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News, 20.07.2012
Beschneidungsdebatte
Deutsche mehrheitlich für Verbot ritueller Beschneidungen
Sollen rituelle Beschneidungen bei Kleinstkindern in Deutschland künftig gesetzlich verboten sein? Wie eine Umfrage jetzt ergeben hat, meint fast die Hälfte aller Bundesbürger: ja!
Aufgrund des Kölner Beschneidungsurteils hat das Jüdische Krankenhaus Berlin entschieden, bis auf weiteres keine religiös motivierten Beschneidungen mehr vorzunehmen.
Aufgrund des Kölner Beschneidungsurteils hat das Jüdische Krankenhaus Berlin entschieden, bis auf weiteres keine religiös motivierten Beschneidungen mehr vorzunehmen.
Was wiegt schwerer – das Recht auf freie Ausübung religiöser Traditionen oder der Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Kindern? Während sich der Bundestag am 19.7. in einer Resolution mit breiter Mehrheit für eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung ritueller Beschneidungen in Deutschland ausgesprochen hat, zeigt sich in der Bevölkerung ein anders Bild: Hier überwiegen die Beschneidungsgegner, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der dpa ergeben hat. So sprechen sich nach dieser 45 Prozent der Bundesbürger dafür aus, der Jahrhunderte alten islamischen und jüdischen Tradition, Jungen im Kleinst- bzw. Kleinkindalter zu beschneiden, einen Riegel vorzuschieben. Dass Beschneidungen im Kindesalter künftig in Deutschland kraft Gesetz erlaubt sein sollten, meinen dagegen nur 42 Prozent. Rund jeder Achte hat zu diesem Thema derzeit keine (klare) Meinung (13%).

Bei der Frage zum Modernisierungsdruck von Religionen fällt das Votum sehr viel klarer aus. So meinen mehr als acht von zehn Befragten (83%), dass Religionen mit der Zeit gehen und nicht um jeden Preis an alten Traditionen festhalten sollten. Der These, eine Modernisierung religiöser Bräuche sei nicht nötig, stimmten dagegen nur neun Prozent der Deutschen zu. Dass ein gesetzlich verankertes Beschneidungsverbot dem Ansehen Deutschlands weltweit schaden würde, glaubt indes nur eine Minderheit (33%). Die Mehrheit von 55 Prozent sieht diese Gefahr dagegen nicht.

Ende Juni hatte das Landgericht Köln in einem Urteil die Auffassung vertreten, dass  religiöse Beschneidungen als „rechtswidrige Körperverletzung“ betrachtet werden müssten, die das Selbstbestimmungsrecht der Kinder verletzten, und damit international einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
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