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News, 12.09.2014
Hunderte Milliarden Euro Kapitaltransfer ins Ausland
Deutschland weiterhin bei Kapitalexporten weltweit Spitzenreiter
Deutschland dürfte auch 2014 wieder Kapitalexport-Weltmeister werden. Wirklich Grund zum Jubeln ist der Titel allerdings nur auf den ersten Blick – unter anderen deshalb, weil das exportierte Kapital im Inland fehlt.
Deutschland transferiert so viel an Kapital ins Ausland wie kein anderes Land weltweit. Dem ifo Institut zufolge dürfte sich der deutsche Netto-Kapitalexport in diesem Jahr auf insgesamt  rund 280 Milliarden US-Dollar belaufen. Damit würde Deutschland auch 2014 wieder weltweit bei der Kapitalausfuhr die Spitzenposition einnehmen. Zweitgrößter Netto-Kapitalexporteur wird wie im Vorjahr China sein. Hier dürfte sich der Saldo aus ins Ausland transferiertem Kapital und Kapitalimporten im Gesamtjahr auf rund 230 Milliarden Dollar belaufen. Auf Platz 3 im Ranking der Netto-Kapitalexporteure dürfte 2014 Saudi Arabien folgen.

Treiber der Kapitalexporte Deutschlands ist der deutsche Außenhandel. Über diesen baute sich in diesem Jahr von Januar bis Juli bereits ein Außenhandelsüberschuss von 133,1 Milliarden Euro auf. Im Juli stiegen die Exporte sogar auf ein Allzeithoch. So exportierten Deutschlands Unternehmen zum Auftakt in das zweite Halbjahr mit Versendungen im Wert von 101 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor in einem Monat. Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen miteingerechnet ergab sich in der Leistungsbilanz im Juli ein Überschuss von 21,7 Milliarden Euro und in den ersten sieben Monaten ein Plus von 117,4 Milliarden Euro. Das waren knapp 13 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum (Jan – Juli 2013: 104,7 Mrd. Euro).

Nach Schätzung der ifo-Wirtschaftsforscher werden die Kapitalexporte im Jahr 2014 rund 7,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP), also des Wertes aller in Deutschland produzierten Waren und Dienstleistungen, ausmachen. Nach Schätzung des ifo Instituts Rund 7,2 Prozent des Wertes aller in Deutschland produzierten Güter und Dienstleistungen dürften als Kapitalexport 2014 in das Ausland fließen. „Hierbei ist bereits berücksichtigt, dass das Bruttoinlandsprodukt aufgrund neuer Vorschriften um 3 Prozent höher liegt als nach altem Rechenstand. Dadurch reduziert sich der Anteil des Leistungsbilanzüberschusses an der Wirtschaftsleistung um rund 0,2 Prozentpunkte“, so das ifo-Institut.

Dass sich die deutschen Leistungsbilanz-Überschüsse schnell verringern, hält das ifo Institut für unwahrscheinlich, „da die deutschen Exporteure ihre relative Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten“. Auch was den hohen Netto-Kapitalexport angeht, wird sich aus Sicht der ifo-Forscher wenig ändern – nicht zuletzt auch deshalb, wie die Forscher hierzu  ausführen, weil der Euroraum für Kapitalanleger weiter attraktiv bleibt und von daher derzeit kein massiver Kapitalzufluss nach Deutschland zu erwarten sei. „Hierfür sorgt die Rettungspolitik der  Europäischen Zentralbank, die mit ihren Garantien die Zinsen in den Krisenländern des Euroraums unter den Marktzins drückt“, so das ifo-Institut.
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