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News, 11.02.2013
Fokus Nachhaltigkeit
Unternehmen forcieren Nachhaltigkeitsmanagement
Das Thema Nachhaltigkeit genießt in deutschen Unternehmen immer höheren Stellenwert: Nach einer aktuellen Studie plant mehr als jedes zweite Großunternehmen in Deutschland, verstärkt in ein Nachhaltigkeitsmanagement zu investieren.
Das Thema Nachhaltigkeit wird nach mehrheitlicher Meinung der Entscheider branchenübergreifend weiter an Stellenwert gewinnen, auch in der Finanzwirtschaft.
Das Thema Nachhaltigkeit wird nach mehrheitlicher Meinung der Entscheider branchenübergreifend weiter an Stellenwert gewinnen, auch in der Finanzwirtschaft.

83 Prozent Großunternehmen in Deutschland richten mittlerweile ihre Unternehmensstrategie an Nachhaltigkeitsaspekten aus. Das hat die Managementberatung Kienbaum in der Studie „Nachhaltigkeit 2012/2013: Strategie, Organisation und Umsetzung“ ermittelt, an der rund 100 Großunternehmen in Deutschland teilgenommen haben. Die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit zeigt sich auch in steigenden Budgets: Jedes zweite Unternehmen hat in den vergangenen drei Jahren das Budget für Nachhaltigkeitsmanagement erhöht. Immerhin 60 Prozent der Firmen planen, dieses in den nächsten Jahren weiter aufzustocken. „Der deutschen Wirtschaft ist es ernst mit ihrem Engagement in Sachen Nachhaltigkeit“, konstatiert Tobias Weisel, Berater bei Kienbaum und Autor der Studie.

Globale versus punktuelle Nachhaltigkeitsstrategie

Das Aktivitätsniveau in Sachen Nachhaltigkeit betreffend gibt es jedoch Unterschiede. In diesem Kontext lassen sich zwei Unternehmensgruppen identifizieren, die sich anteilsmäßig etwa die Waage halten. Während die eine Gruppe, zu der laut Kienbaum 42 Prozent der Unternehmen zählen, ihr gesamtes Geschäftsmodell fundamental auf Nachhaltigkeit ausrichtet und sich in dieser Hinsicht als Vorreiter in ihrer Branche positioniert, verfolgt die andere Gruppe, weitere 41 Prozent der Firmen, hier einen eher punktuellen Ansatz: Kienbaum zufolge entwickelten sie zwar Nachhaltigkeitsstrategien, dies aber nur für jene Geschäftsfelder und Aktivitäten, bei denen der Faktor Nachhaltigkeit aus ihrer Sicht konkrete Relevanz hat. Ihr vorrangiges Ziel ist nicht, in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle einzunehmen, sondern im positiven Licht von Nachhaltigkeitsaktivitäten ihr Image beziehungsweise ihre Marke aufzuwerten. Damit machten sich die Unternehmen allerdings auch angreifbar, warnt Weisel: „Sie streben ein grünes Image an und begeben sich damit in die Schussbahn kritischer NGOs“, so der Experte. Wird nämlich die zur Schau gestellte Nachhaltigkeit von gemeinnützigen Organisationen als „Green Washing“ enttarnt, ist das gute Image schnell dahin.

Nachhaltigkeitsmanagement zahlt sich für Unternehmen aus

Die große Mehrheit der Unternehmen ist überzeugt, dass sich ihr Nachhaltigkeitsmanagement bezahlt macht: Knapp der Viertel der befragten Firmen sind der Meinung, dass die hierin getätigten Investitionen zur Steigerung  des Unternehmenswerts beitragen. „Nachhaltigkeit ist also nicht mehr bloß Modethema oder Marketingclou, sondern mittlerweile ein harter Business-Faktor, der für eine positive Geschäftsentwicklung immer wichtiger wird“, so Weisel. So sehen denn auch 91 Prozent der Vorreiter, also der Unternehmen, die ihr gesamtes Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit ausrichten, ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit als Chancenmanagement und wertschaffende Maßnahmen an. Bei 82 Prozent der Vorreiter ist der Anspruch nachhaltigen unternehmerischen Handelns sogar Teil der Unternehmensvision. Von den in Sachen Nachhaltigkeit nur punktuell aktiven Unternehmen meinen dagegen nur zwei Drittel, dass ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen wertschaffend seien. Auch gehört das Streben nach Nachhaltigkeit bei den „Mitläufern“ nur bei einem Drittel zur Unternehmensvision.

