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Kolumne
Wachstumstreiber, 29.11.2011
Manroland
Falsch positioniert in die Insolvenz
Der Druckmaschinenhersteller Manroland meldete dieser Tage Insolvenz an. Formal, weil das Geld fehlt. Doch schlimmer ist die fehlende, zukunftsfähige Positionierung – sie veranlasste auch den letzten Investor zum Absprung.
Dem Unternehmen Manroland, das in den vergangenen fnf Jahren seinen Umsatz nahezu halbierte, fehlt seit Jahren eine berlebensfhige Marktposition. Die Wettbewerber Heidelberger Druckmaschinen und Koenig & Bauer knnen sich kurzfristig ber einen preisaggressiven Konkurrenten weniger am Markt freuen, doch auch sie kmpfen mit sinkenden Umstzen und Gewinnen und dem Problem der international erfolgreichen Positionierung.

Eine passende Nischenstrategie wre es, weltweit nicht gegeneinander, sondern miteinander aufzutreten. Jeder als Spezialist fr ein klar umgrenztes Marktsegment. Mit mglichst wenigen berschneidungsbereichen zum nationalen Wettbewerb.

Statt die eigene Marke zu pushen, gilt es „Deutschland als Systemlieferant fr exzellente Druckpoduktionen“ zu positionieren. So wie es das Vorzeige-Beispiel  „Packaging Valley Germany“, eine Initiative von Verpackungsmaschinenherstellern aus der Region Crailsheim, die zusammen rund 7.000 Mitarbeiter beschftigt, seit einigen Jahren erfolgreich vormacht. Statt sich gegenseitig das Geschft wegzunehmen, versucht diese Kooperation einen mglichst groen Anteil der weltweiten Auftrge in die Region zu holen.

Auch die weltberhmte deutsche Automobilindustrie kommt mit der asiatischen Konkurrenz klar: Weil die Positionierung stimmt. Es ist klar, wer welche Bedrfnisse, welche finanziellen Mglichkeiten und welche Nutzungsgewohnheiten bedient. 

Um in einem harten Kampf gegen Internet und asiatische Konkurrenten, wie ihn die deutschen Druckmaschinenhersteller erleben, zu bestehen und eine konsequente, arbeitsplatzerhaltende Strategie auf die Beine zu stellen, ist ein eindeutiges Credo ntig, das lautet: echte Kooperation.

Doch solange vor allem angeschlagene Unternehmen weiterhin meinen, alleine klar zu kommen und mit dem Kopf durch die Wand zu mssen, ist die Gefahr der Insolvenz nicht gebannt. Dies gilt ganz konkret sowohl fr die hoffentlich wiederbelebbare manroland AG als auch fr die verbleibenden Kollegen am deutschen Markt.

Das Gebot der Stunde lautet daher, aufeinander zuzugehen, Marktfelder zu definieren und zuzuordnen, Vertriebs-, Entwicklungs-, Produktions- und Servicekapazitten miteinander abzustimmen und einen neuen Masterplan fr die Marktbearbeitung mit einer neuen Botschaft zu kreieren.
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