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News, 06.05.2015
Betriebliche Gesundheitsförderung
Gesundheitsrisiko Büro
Bürojobs haben zwar nicht den Ruf, besonders gefährlich zu sein. Dennoch lauern zwischen Schreibtisch und Computer einige Gesundheitsrisiken.
Volkskrankheit Rückenbeschwerden: Allein durch rückenbedingte Ausfallzeiten entstehen mittelgroßen Firmen im Durchschnitt jährlich Kosten von rund einer halben Millionen Euro.
Volkskrankheit Rückenbeschwerden: Allein durch rückenbedingte Ausfallzeiten entstehen mittelgroßen Firmen im Durchschnitt jährlich Kosten von rund einer halben Millionen Euro.

1.470 Stunden sitzt ein Büroangestellter pro Jahr am Schreibtisch. Der menschliche Körper ist auf diese Haltung jedoch gar nicht ausgerichtet. Stundenlanges Sitzen belastet unsere Wirbelsäule. Rückenschmerzen sind daher längst eine Volkskrankheit. Für den Betroffenen ist das mit körperlichen Schmerzen verbunden und der Arbeitgeber erleidet hohe finanzielle Verluste: Rückenleiden verursachen 40 Millionen Fehltage im Jahr – dadurch entstehen Kosten in Milliardenhöhe.

„Sitzen muss per se nicht schädlich sein“, so Patrick Wolter, Geschäftsbereichsleiter Büromöbel bei Office Depot, einem führendem Händler für Büroartikel und -mobiliar. „Entscheidend ist lediglich eine gesunde Haltung.“ Diese sollte möglichst gerade sein. Das entlastet Rücken und Nacken. Die Füße stehen dabei hüftbreit auf dem Boden und das Becken kippt nach vorne. Der Brustkorb richtet sich dadurch automatisch auf und die Lendenwirbelsäule nimmt ihre physiologische Wölbung ein (S-Form).

Bürostuhl richtig einstellen


Ein Blick in die meisten Büros offenbart jedoch anderes: Die Beine werden übereinander geschlagen, der Rücken ist rund, die Schultern werden hochgezogen. Jeder spürt zwar, wenn er falsch sitzt – spätestens dann, wenn der Nacken verspannt ist und die Wirbelsäule schmerzt. Trotzdem fällt es den meisten schwer, eine gesunde Haltung einzunehmen. 

Dabei gibt es eine einfache Lösung: „Voraussetzung für eine gesunde Sitzhaltung ist das richtige Mobiliar“, so Wolter. „Entscheidend ist vor allem der Bürostuhl. Das muss kein ergonomisches Spezialmodell sein. Es reicht, wenn der Stuhl sich individuell an Rücken- und Armlehne sowie in Sitzhöhe und -tiefe einstellen lässt.“

Zum individuellen Stuhlmodell kommt man in vier einfachen Schritten:

  • Sitzhöhe: Die richtige Sitzhöhe ist Grundvoraussetzung für ergonomisches und entspanntes Sitzen und Arbeiten. Sie ist richtig eingestellt, wenn die Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90 Grad bilden.
  • Tiefe des Sitzes: Zwischen Sitzfläche und Kniekehle sollte eine Faust passen.
  • Höhe der Rückenlehne: Die Höhe sollte so eingestellt sein, dass sich die Wölbung der Rückenlehne kurz oberhalb der Gürtellinie befindet.
  • Armlehnen: Die Oberarme sollten in entspannter Haltung gerade nach unten hängen können. Die Ellenbogen liegen dann auf der Armlehne auf. Der Ober- und der Unterarm bilden dabei einen rechten Winkel

Ergonomisches Mobiliar senkt Krankheitskosten

Mitarbeiter, die bereits Gesundheitsprobleme haben, wie etwa einen Bandscheibenvorfall, und die viel sitzen, sollten einen speziellen ergonomischen Bürostuhl nutzen, der über weitere Einstellungen verfügt:

  • Gewicht einstellen: Der Gegendruck der Rückenlehne auf den Rücken wird auf das Körpergewicht des Nutzers abgestimmt.
  • Lendenwirbelstütze: Diese lässt sich verschieben, aufpumpen oder herausnehmen, so dass der Rücken noch weiter in seiner natürlichen Haltung unterstützt wird.
  • Kopf- und Nackenstütze: Sie entlastet den Nacken zusätzlich.

Spezielle ergonomische Stühle sind zwar teurer als herkömmliche; die Kosten rechnen sich aber, wenn man bedenkt, wie hoch die Ausgaben für kranke Mitarbeiter sind. Ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern wird beispielsweise im Schnitt durch rückenbedingte Krankheitsausfälle jährlich mit einer halbe Millionen Euro belastet. 

Steh-Sitzlösungen entlasten die Wirbelsäule


Gleichgültig, wie viel ein Stuhl kostet: Entscheidend ist, dass er richtig eingestellt und genutzt wird. Gute Möbelhändler und -lieferanten, wie beispielsweise Office Depot, bieten daher mit der Lieferung eine ergonomische Schulung an. Für Unternehmen ist das ein geringer Aufwand mit großem Gewinn: Studien haben gezeigt, dass der Einsatz eines modernen Schreibtischstuhls zusammen mit einem 90-minütigen Ergonomie-Training und einer Anleitung für die korrekte Einstellung des Stuhls die Produktivität von Computerarbeiten um knapp 20 Prozent erhöht.

