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News, 20.09.2011
Geringerer Preisdruck
Deutsche Erzeugerpreise geben überraschend nach
Rückläufige Preise für Energie und Metalle haben im August den Index der Erzeugerpreise erstmals seit fast zwei Jahren wieder sinken lassen.
 Bei den Metallen hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise binnen Jahresfrist um rund ein Viertel gegenüber Juli abgeschwächt.
Bei den Metallen hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise binnen Jahresfrist um rund ein Viertel gegenüber Juli abgeschwächt.
Nach dem Schub im Juli hat sich der Preisdruck auf Erzeugerebene in Deutschland überraschend abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sank der Index der Erzeugerpreise im August gegenüber Juli um 0,3 Prozent. Das war der erste Rückgang der Erzeugerpreise binnen Monatsfrist seit Dezember 2009 (-0,1%). Laut Down Jones Newswires hatten Ökonomen, nachdem die Preise für Industrieerzeugnisse im Juli um 0,7 Prozent gestiegen waren,  eigentlich mit einem erneuten Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich der Index der Erzeugerpreise im August um 5,5 Prozent. Im Vormonat war die Jahresteuerungsrate noch bei 5,8 Prozent gelegen.

Energie verbilligt sich auf Monatssicht


Geschuldet war der Rückgang der Erzeugerpreise unter anderem Preisrückgänge im Bereich der Energie, wo sich das Preisniveau im August trotz leichtem Anstieg der Jahresteuerungsrate auf 10,7 Prozent (Juli: 10,6%) im Schnitt um 0,6 Prozent auf Monatssicht verringerte. Die höchste Teuerung auf Jahressicht wies leichtes Heizöl auf, das 25,5 Prozent mehr kostete als im August 2010, sich gegenüber Juli allerdings um 4,7 Prozent verbilligte. Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen im August 16,9 Prozent über dem Vorjahresniveau ((Dieselkraftstoff: +14,3%; Benzin: +10,7%), sanken aber gegenüber Juli ebenfalls im Schnitt um 1,9 Prozent (Dieselkraftstoff: -2,7%; Benzin: -2,2%). Deutlich teurer als im Juli war dagegen Flüssiggas als Kraft- oder Brennstoff, das sich im August auf Monatssicht um 7,5 Prozent und binnen Jahresfrist um 16,3 Prozent verteuerte. Die Preise für Erdgas lagen im August 15,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Juli ebenfalls um 0,5 Prozent. Elektrischer Strom dagegen verbilligte sich auf Monatssicht um 1,0 Prozent, war aber ebenfalls 6,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.

Rückläufige Preise für Metalle

Vorleistungsgüter - Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – verbilligten sich gegenüber  Juli ebenfalls leicht um 0,1 Prozent und kosteten im August 4,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Juli war die Jahresteuerungsrate hier noch bei 5,6 Prozent gelegen. Die höchste Jahresveränderungsrate wiesen Edelmetalle und deren Halbzeug auf, die im August 10,7 Prozent mehr kosteten als im Juli und sich auf Jahressicht im Schnitt um 47,4 Prozent verteuerten.  Die Preise für chemische Grundstoffe lagen 7,6 Prozent über dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber Juli leicht um 0,1 Prozent. Bei den Metallen dagegen schwächte sich der Preisdruck deutlich ab. Hier gingen die Preise im August auf Monatssicht um 0,8 Prozent zurück und wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat nurmehr eine Jahresteuerung um 6,6 Prozent auf. Im Juli waren die Preise für Metalle noch insgesamt um 0,5 Prozent gestiegen und 8,8 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Höhere Preise waren hier vor allem für Nichteisenmetalle und deren Halbzeug  zu bezahlen, die sich im Durchschnitt im August um 12,2 Prozent verteuerten, gegenbüer Juli allerdings um 1,8 Prozent  verbilligten.

Nahrungsmittelpreise insgesamt konstant


Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im August auf Jahressicht um 3,7  Prozent und blieben gegenüber Juli unverändert. Auch hier hat sich der Preisauftrieb leicht abgeschwächt (Juli: +4,0% gegenüber Juli 2010 und +0,2% gegenüber Juni). Im Nahrungsmittelsektor lagen die Erzeugerpreise 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Juli blieben hier die Preise allerdings im Durchschnitt ebenfalls konstant.  Im Juli waren die Nahrungsmittelpreise noch binnen Monatsfrist um 0,5 Prozent und auf Jahressicht um 6,4 Prozent gestiegen. Besonders für  Frucht- und Gemüsesäfte mussten Händler im August mehr zahlen. Hier stiegen die Preise binnen Jahresfrist um 31,8 Prozent. Auch Kaffee war deutlich teurer als im Vorjahr (+17,3%). Die Preise für Butter und andere Fettstoffe aus Milch lagen im August 8,6 Prozent über dem Vorjahresniveau (-1,0% gegenüber Juli), Margarine und ähnliche Nahrungsfette kosteten sogar 10,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zucker verbilligte sich dagegen im August auf Jahressicht um 2,4 Prozent (+0,5% gegenüber Juli).

Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im August 2,1 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats, Investitionsgüter kosteten 1,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
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