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News, 14.01.2015
Fallstrick Finanzplanung
Gründer unterschätzen Finanzbedarf
Zwei Drittel aller Unternehmensgründungen basieren zwar auf einem Businessplan, starten vielfach allerdings mit einem viel zu knapp bemessenen Finanzbedarf, zeigt eine aktuelle Studie. Oft wird durch diese Fehler bei der Unternehmensplanung der Grundstein für das Scheitern des Unternehmens gelegt.
Startups mit Beschäftigten unterschätzen den Finanzbedarf rund dreimal stärker als Gründer ohne Mitarbeiter. (Bild: © KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar)
Startups mit Beschäftigten unterschätzen den Finanzbedarf rund dreimal stärker als Gründer ohne Mitarbeiter. (Bild: © KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar)

Nur bei zwei von drei neuen Unternehmen stellen Gründer einen Businessplan auf. Rund 70 Prozent von ihnen unterschätzen ihren Finanzbedarf im Gründungsjahr. Im Mittel brauchen diese Gründer mehr als doppelt so viel Geld wie im Businessplan veranschlagt. Das geht aus einer aktuellen Studie der KfW hervor. „Eine Unterkapitalisierung bereits zum Unternehmensstart erhöht die Gefahr eines Scheiterns deutlich“, so Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Gründer müssen sich genau mit dem Finanzbedarf beschäftigen und einen Puffer einplanen. Wenn ein finanzieller Puffer fehlt, können unerwartete Liquiditätsengpässe, etwa durch Forderungsausfälle, nur schwer überbrückt werden. Junge Unternehmen können so sehr schnell in Existenznöte geraten.“

Kapitalbedarf im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie geplant


Im ersten Geschäftsjahr geht der Durchschnitt aller Gründer in seinen Planungen von einem Finanzbedarf von 102.000 Euro aus. Tatsächlich benötigt werden der Studie nach jedoch für Investitionen und Betriebsmittel durchschnittlich 152.000 Euro, also rund die Hälfte mehr als im Finanzplan veranschlagt. In diesem Kontext zeigt die Studie: Je geringer der Finanzbedarf, desto größer fällt die Finanzierungslücke aus. So ergab die Untersuchung, dass Gründer, die in ihrem Businessplan mit einem Finanzbedarf von weniger als 25.000 Euro planen, durchschnittlich einen 3,3-fach so hohen Kapitalbedarf haben wie in ihrem Plan veranschlagt. Bei Unternehmen mit einem geplanten Finanzbedarf 25.000 bis 100.000 Euro beläuft sich der Mehrbedarf im Schnitt auf 90 Prozent des Planwerts, bei Unternehmensgründungen mit mehr als 100.000 Euro Kapitalbedarf beträgt die Finanzierungslücke in der Regel 65 Prozent. Im Durchschnitt aller Gründer sind es 122 Prozent, die der tatsächliche Finanzbedarf den Planwert übersteigt.

Auffällig ist der KfW zufolge auch, dass Unternehmensgründer, die Mitarbeiter einstellen, offenbar den Kapitalbedarf weit stärker unterschätzen als Gründer ohne eigene Beschäftigte: Während erstere im Durchschnitt mit einer Finanzierungslücke von 172 Prozent zu kämpfen haben, sind es bei Gründern ohne Mitarbeiter im Schnitt nur 44 Prozent. „Gründer sollten immer ein Wachstumsszenario einplanen. Dabei ist wichtig, mit den Bruttokosten der zusätzlichen Mitarbeiter zu kalkulieren“, so Zeuner.

Die KfW fördert im Inland neben Umwelt, Infrastruktur und Wohnungsbau den Mittelstand in jedem Unternehmensalter. Für Gründer bietet die KfW u. a. den KfW-Gründerkredit Startgeld und Universell (seit 01.12.2014 mit verbesserten Konditionen) an sowie den ERP-Startfonds für Beteiligungskapital. Außerdem bietet die KfW über das Gründercoaching Zuschüsse zu qualifizierter Beratung. Informationen erhalten Gründer hierzu auf der KfW-Website sowie im Infocenter unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 5399001.

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