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News, 23.11.2015
Stärkere Klimagase-Nutzung
Einsatz von Treibhausgasen in Deutschland gestiegen
Die industrielle Nutzung von klimaschädlichen Treibhausgasen hat im vergangenen Jahr in Deutschland zugenommen. Vor allem das extrem klimaschädliche Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF6) kam in erheblich stärkerem Umfang zum Einsatz.
Mehr als die Hälfte der Treibhausgase entfielen 2014 auf Kältemittel.
Mehr als die Hälfte der Treibhausgase entfielen 2014 auf Kältemittel.

Im Jahr 2014 wurden von Unternehmen in Deutschland 9.274 Tonnen Fluorkohlenwasserstoffe verarbeitet, die als klimawirksame Treibhausgase eingestuft werden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Ende November 2015 stattfindenden Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Paris mitteilte, waren das rund 130 Tonnen oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem wurden im Jahr 2014 rund 916 Tonnen des extrem klimawirksamen Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) zur Weiterverarbeitung abgegeben. Das waren sogar 13 Prozent mehr als im Jahr 2013. Treibhausgase tragen zur Klimaveränderung bei und nehmen Einfluss auf die Erderwärmung.

Mehr als die Hälfte der verwendeten klimawirksamen Stoffe (4.944 Tonnen) wurden als Kältemittel bei der Erstfüllung von Neuanlagen eingesetzt, zum Beispiel in Klimaanlagen oder Kühlschränken. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 1.400 Tonnen Klimagase wurden zur Herstellung von Kunst- und Schaumstoffen genutzt, wie beispielsweise in aufgeschäumten Dämmplatten zur Wärmedämmung von Gebäuden. Hier nahm die Nutzung mit einem weiteren Rückgang um 4,8 Prozent das zweite Jahr in Folge ab. Bei der Verwendung als Treibmittel in Sprays (Aerosole) wurden dagegen 1,9 Prozent mehr Fluorkohlenwasserstoffe eingesetzt.

Ein klimawirksamer Einfluss von Treibhausgasen tritt erst auf, wenn sie in die Atmosphäre freigesetzt werden. Daher bezeichnet man diese Stoffe auch als potenziell klimarelevant. Der Einfluss der einzelnen Treibhausgase auf die Klimaveränderung ist unterschiedlich hoch. Als Bezugsgröße dient die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid (CO2) mit einem Erwärmungspotenzial („Global Warming Potential“, kurz: GWP) von 1. Das in Deutschland am häufigsten verwendete Kältemittel R 134a (Tetrafluorethan) trägt zum Beispiel in einem Zeithorizont von 100 Jahren 1 430 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2.

Die Klimawirksamkeit der 2014 insgesamt verwendeten Fluorkohlenwasserstoffe entsprach rund 17 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, darunter entfielen 9,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf das Kältemittel R 134a. Die eingesetzte Menge des stark treibhauswirksamen Stoffes R 404A entsprach weiteren 3,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. R 404A ist eine Mischung (Blend) von Stoffen, die in der Kältetechnik vorzugsweise bei Kühlanlagen in Supermärkten, Kühlhäusern, Anlagen für Tiefkühlkost sowie Tiefkühllastwagen eingesetzt wird.

Das stärkste bisher bekannte Treibhausgas ist Schwefelhexafluorid (SF6). Es trägt innerhalb von 100 Jahren 22 800 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2. Die 2014 abgesetzte Menge von 916 Tonnen entsprach umgerechnet 20,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

cs/Destatis; Bild: Martin Berk  / pixelio.de

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