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News, 21.12.2015
Cloud Computing-Studie
Massiver Anstieg des Cloud-Datenvolumens
Immer mehr Unternehmen und Privatanwender legen ihre Daten in Clouds ab, zeigt eine Studie. Danach wird sich der Datenverkehr über Clouds bis 2019 fast vervierfachen. Zentrale Treiber des Cloud-Traffics werden insbespondere das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 sein.
BiPantherMedia  / buchachon_photo
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Bis Ende 2019 wird sich der weltweite Cloud-Traffic mehr als vervierfachen, von 2,1 auf 8,6 Milliarden Terabyte (1 Milliarde Terabyte entspricht 1 Zettabyte (ZB)). In Westeuropa steigt der Cloud-basierte Datenverkehr auf knapp das Vierfache, von 0,39 ZB auf 1,5 ZB. Das zeigt der fünfte jährliche Cisco Global Cloud Index (2014 – 2019). Damit erhöht sich der Datenverkehr in der Cloud sogar noch stärker als im Rechenzentrum, wo er um das Dreifache anwächst: weltweit von 3,4 auf 10,4 ZB und in Westeuropa von 0,648 ZB auf 1,85 ZB. Zu den Faktoren, die den Cloud-Traffic und die Cloud-Nutzung antreiben, gehören persönliche Services für mobile Geräte, das schnelle Wachstum von Public Cloud Services für Unternehmen, vermehrte Maschine-zu-Maschine (M2M)-Verbindungen sowie ein höherer Virtualisierungsgrad von Private Clouds, der zu dichteren Workloads führt. Ein Workload ist ein integrierter Protokollstapel aus Middleware, Anwendung, Datenbank und Betriebssystem, der eine bestimmte Berechnungsaufgabe durchführt.  

„Die Cloud wird vom Trend zur Standardlösung“, sagt Petra Schmietendorf, Cloud Director bei Cisco Deutschland. „Der Global Cloud Index zeigt, dass der Traffic in allen Weltregionen in den nächsten fünf Jahren um jeweils mehr als 30 Prozent steigen wird. Unternehmen und Behörden nutzen Cloud-Lösungen dabei nicht mehr nur für einzelne Aufgaben, sondern strategisch. Für Privatanwender ist die Nutzung von Cloud-Services heute schon fast selbstverständlich. Dies bietet eine enorme Chance für Cloud-Anbieter.“

Auch das Internet of Everything (IoE) wird einen deutlichen Einfluss auf Rechenzentren und das Cloud-Traffic-Wachstum haben. Die wachsende Zahl von IoE-Anwendungen wird 2019 ein Datenvolumen von insgesamt 507,5 ZB erzeugen. Das ist beinahe 50-mal mehr als der vorausgesagte Datenverkehr in Rechenzentren, der 10,4 ZB beträgt. Heute wird nur ein kleiner Teil dieser Inhalte in herkömmlichen Rechenzentren gespeichert. Doch dies könnte sich durch den steigenden Bedarf an Big-Data-Analysen ändern. Derzeit befinden sich 73 Prozent der Daten, die in persönlichen Geräten gespeichert sind, auf PCs. 2019 wird dagegen über die Hälfte (51 Prozent) auf anderen Geräten wie Smartphones, Tablets oder M2M-Modulen abgelegt sein.

Die Breitbandinfrastruktur in Deutschland erfüllt die Anforderungen zur „Cloud Readiness“ bei festen Netzwerken mit einer durchschnittlichen Download-Geschwindigkeit von 27.035 kbps, einer Upload-Geschwindigkeit von 5.099 kbps und einer Latenzzeit von 41 ms. Die Kriterien für Cloud Readiness lauten: Download über 2.500 kbps, Upload über 1.000 kbps und Latenz unter 100 ms. Diese Werte erreichen inzwischen 119 Länder, im Vergleich zu 109 im vergangenen Jahr. Die mobilen Netzwerke in Deutschland weisen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 14.762 kbps beim Download und 3.975 kbps beim Upload sowie eine Latenzzeit von 62 ms auf.

„Wir sind in Deutschland laut dem Global Cloud Index zwar ‚Cloud ready’,aber das ist ganz sicher kein Grund sich auszuruhen“, sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Denn es geht hier um Minimalvoraussetzungen – was wir in Deutschland aber brauchen, ist eine erstklassige Infrastruktur. Außerdem sind uns unsere Nachbarländer teils deutlich voraus. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das ein Vorsprung, den es zügig aufzuholen gilt. “

Weitere wichtige Ergebnisse:

  • Weltweit steigt der Rechenzentrums-basierte Datenverkehr von 3,4 ZB (2014) auf 10,4 ZB (2019)
  • 2019 werden 55 Prozent aller Internet-Nutzer persönliche Cloud-Speicher verwenden, 2014 waren es 42 Prozent.
  • Der Traffic von Konsumenten von und zu Cloud-Speichern wird pro Nutzer und Monat 1,6 GB betragen, im Vergleich zu 992 MB 2014
  • Die Workloads in Rechenzentren werden sich mehr als verdoppeln, die Cloud-basierten Workloads mehr als verdreifachen
  • Die Workloads pro physikalischen Server steigen für Cloud-Rechenzentren von 5,1 auf 8,4, für herkömmliche Data Center von 2,0 auf 3,2
  • Eine intelligente Stadt mit 1 Million Einwohnern wird in vier Jahren 0,18 ZB Daten täglich erzeugen
  • Public Cloud Workloads weisen eine jährliche Wachstumsrate von 44 Prozent auf, Private Cloud Workloads von 16 Prozent
  • 2019 werden 56 Prozent der Cloud Workloads in Public Cloud-Rechenzentren liegen, 2014 waren es 30 Prozent

Der Cisco Global Cloud Index untersucht Cloud Computing und damit verwandte Trends, um Service-Providern und anderen Unternehmen zu zeigen, wie die Cloud sie und ihre Kunden beeinflusst. Diese Studie bietet IT-Experten auch Informationen zur Bewältigung der immer komplexeren Anforderungen bei Betrieb und Service-Bereitstellung durch Rechenzentren. Schließlich ist in vielen Branchen die Cloud schon erfolgskritisch für das Business. Ein englischsprachige Zusammenfassung der Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/Cisco

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