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News, 11.09.2012
Arbeit zum Hungerlohn
Immer mehr Beschäftigte erhalten Niedriglohn
Niedriglöhne sind in Deutschland mittlerweile an der Tagesordnung – speziell in nichttarifgebundenen Unternehmen: Nach einer statistischen Erhebung arbeitet hier bereits ein knappes Drittel der Beschäftigten für einen Niedriglohn, also für ein Drittel oder weniger der Durchschnittlohns in Deutschland.
Den höchsten Anteil an Niedriglohn-Empfängern gab es 2010 im Taxisgewerbe sowie bei den Friseurinnen/Friseuren.
Den höchsten Anteil an Niedriglohn-Empfängern gab es 2010 im Taxisgewerbe sowie bei den Friseurinnen/Friseuren.

Der Anteil der Beschäftigten in Deutschland, die sich in ihrem Job mit Hungerlohn zufrieden geben müssen, ist binnen von vier Jahren um rund zehn Prozent gestiegen. Erhielten 2006 noch 18,7 Prozent der Arbeitnehmer in Betrieben mit zehn und mehr Beschäftigten in Deutschland einen Niedriglohn, galt dies 2010 bereits für mehr als jeden fünften Arbeitnehmer (20,6%). Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Struktur der Arbeitsverdienste 2010 hervor.  „Mit dieser Steigerung setzte sich ein längerfristiger Trend fort“, konstatierte Destatis-Präsident Roderich Egeler. Übertragen auf die Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland würde das bedeuten, dass im Jahr 2010 rund acht Millionen Arbeitnehmer einen Bruttostundenlohn von weniger als zwei Drittel des Medienverdienstes in ihrer Tätigkeit bekamen. 2010 bedeutete dies konkret einen Verdienst von weniger als 10,36 Euro brutto in der Stunde.

Atypische Beschäftigung treibt Niedriglöhne

Einen besonders hohen Anteil an Niedriglohn-Empfängern zeigt die Erhebung bei den so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Hierunter fallen Teilzeit-Tätigkeiten mit bis zu 20 Wochenarbeitsstunden, die Zeitarbeit, befristete Beschäftigungsverhältnisse und Mini-Jobs. Von jenen, die in einer dieser Formen einer Tätigkeit nachgingen, musste sich 2010 sogar rund jeder zweite Arbeitnehmer (49,8%) mit einem Niedriglohn begnügen. Bei den geringfügig Beschäftigten belief sich dieser Anteil 2010 sogar  auf 84,3 Prozent. Bei den Normalbeschäftigten, also Arbeitnehmern in unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden, lag der Anteil der Niedriglohn-Empfänger dagegen nur bei 10,8 Prozent.

Der Niedriglohnanteil hängt allerdings auch von der Branche respektive Tätigkeit der Arbeitnehmer ab. Den höchsten Anteil an Beschäftigten mit Niedriglohn weist die Statistik bei Taxisfahrer/-innen aus. Von ihnen kamen 87,0 Prozent im Jahr 2010 nicht über einen Niedriglohn-Verdienst hinaus. Ähnlich sah es im Friseur-Handwerk (85,6%) und Reinigungsgewerbe (81,5%) aus. Besonders weit verbreitet waren Niedriglöhne auch in Restaurants, Cafes und Gaststätten (77,3 %), in Wäschereien (73,6 %) sowie in Kinos (73,5 %). Aber auch die Tarifbindung in der Branche spielt eine große Rolle: Während bei den nichttarifgebundenen Arbeitgebern fast ein Drittel der Beschäftigten (31,8%) nur eine Niedriglohn erhielt, galt dies in den tarifgebundenen Unternehmen lediglich für 11,9 Prozent der Arbeitnehmer.

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