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F5 Studie deckt auf: Deutsche Internetnutzer sind weniger kritisch mit ihren Daten als ihre europäischen Nachbarn

Verbraucher befinden sich in einem tiefen Konflikt zwischen personenbezogener Datennutzung und Schutz vor Cyber-Terrorismus.
(PM) München, 27.05.2016 - - 75 % der Verbraucher haben kein Vertrauen in Social-Media-Marken und den Schutz ihrer Daten bei Marketing-Unternehmen.
- Fast ein Drittel (30%) sehen überhaupt keinen Sinn darin ihre persönlichen Daten an Unternehmen preiszugeben.
- Mehr als die Hälfte der Befragten (53%) sind bereit, ihr Geburtsdatum, den Familienstand (51 Prozent) oder persönliche Interessen (50 Prozent) preiszugeben, um im Gegenzug Unternehmensdienste kostenfrei nutzen zu können.
- 43 % der Verbraucher sind sich darüber einig, dass private Organisationen den Regierungsbehörden Zugang zu gesperrten Geräte geben sollten
- Über ein Fünftel der Verbraucher (21%) sehen die Verantwortung, sich gegen Cyber-terroristische Bedrohungen zu schützen bei jedem Einzelnen.

Eine EMEA-weite Studie von F5 Networks hat ergeben, dass Verbraucher in puncto Datenschutz kein Vertrauen in bestimmte Organisationen haben. Jedoch würden viele Befragte trotzdem ihre Daten preisgeben, wenn sie im Gegenzug kostenlos Dienste in Anspruch nehmen können. Auch die Deutschen sind bezüglich des Datenschutzes nicht so kritisch wie gedacht. Ganz im Gegenteil: sie sind sogar relativ nachlässig mit ihren Daten. Um Services einer Firma kostenlos nutzen zu können, würden 63% der Deutschen ihr Geburtsdatum und sogar 65% den Familienstand preisgeben – mehr als in allen anderen befragten Ländern. Einzig in Bezug auf die Handynummern sind die Deutschen dagegen restriktiv - nur ein Viertel würde die Mobilnummer angeben.

Mehr als 7.000 Konsumenten aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Beneluxländern, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Polen wurden im Rahmen der Studie zu ihrer Haltung zum Thema Datensicherheit und Handhabung ihrer Daten befragt.

Angst vor dem Vertrauten

Drei Viertel der Befragten haben die Sorge, dass ihre Daten bei privaten Organisationen in die falschen Hände geraten. Daran schließen sich 64 Prozent mit der Angst an, dass ihre Privatsphäre beeinträchtigt wird. Social-Media-Marken und Marketing-Unternehmen schnitten besonders schlecht ab: Nur 2% der deutschen Verbraucher gaben an, dass sie ihre persönlichen Daten an sie weitergeben würden. Lediglich 21 Prozent der Deutschen waren zuversichtlich, dass diese Unternehmen Verbraucherdaten wirksam vor Hackern schützen könnten.

Mit dem Vertrauen kommen die Erwartungen

Die deutschen Verbraucher betrachten Banken als die vertrauenswürdigsten Unternehmen (75 Prozent) und glauben, sie würden Kundendaten mehr schützen (74 Prozent) als andere Branchen. Unzufriedenheit verbleibt dagegen bei den Verfahren, die verwendet werden, um Kundendaten zu schützen. Es herrscht die Ansicht vor, dass insbesondere Banken (77 Prozent), gefolgt vom Gesundheitswesen (71 Prozent), dem öffentlichen Sektor und der Regierung (74 Prozent), eine bessere Authentifizierung benötigen, um mehr Sicherheit zu schaffen.

"Es gibt deutliche Unterschiede darin, welcher Art von Unternehmen der Verbraucher seine Daten anvertraut", so Mike Convertino, CISO und VP, Information Security bei F5 Networks. "Traditionelle Akteure wie Banken gelten als vertrauenswürdiger. Entgegen der erhöhten Bereitschaft, unsere Informationen in Social-Media-Kanälen zu teilen, vertrauen wir diesen Unternehmen am Wenigsten, dass sie unsere Daten sicher verwahren.“

„In Anbetracht der Tatsache, dass man immer sensibler für das Thema Datensicherheit wird, ist es umso wichtiger eine Sicherheits- und Datenschutzinfrastruktur zu erstellen. Technologie, Bildung und Prozesse sind notwendig, um Sicherheit zu gewährleisten und Bedrohungen abzuwenden. Gleichzeitig darf das Kundenerlebnis nicht beeinträchtigt werden.“

Die Debatte: Datenschutz oder Schutz?

Die EU Datenschutz-Grundverordnung, die vor kurzem vom Europäischen Parlament gebilligt wurde, ermöglicht Bürgern bei Missbrauch ihrer Daten innerhalb der EU auf Schadenersatz zu klagen.
Auf die Frage hin, was sie als missbräuchlich empfinden würden, nannten über zwei Drittel (67 Prozent) die Weitergabe an Dritte ohne vorherige Zustimmung. Die Deutschen stimmen in diesem Punkt mit dem EMEA-Trend überein. 68 Prozent sehen die Weitergabe ihrer Daten ohne Zustimmung als Missbrauch an, aber nur 47 Prozent fühlen sich hintergangen, wenn ihre Daten für Werbezwecke missbraucht werden.

Im Zuge der Apple- und FBI-Debatte über Smartphone-Entriegelung, stimmten insgesamt 43 Prozent der Verbraucher mit der Aussage überein, dass Technologieunternehmen der nationalen Sicherheit Vorrang gegenüber der Privatsphäre des Einzelnen einräumen sollten und Behörden Zugang zu gesperrten Geräten gewähren.

Den Verbraucher vor Cyber-terroristischen Bedrohungen zu schützen ist ein großes Thema. Mehr als ein Fünftel der Verbraucher glauben, dass wir selbst für den Schutz verantwortlich sein sollten. Doppelt so viele (43 Prozent) sehen dies als Aufgabe des Staates.
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