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News, 28.03.2013
Datenschutz-Umfrage
Gros der Verbraucher hält beim Datenschutz die Zügel in der Hand
Die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland hat mit Datenabfragen, sofern die Gegenleistung stimmt, laut einer DDV-Umfrage kein Problem. Vorab werden allerdings nicht selten erst die Datenschutzerklärungen der Datenkragen unter die Lupe genommen.
Die meisten Verbraucher wägen den Nutzen und die Risiken von Datenangaben im Internet der Umfrage zufolge sehr wohl gegeneinander ab.
Die meisten Verbraucher wägen den Nutzen und die Risiken von Datenangaben im Internet der Umfrage zufolge sehr wohl gegeneinander ab.

Verbraucher gehen mit den eigenen Daten sehr viel aufgeklärter und bewusster um als manche Politiker und Verbraucherschützer Glauben machen. Dass die meisten Online-Nutzer um die Risiken in Sachen Datenschutz nicht wüssten, davon kann, zumindest bei der Mehrheit der Verbraucher, keine Rede sein. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Dialogmarketing Verbandes (DDV), in der der Verband 840 Verbraucher in Deutschland zum Thema Datenangaben und Datenschutz im Internet befragt hat. So hat die große Mehrheit der Verbraucher beispielsweise kein Problem damit, im Gegenzug für Preisnachlässe persönliche Daten preiszugeben. Auch in puncto Schutzmaßnahmen zeigt die DDV-Umfrage ein sehr ausgeprägtes Datenschutzbewusstsein.

Große Offenheit für „Daten-Deals“

Gleich ob Social Media, kostenlose E-Mail-Dienste oder Vorteilsangebote - dass fast alles, was im Internet als kostenlos daher kommt, mit der Preisgabe persönlicher Daten bezahlt werden muss, wird von der Mehrheit der Verbraucher akzeptiert. So finden es zum Beispiel mehr als zwei von drei Verbrauchern sehr gut oder gut (27,9% bzw. 42,0%), im Internet Rabattgutscheine sammeln zu können, und in Ordnung, dass die Anbieter hierfür von Nutzern Daten erheben. Die Möglichkeit, gegen Angabe persönlicher Daten per E-Mail interessante, auf die Bedürfnisse zugeschnittene Informationen zu erhalten, finden 53,0 Prozent der Deutschen gut oder sehr gut (41,7% bzw. 11,3%). Immerhin knapp 40 Prozent der Online-Nutzer bewerten es zudem als Vorteil, dass Suchmaschinen vorangegangene Suchvorgänge protokollieren und analysieren, um Suchergebnisse zu optimieren. Auf wenig Gegenliebe stößt dagegen individualisierte Werbung in sozialen Medien (gut oder sehr gut: 21,7%). Ähnlich verhält es sich mit der Lokalisierung im stationären Handel durch soziale Medien (gut oder sehr gut: 22,7%).

"Internetaffine Verbraucher sind kritisch, gut informiert und nehmen den Schutz ihrer Daten,  soweit möglich, auch gerne selbst in die Hand“, so Patrick Tapp, Vizepräsident Kommunikation im DDV.

Datenschutz wird nicht dem Zufall überlassen

Wie die Erhebung aufzeigt, ergreift die Mehrheit der Verbraucher gezielte Datenschutzmaßnahmen. So kennen und nutzen beispielsweise 71,9 Prozent die Möglichkeiten in sozialen Medien, die Sichtbarkeit des eigenen Profils zu kontrollieren. Auch löscht die große Mehrheit regelmäßig ihre Cookies (71,2 %). Des Weiteren erklärte fast die Hälfte der befragten Verbraucher, "stets die Datenschutzrichtlinien der besuchten Internetseiten zu lesen" (47,4 %), und etwa ebenso viele gaben an, "aus Datenschutzgründen unterschiedliche Suchmaschinen zu nutzen" (47,4 %).

Dass von Blauäugigkeit im Hinblick auf den Datenschutz im Internet beim Gros der Online-Nutzer keine Rede sein kann, zeigt auch die hohe Zustimmung bezogen auf die Aussage „Ich gebe so wenig Daten wie eben möglich über mich im Internet preis": Hier ergab die DDV-Umfrage auf einer Skala von 10 möglichen Punkten einen durchschnittlichen Zustimmungswert von 7,3. Dass der Schutz der Daten nicht einfach dem Zufall überlassen wird, belegt auch das Ergebnis bei der Aussage „Bevor ich persönliche Daten im Internet preisgebe, erkundige ich mich über den Anbieter und die zukünftige Datennutzung", wo die Befragung eine Zustimmungsquote von 6,7 Punkten ergab.

Schwammige Datenschutzerklärungen nicht genug

Auch zeigt die DDV-Umfrage: Verbraucher erwarten, dass sich Unternehmen klar zum Datenschutz bekennen und dieses deutlich kommunizieren (Zustimmungswert: 7,4 von 10 möglichen Punkten). Das alleine ist den meisten aber nicht genug. Eine große Mehrheit will auch mehr Kontrolle über ihre Daten (7,3 Punkte). Daneben wünschen viele mehr Informationen zum Datenschutz (6,4 Punkte).

Dem Themenkreis „personalisierte Werbung im Internet“ steht zwar die Mehrheit der Verbraucher aufgeschlossen gegenüber. Allerdings wird hier im Hinblick auf die Datennutzung  Transparenz gefordert (Aussage: „Es muss Transparenz darüber herrschen, was mit den Daten gemacht wird“; Zustimmungswert: 7,9 Punkte). Dass Werbung im Internet dazu beiträgt, dass viele Angebote kostenfrei bleiben, erkennen Verbraucher hierbei an (6,2 von 10 Punkten).

„Die Mär vom generell unmündigen Verbraucher, der vor Unwissenheit manipuliert werden kann und stetiger Gefahr vor Fallen ausgesetzt ist, ist populistisch gesehen, sehr wirksam, aber wie so oft bei vermeintlichen Wahrheiten am Ende eben auch schlicht und einfach falsch", so Tapp.

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