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News, 07.07.2008
Altersvorsorge
Die wichtigsten Eckpunkte zum neuen „Wohn-Riester“
Am 27. Juni hat das Eigenheimrentengesetz den Bundesrat passiert. Mit der Eigenheimrente („Wohn-Riester“) wird die staatliche Förderung für die private Altersvorsorge rückwirkend zum 01. Januar 2008 um weiteres Modell ergänzt. ­
Ab sofort kann jeder, der fürs Alter sparen möchte, steuerlich gefördert über das sogenannte „Wohn-Riester“-Modell auch in selbst genutztes Wohneigentum investieren. Grundlage hierfür bildet das neue Eigenheimrentengesetz, mit dem die Regelungen der Riester-Förderung zukünftig auch für selbst genutzte Wohnimmobilien gelten. Der nachfolgende Fragen- und Antwortenkatalog gibt Aufschluss über die wichtigsten Eckpunkte des neuen „Wohn-Riester“-Modells.

1. Für was kann ich die Wohn-Riester-Zulage nutzen?

Die staatliche Wohn-Riester-Sparzulage kann für den Erwerb und Bau einer selbst genutzten Immobilie, zur Tilgung eines entsprechenden Bau- bzw. Immobiliendarlehens oder auch oder zum Erwerb von Anteilen an Wohnungsgenossenschaften genutzt werden. Umbauten und Sanierungsmaßnahmen (z.B. Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder für altersgerechtes Wohnen) hingegen sind vom Wohn-Riester ausgeschlossen.

2. Welche Immobilien sind Wohn-Riester-fähig?

Um das „Wohn-Riestern“ in Anspruch nehmen zu können, muss die entsprechende Immobilie selbst genutzt werden, das heißt den Lebensmittelpunkt sowie den Hauptwohnsitz des Riester-Sparers bilden. Ein Mehrfamilienhaus, ein Haus mit Einliegerwohnung sowie eine Ferienwohnung oder ein Altersdomizil im Ausland sind daher nicht förderfähig.

3. Wie hoch ist die Wohn-Riester-Förderung?

Die Höhe der Förderung beim „Wohn-Riester“-Sparen beträgt ebenso wie bei allen anderen Riester-Produkten bis zu 154 Euro pro Jahr. Um in den Genuss der maximalen Förderhöhe zu kommen, müssen mindestens vier Prozent des Jahresbruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einbezahlt werden. Wird weniger gespart, reduziert sich die Riester-Zulage entsprechend. Darüber hinaus erhalten Förderberechtigte für jedes Kind eine Zulage von 185 Euro jährlich, für ab 2008 geborene Kinder beträgt die jährliche Zulage sogar 300 Euro jährlich. Darüber hinaus gibt es für Jugendliche unter 25 Jahren, die einen Riester-Vertrag abschließen, ab sofort einen Extra-Bonus in Höhe von einmalig 200 Euro, der direkt auf das Riesterkonto fließt.

4. Kann ich mein bereits angespartes Riester-Vermögen für Wohn-Riester verwenden?

Ja. Wer bereits über eine Riester-Rentenversicherung oder einen Riester-Bank- bzw. -Fondssparplan für das Alter angespart hat, kann künftig das angesparte Kapital entweder komplett oder aber maximal bis 75 Prozent der Summe für den Kauf, Bau oder die Entschuldung einer Immobilie einsetzen. Für die Jahr 2008 und 2009 gilt jedoch eine Sonderregelung, wonach das angesparte Guthaben mindestens 10.000 betragen muss, um bereits bestehendes Riester-Vermögen entnehmen zu können. Ein Entgegenkommen an die Versicherungswirtschaft, mit der vermieden werden soll, dass bauwillige Riester-Sparer nun alle auf einmal ihre Konten plündern. Ab 2010 gilt die Entnahmemöglichkeit unabhängig von der Höhe der bereits eingesparten Kapitals.

5. Müssen Entnahmen beim Wohn-Riester versteuert werden?

Ja. Ebenso wie bei allen anderen Riester-Produkten gilt auch beim Wohn-Riestern das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung, das heißt: In der Ansparphase sind die eingezahlten Beträge und Fördergelder (inklusive Zinsen) steuerfrei. Ab dem Renteneintritt sind die dann die Auszahlungen als Einkommen zum persönlichen Steuersatz versteuern. Da es sich beim Wohn-Riester jedoch um keine Rente im klassischen Sinne handelt, die besteuert werden könnte, wird beim Wohn-Riestern ein fiktives „Wohnförderkonto“ eingerichtet, auf dem die Zuschüsse fürs das Wohneigentum zuzüglich jährlich zwei Prozent erfasst werden. Die Gesamtsumme ist dann beim Renteneintritt wahlweise entweder als Einmalzahlung oder aber über 25 Jahre hinweg zu versteuern. Entscheidet sich der Sparer dafür, den Steuerbetrag auf einmal zu begleichen, erhält vom Fiskus 30 Prozent Rabatt und er muss nur 70 Prozent des auf dem Wohnförderkonto registierten Kapitals versteuern. Im Gegenzug verpflichtet sich der Rentner, 20 Jahre lang seine mit Wohn-Riester finanzierte Immobilie nicht zu veräußern.

Hinweis: Wird ein mit Wohn-Riester finanziertes Wohneigentum innerhalb der ersten zehn jahr nach Eintritt in den Ruhestand veräußert, sieht das Eigenheimrentengesetz eine Strafsteuer in Höhe des 1,5fachen Betrags des auf dem Wohnförderkonto erfassten Kapitals vor. „Experten sprechen von einer „schädlichen Verwendung“ des Riester-Darlehens. Nicht schädlich ist es, wenn für das geförderte Objekt binnen vier Jahre nach Verkauf durch eine neue Immobilie ersetzt wird“, so der Focus in einem aktuellen Bericht.

6. Gibt es spezielle Wohn-Riester-Angebote bzw. –Produkte/-Versicherungen?

Noch nicht, aber bald. So dürfen Bausparkassen und Wohnungsbaugesellschaften ab sofort zertifizierte Riester-Verträge anbieten, die die klassische Riester-Förderung mit dem Bausparen kombinieren. Wie die Online-Ausgabe des Focus berichtet, wollen die Bausparkassen mit den ersten Produkten im Herbst auf den Markt kommen. Da die Anbieter von Wohn-Riester-Produkten nach dem Eigenheimrentengesetz verpflichtet seien, einen einheitlichen und konkret in Euro bezifferten Effektivzins anzugeben, sei nach Auskunft von Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen im Rahmen der Eigenheimrente„ein Schummeln bei der Preisangabe“ nicht möglich. Wie das ZDF meint, gelte dennoch auch beim Wohn-Riestern der Grundsatz: Eine Immobilie muss man sich leisten können. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte die Finanzierung daher nach Meinung der ZDF-Experten so ausgelegt sein, dass sie auch ohne die Riester-Zulagen tragfähig wäre. „Wer sie sich auch ohne die Riester-Förderung leisten könnte, für den werden die in den nächsten Monaten auf den Markt kommenden "Wohn-Riester"-Angebote wahrscheinlich eine attraktive Alternative zu den bereits vorhandenen Produkten sein“, so das ZDF in seiner Online-Ausgabe.

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