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News, 17.04.2015
Klimaschutz-Hebel Cloud Computing
Green oder Greenwashing – wie grün ist die Cloud?
Virtuelle Server statt interner Rechenzentren – mit dem Cloud Computing wird der Traum von einer schlanken IT und einem „Internet der Dinge“ mehr und mehr zur Wirklichkeit. Wie die Cloud das Netz grüner macht, welche Chancen und Gefahren in der Technologie stecken und was Unternehmen beim Weg in die grüne Cloud beachten sollten.
Trotz aller Potenziale der Cloud zur Reduktion des Stromverbrauchs gilt hier in Sachen Klimaschutz: Cloud ist nicht gleich Cloud.
Trotz aller Potenziale der Cloud zur Reduktion des Stromverbrauchs gilt hier in Sachen Klimaschutz: Cloud ist nicht gleich Cloud.
Täglich bewegen sich ca. 2,5 Milliarden Menschen im Netz - Tendenz steigend. Viele werden dabei nur bedingt einen Überblick haben, was für große Mengen an Traffic generiert wird und welch enormer Stromverbrauch damit einhergeht. Vermutlich weil es nicht greifbar ist oder der Eindruck entsteht, keinen Einfluss auf Veränderung zu haben. Doch in Zeiten des Klimawandels ist das Thema Ressourcenschonung relevanter denn je. Mit der steigenden Anzahl an Internet-Usern, wachsenden sozialen Netzwerken und unzähligen Apps und Blogs, die jeden Tag aufs Neue aus dem Boden schießen, steigt das Maß an Verschwendung stetig an. Dabei gibt es Maßnahmen, die den Verbrauch drosseln können: Web-Giganten wie Apple, Facebook und Google machen es vor. Sie haben ihre Infrastruktur in die Cloud verlagert. Laut Microsoft sparen kleine Unternehmen über 90 Prozent ihrer Energiekosten ein, wenn lokal installierte Unternehmenssoftware durch Anwendungen im Netz ersetzt wird. Doch was genau macht die Nutzung der Cloud so grün und wie können neben Privatnutzern auch Unternehmen dazu beitragen, das Internet nachhaltig mitzugestalten?

Green oder Greenwashing?

Bis 2020 sollen so gut wie alle Unternehmensstrukturen in die Cloud übergesiedelt werden. Das Marktforschungsunternehmen Pike Research geht davon aus, dass durch die Umlagerung 38 Prozent des Energieverbrauchs aller Rechenzentren verringert wird. Kein Wunder, denn die Cloud ist ein echtes Effizienzwunder. "Interne Rechenzentren sind nicht immer vollständig ausgelastet, verbrauchen aber dennoch konstant Energie. Virtuelle Server, die bis zu 20-mal mehr Daten speichern und verarbeiten können, können von mehreren Usern genutzt werden, sind aber individuell abgesteckt. User können daher unterschiedliche Browser verwenden, haben aber ihre eigene Umgebung", erklärt Frank Müller, Managing Director des neutralen B2B-Marktplatzes cloud world.

Hinzu kommt, dass durch die Cloud nicht nur Unmengen an Energieressourcen gespart werden, sondern auch die Kühlenergie physischer Geräte, denn durch die Cloud-Technologie werden Hardware und Rechner obsolet. In der Theorie ist diese Rechnung leicht gemacht. "In der Realität gibt es diverse Punkte, die beim Thema 'Grüne Cloud' hinterfragt werden sollten", warnt der Experte. So existieren genug Studien, die besagen, dass eben nicht alle Rechenzentren in der Cloud voll genutzt werden, stattdessen laufen Unmengen an Rechnern ohne nennenswerte Aufgabe vor sich hin und verschwenden Energie. Doch veraltete Rechenzentren, die entsorgt werden müssen, produzieren auch Unmengen an Elektro- und Sondermüll, der durch die immer komplizierter zusammengestellten Materialien kaum noch wiederverwertbar ist.

Ab in die grüne Cloud

Für Anwender wie Unternehmen eröffnet sich die Frage, wie man seinen Beitrag zu einem grüneren Netz leisten kann und einen sicheren Weg in die grüne Cloud findet. "Um sicherzustellen, dass man auf der grünen Wolke schwebt, sollte man sich ausführlich über den jeweiligen Anbieter informieren. „Auf der persönlichen Checkliste sollte auf jeden Fall stehen, woher der Anbieter seinen Strom bezieht, in welchem Zustand sich die bereitgestellten Server befinden und ob der Cloud-Anbieter regelmäßig potenzielle Maßnahmen in Betracht zieht, um noch mehr Energie zu sparen“, so Müller. Weitere Fragen seien, wie der jeweilige Anbieter seine Rechenzentren kühlt, was anschließend mit den Kühlmitteln geschieht, welche Infrastrukturen er verwendet und inwieweit alte Rechner entsorgt werden.

Auch die Mitgliedschaft in umweltbewussten Cloud-Organisationen sowie entsprechende Zertifizierungen gäben dem Cloud-Experten nach valide Hinweise darauf, wie nachhaltig ein Cloud-Dienstleister ist. Eine solche Organisation sei Müller nach zum Beispiel „The Green Grit“, ein Verband, der die Ressourcen-Effizienz von Rechenzentren im Blick hat. „Die Vereinigung besteht aus Anwendern sowie Anbietern, aber auch Wissenschaftlern und Politikern. Auch Unternehmen wie Dell und Google sind Mitglieder bei The Green Grid“, so der Cloud World-Chef. Als Beispiel für relevante Zertifikate nennt Müller das TCO-Prüfsiegel des Dachverbandes der schwedischen Angestellten- und Beamtengewerkschaft "Tjänstemannens Centralorganisation", der unter anderem auch Cloud-Anbieter auf  ihre Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit hin prüft. „Das TCO gehört zu den bislang bekanntesten Gütesiegeln für Cloud-Services“, so Müller. Eine weitere sehr zuverlässige Auszeichnung sei dem Experten zufolge das Europäische Umweltzeichen (Ecolabel), welches ebenfalls die Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit von Techniken und Materialien prüft. „Wichtig ist, bei Zertifizierungen darauf zu achten, inwieweit diese aktuell, offiziell anerkannt und unabhängig sind.“

Warum die Nachfrage auch beim Cloud Computing das Angebot bestimmt

Obwohl am Ende die Industrie und Anbieter entscheiden, wie und wieviel Energie ihre Rechenzentren verbrauchen, ist das Interesse der Anwender an energieeffizienten und umweltfreundlichen Technologien für die Weiterentwicklung umweltbewusster Alternativen ebenso wichtig. Je bewusster der Anwender nach umweltfreundlichen Alternativen und Möglichkeiten sucht und fragt, desto stärker reagiert der Markt darauf. "Die Cloud hat gegenüber klassischer Hard- und Software, insbesondere, wenn es um das Sparen von Energie und das Vermeiden von Elektromüll geht, etliche Vorteile. Doch nicht jeder Anbieter stellt sicher, dass seine Rechenzentren auch wirklich das Beste aus der Cloud holen", so Müller.

Um mehr Transparenz für Anwender zu schaffen hat cloud world einen kostenlosen Leitfaden erstellt, in dem die Vorteile, aber auch Entwicklungspotenziale der Cloud aufgezeigt werden. Leser profitieren von einer umfangreichen Liste an Umwelt-Zertifikaten, die ihnen bei der Auswahl eines nachhaltigen Cloud-Angebots behilflich ist. Der Leitfaden zur grünen Cloud kann hier heruntergeladen werden.

cs/cloud world

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