Nachhaltigkeitsmanagement scheitert noch oft unzureichender Implementierung

Das Maß der strategischen Ausrichtung auf Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in der Organisation und betrieblichen Umsetzung wider: Sämtliche befragte Firmen haben ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit organisatorisch verankert. Vorreiterunternehmen nutzen intensiv Stakeholder-Dialoge und Medienscreening, um sich über relevante Nachhaltigkeitsthemen zu informieren, und zeigen damit eine hohe Professionalisierung. Weniger engagierte Firmen greifen hingegen in geringerem Umfang auf diese Quellen zurück.

Gut die Hälfte der in Sachen Nachhaltigkeit aktiven Unternehmen hat eine eigene Nachhaltigkeitsabteilung oder einen Corporate Social Responsibility (CSR)-Bereich implementiert. Das Augenmerk liegt hier vor allem auf dem Einkauf und der Lieferantenkette (Supply Chain). Diese Bereiche sind bei über zwei Drittel der Firmen in das Nachhaltigkeitsmanagement eingebunden. Die Human Resources (HR)-Abteilung wird in die Nachhaltigkeitsarbeit bislang dagegen nur in jedem fünften Unternehmen einbezogen.

Die Lückenhaftigkeit der organisatorischen Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategien führt allerdings dazu,  dass vielfach noch erhebliche Umsetzungsdefizite bestehen: Obwohl sich 83 Prozent der Unternehmen um Nachhaltigkeit bemühen, verlaufen die Nachhaltigkeitsmaßnahmen teilweise immer noch erfolglos. Die Gründe dafür sind laut Kienbaum einerseits das mangelnde Verständnis für Nachhaltigkeit bei den beteiligten Mitarbeitern und andererseits die fehlende Unterstützung für solche Maßnahmen seitens der Gesamtorganisation.

„Die Vorreiter werden auch in Sachen Selbstkritik ihrer Rolle gerecht. Zwei Drittel dieser Unternehmen setzen auf interne Schwachstellenanalysen, um Bereiche zu identifizieren, in denen Nachhaltigkeitsmanagement nötig ist. Bei den eher punktuell agierenden Firmen tut dies nicht einmal die Hälfte. Trotzdem ist diese wichtige Analysemethode bei beiden Gruppen zu gering ausgeprägt“, so Weisel.

CSR-Themen marketingpolitisch von hoher Relevanz

Laut Kienbaum sind sich die Unternehmen darin einig, dass das Handeln von Unternehmen soziale und ökologische Aspekte betreffend in kommenden Jahren noch stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten und damit auch im Kontext Marketing immer wichtiger werden wird. Nach Meinung der befragten Unternehmen wird sich die Entwicklung quer durch alle Branchen ziehen. So erwarten beispielsweise rund zwei Drittel, dass die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche deutlich steigen wird. „Die Wirtschaft antizipiert solche gesellschaftlichen Trends. Nachhaltig zu handeln wird sowohl für die Unternehmen insgesamt als auch für jeden einzelnen Akteur immer wichtiger“, so Weisel. Um die komplexe Aufgabe nachhaltigen Wirtschaftens erfolgreich meistern zu können, sei in den Firmen ein ganzheitliches Transformationsmanagement gefragt. 

Die Kienbaum-Studie „Nachhaltigkeit 2012/2013: Strategie, Organisation und Umsetzung“ kann kostenfrei bei Tobias Weisel (tobias.weisel@kienbaum.de) angefordert werden.

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