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News, 10.01.2012
Kampf dem Fachkräftemangel
Deutsche Wirtschaft fördert Hochschulbildung
Die Förderung akademischer Bildung nimmt angesichts des Fachkräftemangels in der deutschen Wirtschaft einen immer höheren Stellenwert ein: Laut einer aktuelle Studie investieren fast sechs von zehn Unternehmen in Deutschland in die Förderung von Hochschulen und Studenten sowie in eigene Mitarbeiter, die studieren (wollen).
Besonders beliebt bei deutschen Firmen ist das Angebot von Praktika
Besonders beliebt bei deutschen Firmen ist das Angebot von Praktika
Die deutsche Wirtschaft unterstützt die akademische Bildung in Deutschland dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge weit mehr als bisher angenommen. Danach brachten deutsche Unternehmen im Jahr 2009 allein zur Förderung von Studium und Hochschullehre rund 2,2 Milliarden Euro auf. Das ergab jetzt eine vom IW Köln und dem Stifterverband der Deutschen Wissenschaft durchgeführte Studie in Zusammenarbeit mit der IW Consult. Damit übersteigt die Förderung der Hochschulbildung durch die deutsche Wirtschaft das vom Statistischen Bundesamt (Destatis) ausgewiesene Volumen deutlich. „Laut Statistischem Bundesamt erhielten die Hochschulen 2009 rund 1,6 Milliarden Euro von Unternehmen und Stiftungen. Doch dies sind hauptsächlich Gelder für die Forschung“, so das IW Köln.

Wie aus der Studie "Bildungsinvestitionen der Wirtschaft - Ausgaben der Unternehmen für Studierende und Hochschulen“  hervorgeht, kamen von den insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro, die in die Förderung von Studium und Lehre flossen, 1,5 Milliarden Euro und damit rund zwei Drittel den Studierenden direkt zugute, wie etwa in Form von Zuschüssen für Studiengebühren, Stipendien und Praktika sowie von Stellen für duale Studiengänge und Arbeitszeitfreistellungen von Beschäftigten, die neben ihrem Job studieren. Der Rest, rund 640 Millionen Euro, ging an die Hochschulen in Form von finanziellen Spenden, Sach- und Servicespenden sowie in Form von Stiftungsprofessuren.

Am häufigsten von Spenden profitieren Bildungsträger im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. So förderten laut IW Köln zum Zeitpunkt der Befragung 49,3 Prozent der Unternehmen Fakultäten für Betriebs- und Volkswirtschaft. An zweiter Stelle folgten die Ingenieurwissenschaften, die 31,6 Prozent der Unternehmen unterstützten, und auf Platz 3 mit 21,7 Prozent die Fachbereiche Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften.  Weitere vergleichsweise häufig geförderte Bereich waren die Geistes- und Sozialwissenschaften (16,9%) sowie die Medizin und die Gesundheitswissenschaften (13,1 %). Gut jedes zehnte Unternehmen streute seine Mittel ohne Präferenz (12,8%). Das Schlusslicht bildeten die Rechtswissenschaften (6,8%) und sonstige Fachbereiche (10,7%).

Mehr als jede dritte Firma fördert Studium von Mitarbeitern

Die bei deutschen Firmen populärste Form der Förderung ist das Angebot von Praktika: Dem IW Köln zufolge bieten 47,4 Prozent der Unternehmen Praktikantenstellen für Studenten an. Von den Organisationen mit einem Akademikeranteil von mehr als 35 Prozent beschäftigen sogar gut drei Viertel (78,8%) Studenten als Praktikanten. Auch das berufsgleitende Studieren wird von vielen Firmen unterstützt. Hier leistet gut ein Drittel aller Unternehmen (34,1%) in Form von beispielsweise Arbeitszeitfreistellungen und Zuschüssen zu Studiengebühren bei eigenen Mitarbeitern Hilfestellung. Von den Firmen mit 250 Beschäftigten und mehr fördert sogar die Hälfte (50,1%) das Studieren parallel zum Job. Daneben bieten 34,1 Prozent der Firmen Unterstützung bei Diplomarbeiten und Promotionen, und gut ein Fünftel ermöglicht in duale Studiengänge integrierte Praxisphasen (21,2%). Immerhin knapp jedes fünfte Unternehmen leistet an die Hochschulen finanzielle Spenden (19,1%), und rund jede siebte Firma spendet Güter (14,3%). Weitere 11,2 Prozent entsenden Lehrbeauftragte, 9,3 Prozent stellen Stipendien bereit, und 2,4 Prozent der deutschen Unternehmen finanzieren Stiftungsprofessuren.

Die Motive für die Förderung der Hochschulbildung sind indes dem IW Köln zufolge ganz klar ökonomischer Natur. Auch wenn die Unternehmen dem Bericht nach anderes behaupten. „Zwar wollen mehr als acht von zehn Unternehmen nach eigenen Angaben mit der Unterstützung der Hochschulbildung gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, berichtet das Institut. Dennoch  betreibe die Wirtschaft ihr Milliarden-Engagement nicht nur aus Edelmut. „In erster Linie streben
die Firmen damit an, zusätzlichen Fachkräftenachwuchs zu rekrutieren“, so das Institut. Wichtige Motive seien aber auch die Personalentwicklung sowie die Hoffnung, durch das Engagement das Unternehmensimage zu verbessern.
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