einer Konsolidierung führen wird. Als Gründe nennen die Befragten sinkende IT-Budgets und eine erhöhte Preissensitivität der Unternehmen.
Nach einem Bericht der IT-Marktforscher von Berlecon werden die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zunehmend auch im IT-Services-Markt spürbar. Dies zeigen die Ergebnisse der von Berlecon durchgeführten „Marktanalyse IT-Services 2009“, derzufolge sich der konjunkturelle Abschwung inzwischen deutlich auf die Preisbildung im IT-Services-Geschäft niederschlagen hat. Demnach lagen die von Berlecon ermittelten Tagessätze im Projektgeschäft 2008 für alle ausgewerteten 30 Anforderungsprofile unter dem Preisniveau des Jahres 2006. Dennoch sieht die Mehrheit der IT-Dienstleister der Zukunft positiv entgegen, wobei die Studienergebnisse darauf schließen lassen, dass ein Teil der Unternehmen die Geschäftsentwicklung nicht ganz realistisch einschätzt.

Trotz des laut Berlecon inzwischen enormen Wettbewerbs- und Preisdrucks im IT-Services-Markt zeigt sich die Mehrzahl der IT-Dienstleister im Hinblick auf die eigene Geschäftsentwicklung optimistisch. So erwarten mehr als die Hälfte der Befragten 2009 steigende Umsätze und Auftragsbestände. Selbst bei der erwarteten Preisentwicklung dominieren im Saldo die Optimisten. Stellt man jedoch die Erwartungen zur eigenen Geschäftsentwicklung der ebenfalls mehrheitlichen Prognose von „sinkenden IT-Budgets“ und einer zunehmenden Preissensitivität gegenüber, wird ein klarer Widerspruch erkennbar. 

„Offenbar erkennt die Mehrzahl der Akteure die Auswirkungen der Krise, hält sich jedoch für besser aufgestellt als der Rest der Anbieter“, so Andreas Stiehler, Director Research bei Berlecon Research. Wie Stiehler weiter ausführt, sei ein solches Phänomen nicht neu und ist auf eine Form der Selbstüberschätzung zurückzuführen, die in der Verhaltensforschung mit „Overconfidence“ bezeichnet werde. So belegten Studien, dass sich die meisten Menschen für überdurchschnittlich intelligent halten, oder dass die Mehrzahl der Autofahrer glaube, ihr Fahrverhalten sei besser als das der Anderen. „Im privaten Umfeld haben diese Effekte allenfalls Unterhaltungswert, in der Wirtschaft folgen ihnen jedoch handfeste Konsequenzen. So führt Overconfidence im Aktiengeschäft regelmäßig zu finanziellen Verlusten“, erläutert Stiehler. Bestimme dieser Effekt indes die Handlungen von Unternehmenslenkern seien die Auswirkungen mindestens genauso gravierend.

Nach Auskunft der Experten lässt die Befragung auch nicht erkennen, worauf der Optimismus der IT-Dienstleister sich begründet. Jedoch lasse die Analyse der Positionierungsstrategien laut Stiehler darauf schließen, dass sich die meisten Akteure durch einen Mix aus Branchen- und Themenfokus, gepaart mit Qualität und Innovationsbereitschaft, vom Wettbewerb differenzieren wollen, womit sie jedoch im gleichen Haifischbecken schwimmen würden wie ihre Konkurrenten. Die Chancen der Internationalisierung und Industrialisierung, die in Folge einer zunehmend globalen, fragmentierten und hierarchisierten Wertschöpfung entstehen, würden dagegen nur selten genutzt und spielten in den Positionierungsstrategien nur eine untergeordnete Rolle.

Beispiele für erfolgversprechende Positionierungsstrategien im IT-Services-Markt liefert dem Bericht zufolge die im Februar 2009 von Berlecon in Zusammenarbeit mit Bitkom und ISS Hamburg erstellte Studie "IT Services made in Germany – Perspektiven deutscher IT-Dienstleister im internationalen Wettbewerb". Demnach eröffneten sich in einer reifenden und zunehmend globalen Branche z.B. Chancen für international aufgestellte Top-Spezialisten und für Anbieter, die als Branchenspezialisten Kunden global unterstützen. „Von den zahlreichen Anbietern, die dem Themen- oder Branchenfokus eine hohe Bedeutung zuordnen, ist jedoch nur ein vergleichsweise kleiner Teil international tätig“, berichtet Stiehler. Entsprechend gering sei der Anteil der Unternehmen, die nicht nur durch Qualität und Innovationsbereitschaft, sondern auch durch globale Liefer- und Support-Strukturen vom Wettbewerb differenzieren wollen.

In diesem Kontext könnte gerade die Internationalisierung IT-Dienstleistern neue Chancen bieten. So erwartet der Experte im Zuge des Reifeprozesses, dass in der IT-Services-Branche starke Zuliefermärkte entstehen, wie sie beispielsweise in der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau bekannt sind. Auch gebe es Stiehler zufolge bereits einige Beispiele für IT-Dienstleister, die sich mit einem spezifischen Thema als Zulieferer großer IT-Services-Konzerne erfolgreich positionieren. Wie jedoch die Befragung zeige, setzten immer noch vergleichsweise viele mittelständische IT-Dienstleister darauf, sich als One-Stop-Anbieter zu positionieren, während als Zulieferer spezialisierte Anbieter bislang nur selten zu finden seien.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im IT-Services-Markt empfiehlt der Experte deshalb Anbietern von IT-Dienstleistungen, die Ergebnisse der aktuellen Berlecon-Marktanalyse zum Anlass zu nehmen, ihre Geschäftsaussichten realistisch zu beurteilen und nach geeigneten Differenzierungsstrategien fernab vom "Mainstream" zu suchen. Die Chancen hierfür seien jedenfalls gegeben, wobei der Experte auch darauf hinweist: „Ein Pfeifen im Walde reicht zu deren Realisierung und zur Sicherung der Geschäftsgrundlage in einer anhaltenden Rezession jedoch sicher nicht aus.“

Quelle: Berlecon Research

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Studienhinweise
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Kostenlose Studie
Managed VoIP und UC - Konzepte, Wertversprechen, Praxisbeispiele (03/2009)

Der Report stellt aus Anwendersicht Wertversprechen und Herausforderungen von Managed Services und Software as a Service (SaaS) für VoIP und UC gegenüber und systematisiert die Anbieterlandschaft in Deutschland. Vier detaillierte Fallstudien illustrieren Besonderheiten und Mehrwert der einzelnen Servicemodelle. Sie zeigen praxisnah Entscheidungskriterien und Erfolgsfaktoren sowie technologische und organisatorische Herausforderungen bei der Umsetzung auf. Die Studie kann kostenfrei unter www.berlecon.de/managedvoip heruntergeladen werden.

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Studie
Marktanalyse IT Services 2009 - Preise, Trends und Strategien im deutschen IT-Dienstleistungsmarkt (03/2009)

Die aktuelle "Marktanalyse IT Services 2009" liefert Daten und Fakten zu Preisentwicklung, Trends und Strategien am deutschen IT-Dienstleistungsmarkt.Im Fokus der Analyse steht die Auswertung der im Jahr 2008 von deutschen IT-Dienstleistern durchschnittlich erzielten Nettotagessätze für 10 verschiedene Tätigkeiten und je drei Erfahrungsstufen.

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