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News, 23.07.2010
Arbeitsmarkt
Weniger atypische Beschäftigungsverhältnisse
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat im vergangenen Jahr zu einem Rückgang der atypischen Beschäftigung in Deutschland geführt, allen voran der Zeitarbeit.

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) befanden sich im Jahr 2009 rund 7,6 Millionen Personen in Deutschland in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Das waren 130.000 bzw. 1,7 Prozent weniger atypisch Beschäftigte als im Jahr 2008. Geschuldet war der Rückgang in erster Linie dem Abbau von befristet Beschäftigten sowie Erwerbstätigen im Bereich der Zeitarbeit.

Wie aus der Erhebung hervorgeht, zeichnete sich bei den atypischen Beschäftigungsformen - befristete und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, Teilzeitarbeit bis zu 20 Wochenstunden sowie Zeitarbeit – im vergangenen Jahr eine unterschiedliche Entwicklung ab. Den stärksten relativen Rückgang der Beschäftigung gab es in der Zeitarbeit.

Am stärksten wirkten sich die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Beschäftigung in Zeitarbeit aus, wo die Zahl der Erwerbstätigen 2009 um 8,5 Prozent auf 560.000 sank. Eine rückläufige Entwicklung gab es zudem bei den befristeten Beschäftigungsverhältnissen, deren Zahl mit gut 2,6 Millionen gegenüber 2008 um 3,3 Prozent zurückging. Die Zahl der geringfügig sowie in Teilzeit Beschäftigten hingegen blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. „Diese Entwicklung macht deutlich, dass vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung von den Unternehmen als Mittel genutzt wurden, flexibel auf die konjunkturellen Veränderungen zu reagieren“, so die Statistikbehörde.

Bei den sogenannten normalen Arbeitsverhältnissen - unbefristete, direkte Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit sowie in Teilzeit mit mehr als 20 Wochenarbeitsstunden - stieg die Beschäftigung mit rund 23 Millionen abhängig beschäftigten Erwerbstätigen sogar leicht an (+0,3%). Die Zahl der abhängig Beschäftigten insgesamt verringerte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,2 Prozent.

Allerdings waren Frauen und Männer von dieser Entwicklung sehr unterschiedlich betroffen: Während die Zahl der abhängig beschäftigten Frauen 2009 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent bzw. 177.000 anstieg, ging die der Männer um 1,5 Prozent bzw. 245.000 zurück. Dabei sank die Zahl der atypisch beschäftigten Männer um 5,4 Prozent und die der normal beschäftigten um 0,9 Prozent. Bei den Frauen blieb die Zahl der atypisch Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr hingegen nahezu stabil (-0,2%), während sich die Zahl der in normalen Arbeitsverhältnissen Beschäftigten um 2,1 Prozent erhöhte.

Grund für die unterschiedliche Entwicklung der Beschäftigung bei den Geschlechtern war dem Statistischen Bundesamt zufolge, dass der Beschäftigungsabbau vor allem Branchen mit einem hohen Männeranteil betraf. Hierzu zählte insbesondere das Produzierende Gewerbe und der Bereich Unternehmensdienstleistungen, die zusammengenommen einen Abbau von 190.000 atypischen Beschäftigungsverhältnissen verzeichneten. Anders im weiblich dominierten Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen: Hier stieg die Zahl der normal Beschäftigten um 141.000 und die der atypisch Beschäftigten um 31.000 an.

Jeder fünfte Arbeitnehmer atypisch beschäftigt

Trotz des leichten Rückgangs im Krisenjahr 2009 hat sich die atypische Beschäftigung in den vergangenen zehn Jahr um fast ein Drittel ausgeweitet. So stieg die Zahl der atypisch Beschäftigten in Deutschland von 1999 bis 2009 um 1,8 Millionen auf 7,6 Millionen an. Zugleich erhöhte sich der Anteil der atypisch Beschäftigten an der Gesamtzahl der abhängig Beschäftigten von 19,7 auf 24,8 Prozent.

Am stärksten von dieser Entwicklung betroffen sind Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation. So hat sich der Anteil atypisch Beschäftigter ohne anerkannte Berufsausbildung gemessen an allen Beschäftigten 2009 gegenüber dem Vorjahr erneut auf 40,4 Prozent erhöht (+0,6 Prozentpunkte). Bei den Erwerbstätigen mit Lehr- oder Berufsfachschulausbildung (24,6%) sowie bei jenen mit Fach- und Hochschulabschluss (17,9%) war die Entwicklung dagegen leicht rückläufig: Hier ging der Anteil um 0,5 bzw.  0,1 Prozentpunkte zurück.

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