Noch besser als richtig zu sitzen ist es, weniger zu sitzen. Deshalb sollte man so viel wie möglich aufstehen und umhergehen bei der Arbeit. Patrick Wolter empfiehlt deshalb:„Telefonieren kann man wunderbar im Stehen und statt eine Email an einen Kollegen zu senden sollte man hingehen und persönlich mit ihm sprechen. So bleibt man in Bewegung.“ Ideal sind auch so genannte Steh-Sitzlösungen. Per Knopfdruck wird der Schreibtisch dabei zum Stehtisch. Mitarbeiter können beliebig zwischen einer Arbeit im Sitzen und im Stehen wechseln und die Wirbelsäule so entlasten. 

Zusätzliche ergonomische Hilfsmittel

Ein Schreibtischstuhl kann – auch wenn er noch so gut eingestellt ist – nicht alle körperlichen Beschwerden bei der Büroarbeit verhindern. Denn nicht nur das Sitzen, auch die Computerarbeit, belastet den Körper. Die Folge: Nacken-, Handgelenk- oder Schulterschmerzen. Bekannt ist dieses Krankheitsbild als „Repetitive Strain Injury-Syndrom“ (kurz: RSI) – oder umgangssprachlich als „Sekretärinnen-Krankheit“.

Vermeiden lassen sich diese Beschwerden mit zusätzlichen Hilfsmitteln am Arbeitsplatz:

  • Dokumentenhalter: Eine flache Arbeitsfläche beansprucht den Nacken. Dokumenthalter helfen hier, indem sie eine Schräge bilden – der Nacken wird weniger gebogen.
  • Fußstütze: Wenn die Arbeitsplatte nicht oder nur unzureichend höhenverstellbar ist, ist manchmal eine Fußstütze erforderlich. Bei flexiblen Arbeitsplätzen ist es von Bedeutung, dass die Fußstütze schnell und leicht eingestellt werden kann. 
  • Laptop-Ständer: Laptops ersetzen immer häufiger den klassischen PC. Um ergonomisch und produktiv arbeiten zu können, sollte der Laptop unbedingt mit einem externen Bildschirm angeschlossen werden sowie über eine getrennte Tastatur und Maus verfügen. Auch ein Laptopständer hat eine positive Auswirkung auf die Haltung und trägt zu mehr Komfort bei.   
  • Ergonomische Computermaus: Die Computermaus ist eines der wichtigsten Eingabegeräte am PC. Scrollen und Klicken belasten das Handgelenk jedoch ungemein. Denn die Haltung des Handrückens ist dabei unnatürlich gedreht. Gleichzeitig ist die Haltung statisch und das Gelenk wird schlecht durchblutet. Schmerzen und chronische Entzündungen sind häufige Folgen. Ergonomische Mäuse verhindern dies, da sie eine natürlich Handhaltung erlauben.
  • Ergonomische Tastatur: Bei herkömmlichen Tastaturen werden die Handgelenke unnatürlich abgeknickt, was zu Schmerzen führen kann. Verhindern lässt sich das mit einem geteilten oder nach hinten abfallenden Tastenfeld. Ein nach oben gewölbtes Tastenfeld verringert zudem eine unnatürliche Drehung der Arme.
  • Handballenauflage: Ist eine Tastatur-Neuanschaffung keine Option, kann eine Handballenauflage  eine Alternative sein. Sie vermindert zumindest ein Abknicken der Handgelenke nach oben.

Stress im Großraumbüro

Die Gesundheit wird im Büro aber nicht nur durch die Sitzhaltung belastet. Immer häufiger machen Lärm, Unruhe und ständige Störungen den Mitarbeitern zu schaffen. Patrick Wolter weiß aus seiner täglichen Arbeit bei seinen Kunden: „Das offene Konzept der Großraumbüros ist für viele mehr Fluch als Segen. Denn Mitarbeiter brauchen ein stilles Plätzchen, an dem sie konzentriert arbeiten können.“ Das bestätigt auch ein Projekt der Technischen Universität München. Es dokumentiert den Stresswert in verschiedenen Bürokonstellationen. In Großgruppenbüros mit mehr als vier Kollegen wurde dabei der höchste Stresspegel gemessen, im Büro mit bis zu vier Mitarbeitern herrschte der niedrigste Stresswert. 

Auch hier hilft das Mobiliar. Stellwände und Akustikkabinen sind eine weit verbreitete Lösung, um ein wenig Ruhe und Privatsphäre zu erlangen. Spezielle Schranksysteme können Räume geschickt abtrennen und schaffen gleichzeitig Staufläche. Designer haben inzwischen sogar Paneele aus nachhaltigem Material wie Moos und Kork entwickelt, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Gegen Lärm helfen außerdem in der Decke verbaute Schallschutzpaneele sowie spezielle Schallschutzmöbel.

Und auch für Teams, die sich ungestört und flexibel besprechen wollen, stellt die Möbelindustrie immer mehr Lösungen bereit: modulare Möbel beispielsweise, die sich zu beliebig großen Konferenzzellen zusammenstellen lassen. „Mit solchen und vielen weiteren Möbelkonzepten entstehen im hektischen Büroalltag Orte der Ruhe und Konzentration“, so der Büroeinrichtungsspezialist von Office Depot.

cs/Office Depot

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