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News, 15.06.2010
Außenhandel
Schwellenländer treiben deutsche Exporte
Im ersten Quartal haben die deutschen Exporte deutlich zugelegt. Dabei laufen die Schwellenländer der EU als wichtigster Absatzmarkt im deutschen Außenhandel immer mehr den Rang ab.
Dank der anziehenden Weltkonjunktur hat die deutsche Exportwirtschaft in den ersten drei Monaten deutlich an Fahrt gewonnen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, legten die deutschen Exporte im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum real um 10,3 Prozent auf 291,5 Milliarden Euro zu. „Die Erholung im deutschen Außenhandel hat sich verstetigt. Diese Belebung wird getragen von einer weltweiten konjunkturellen Erholung“, kommentierte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) anlässlich der vom Statistischen Bundesamt jüngst veröffentlichten Außenhandelszahlen vom April die aktuelle Entwicklung beim Export.

Exporte in Drittländer boomen


Treiber im deutschen Außenhandel waren einmal mehr die Länder außerhalb der Europäischen Union (EU), die in den ersten drei Monaten Waren im Wert von 84,3 Milliarden Euro aus Deutschland bezogen. Damit erhöhten sich die deutschen Exporte in sogenannte Drittländer gegenüber Vorjahresquartal um 17,5 Prozent.

Stärkster Wachstumsmotor bei den außereuropäischen Ausfuhren der deutschen Wirtschaft war erneut der Handel mit der Volksrepublik China, in die deutschen Waren im Gesamtwert von 12,0 Milliarden Euro gingen, was im Bemessungszeitraum auf Jahressicht einem Zuwachs um 58,0 Prozent entspricht. Überdurchschnittlich gestiegen sind auch die Exporte nach Brasilien (+40,9%), Korea (+38,5%) und Japan (+20,7%).

Ebenfalls positiv, wenn auch leicht unterdurchschnittlich, entwickelten sich die Exporte in die USA (+6,2%). Dagegen einen leichten Rückgang der Exporte verzeichneten deutsche Unternehmen nach Russland, wo das Volumen der deutschen Warenlieferung um die 0,1 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro sank.

Außenhandel mit EU hinkt hinterher

Im Vergleich zum Anstieg der Gesamtausfuhren, allen voran der Dynamik im außereuropäischen Handel, blieben die Exporte in die EU im ersten Quartal hinter der allgemeinen Entwicklung deutlich zurück. So stiegen die deutschen Ausfuhren in EU-Mitgliedsländer im ersten Vierteljahr 2010 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 6,2 Prozent auf 135,2 Milliarden Euro und damit nur ein Drittel so stark wie die deutschen Exporte ins außereuropäische Ausland.

Der mit Abstand höchste Anteil der deutschen Warenlieferungen entfiel im ersten Quartal erneut auf die Eurozone, in deren Mitgliedsländer aus Deutschland Waren im Wert von 92,7 Milliarden Euro (+ 5,0%) gingen. In Länder, die nicht zur Eurozone zählen, stiegen die deutschen Warenausfuhren um 9,0 Prozent  auf 42,5 Milliarden Euro.

Wachstumsspitzenreiter bei den deutschen EU-Exporten war Schweden mit einem Zuwachs binnen Jahresfrist von 14,5 Prozent (4,4 Milliarden Euro), gefolgt von der Tschechischen Republik mit 13,3 Prozent (6,0 Milliarden Euro) und Großbritannien mit plus 12,9 Prozent (14,3 Milliarden Euro). Rückläufige Ausfuhren verzeichneten deutsche Exporte dagegen im Handel mit Dänemark. Hier gingen die Exporte um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 3,2 Milliarden Euro deutlich zurück.

Deutlicher Rückgang der Importe aus den USA

Bei den Einfuhren verzeichnete das Statistische Bundesamt ebenfalls im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg von nominal 5,6 Prozent und preisbereinigt 7,6 Prozent auf 181,9 Milliarden Euro. Am stärksten legten dabei die Ausfuhren aus dem außereuropäischen Ausland zu, die sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,9 Prozent auf 77,6 Milliarden Euro erhöhten. Die größten Zuwächse verzeichneten die Statistiker einfuhrseitig hier aus Nordkorea (+40,7%), Russland (21,1%) und China (+20,4%). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen dagegen sind die Einfuhren aus Norwegen (-18,5%) und den USA (-12,4%).


Aus den Mitgliedsländern der EU erhöhten sich die deutschen Importe ebenfalls deutlich. Hier stieg das Einfuhrvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent auf 104,3 Milliarden Euro. Die höchsten Zuwächse bei den Einfuhren entfielen dabei auf die Nicht-Eurozone-Länder, deren Warenlieferungen nach Deutschland sich binnen Jahresfrist mit einem Plus von 10,8 Prozent auf 33,6 Milliarden Euro rund dreimal so stark erhöhten wie die deutschen Importe aus der Eurozone, die im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 3,1 Prozent auf 70,8 Milliarden stiegen.

Am stärksten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegt haben die Warenlieferungen aus Polen (+16,6%), Schweden (+14,8%) und Ungarn (+14,3%) sowie bezogen auf die Eurozone aus den Niederlanden und der Slowakei (jeweils +9,1%). Kräftig gesunken sind die deutschen Einfuhren dagegen im ersten Quartal aus Dänemark (-10,3%). Rückläufige Importe registrierte das Statistische Bundesamt zudem aus Frankreich, dessen Wareneinfuhren nach Deutschland im ersten Quartal mit 14,4 Milliarden Euro um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen.

[Quelle: Destatis]
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