VOLLTEXTSUCHE
News, 01.04.2015
Billige Energie drückt Einfuhrpreise
Deutsche Importe abseits Energie wieder deutlich teurer
Die deutschen Einfuhrpreise ohne Energie legen weiter zu. Vor allem für Gebrauchs- und Konsumgüter mussten deutsche Importeure im Februar deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahresmonat.
Gegenüber Januar verteuerten sich Importe im Durchschnitt aller Warengruppen fast dreimal stärker als von Ökonomen erwartet.
Gegenüber Januar verteuerten sich Importe im Durchschnitt aller Warengruppen fast dreimal stärker als von Ökonomen erwartet.

Die Preistalfahrt bei Energie-Importen setzt sich fort und dämpfte auch im Februar die allgemeine Einfuhrpreisentwicklung. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, lag der Index der deutschen Einfuhrpreise aufgrund des anhaltenden Preisverfalls bei Energie im Februar erneut um 3,0 Prozent niedriger als im Vorjahresmonats. Lässt man die Preisentwicklung bei Energie jedoch außen vor, waren Importe durchschnittlich 1,8 Prozent teurer als im Februar 2014. Das ist damit der zweite Monat in Folge, in dem sich Importe -  Energie herausgerechnet – insgesamt im Durchschnitt wieder binnen Jahresfrist verteuert haben. Gegenüber Januar zog der Index der deutschen Einfuhrpreise dagegen insgesamt um 1,4 Prozent an (ohne Energieprodukte: + 0,4 %). Einen so starken Anstieg der deutschen Einfuhrpreise gab es letztmals im Dezember 2010. Energieimporte verteuerten sich auf Monatssicht sogar um 9,2 Prozent und damit dem Statistikamt zufolge so stark wie seit Juni 2005 nicht mehr. Ökonomen hatten Medienberichten zufolge im Median lediglich mit einem Anstieg der deutschen Einfuhrpreise um 0,5 Prozent gerechnet.

Energie- und Rohstoffpreise im freien Fall

Wie das Statistikamt ermittelte, lagen die Einfuhrpreise für Energie im März durchschnittlich 28,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ein regelrechter Preissturz zeigte sich bei importiertem Erdöl, für das Importeure im März durchschnittlich 36,9 Prozent weniger zahlen mussten als im Vorjahresmonat. Auch Mineralölerzeugnisse waren erheblich günstiger. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 27,8 Prozent. Erdgas kostete mit Preisrückgängen um durchschnittlich 19,7 Prozent ebenfalls erheblich weniger als März 2014. Deutlich teurer war dagegen importierter Strom. Hierfür mussten Importeure 10,4 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat und stolze 15,1 Prozent mehr als im Februar. Auch die Erdgaspreise zogen deutlich an. Sie lagen im Durchschnitt 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Auch Rohstoffe waren im Durchschnitt erheblich günstiger als im Vorjahresmonat. Sie verbilligten sich gegenüber März 2014 im Schnitt um 27,1 Prozent. Gegenüber Februar 2015 zogen allerdings die Preise deutlich an (+ 6,1 %). Kräftige Preisrückgänge verzeichneten vor allem Importeure von Eisenerzen, die im Durchschnitt fast ein Drittel (- 31,2 %) günstiger waren als im Vorjahresmonat. Teurer waren dagegen Nicht-Eisenmetalle und entsprechendes Halbzeug. Für sie mussten Importeure im März durchschnittlich 11,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Preistreiber waren hier vor allem Aluminium (+ 28,7 %) und Nickel (+ 23,7 %). Die Preise für Getreide lagen dagegen durchschnittlich 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau, Weizen war allerdings im  Durchschnitt 4,7 Prozent teurer als im März 2014.

Industrielle Erzeugnisse im Durchschnitt deutlich teurer

Preistreiber waren insbesondere Gebrauchsgüter. Sie kosteten im März durchschnittlich 3,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 0,7 Prozent mehr als im Februar. Importierte Gebrauchsgüter aus Nicht-Euroländern verteuerten sich auf Jahressicht im Schnitt sogar um 4,3 Prozent. Auch Verbrauchsgüter waren deutlich teurer. Hier lagen die Einfuhrpreise durchschnittlich 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau (Importe aus Nicht-Euroländern: + 4,3 %). Die Preise für Konsumgüter insgesamt lagen durchschnittlich 2,8 Prozent über dem Niveau von März 2014. Investitionsgüter und Vorleistungsgüter, also Güter die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden, kosteten ebenfalls im Durchschnitt mehr als im Vorjahresmonat. Hierfür mussten Importeure im Jahresvergleich durchschnittlich 1,8 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent mehr zahlen.

Nahrungsmittel waren allerdings im Durchschnitt 2,0 Prozent günstiger als im März 2014. Hier gaben unter anderem die Preise für Fleisch im Jahresvergleich stark nach, die das Vorjahresniveau um 5,7 Prozent unterschritten. Vor allem importiertes Schweinefleisch verbilligte sich erheblich. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau sogar um 12,2 Prozent. Einen ähnlich starken Preisverfall gab es bei Milch- und Milcherzeugnissen, die sich auf Jahressicht im Schnitt um 11,5 Prozent verbilligten. Stark nach oben zeigten dagegen abermals die Preise für importierten Rohkaffee, der sich binnen eines Jahres um rund ein Fünftel (+ 19,7 %) verteuerte.

cs/Destatis

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG