VOLLTEXTSUCHE
News, 15.09.2006
IT und Telekommunikation
Betreiber haften für unverschlüsseltes WLAN
Betreiber eines WLAN-Funknetzes können haftbar gemacht werden, wenn Dritte einen darüber erreichbaren Internetanschluss zu illegalen Aktivitäten missbrauchen.
Ein jetzt bekannt gewordenes Urteil des Landgerichts Hamburg weist den Inhabern ungeschtzter WLAN-Zugnge eine entsprechende Strer-Haftung zu.

In dem konkreten Fall hatte ein Musikverlag eine einstweilige Verfgung gegen eine Betreiberin eines nicht verschlsselten WLANs erwirkt, ber deren Internet-Anschluss mehr als 240 urheberrechtlich geschtzte Musikstcke mittels eines Filesharing-Dienstes in Umlauf gebracht wurden. Die Inhaberin wollte weder eine kostenpflichtigen Abmahnung durch den Rechteinhaber akzeptieren noch eine Unterlassungserklrung abgeben, da weder sie noch der in ihrem Haushalt lebende Sohn die beanstandeten Musikdateien angeboten htten. Zudem habe sie nach dem Erhalt der Abmahnung das WLAN durch ein Passwort geschtzt, sodass eine Wiederholungsgefahr nicht gegeben sei. Diese Reaktion reichte dem Rechteinhaber jedoch nicht, der daraufhin eine einstweilige Verfgung beantragte, gegen den die Frau Einspruch erhob.

Das LG Hamburg wies diesen Einspruch nun jedoch ab und besttigte die einstweilige Verfgung. Die Richter sahen eine Strer-Haftung der Anschluss-Inhaberin als gegeben an, unabhngig davon, ob nun unbekannte Dritte die beanstandeten Dateien zum Download angeboten htten oder ob dies lediglich eine Schutzbehauptung sei.

Nach 1004 BGB sei die Anschlussinhaberin als Strer fr Schutzrechtsverletzungen haftbar zu machen, da sie ihre Prfungspflichten verletzt habe. Im vorliegenden Fall sei dies dadurch geschehen, dass die Frau das Funknetz unverschlsselt betrieben habe, wodurch es Dritten ermglicht wurde, den WLAN-Zugang zum Internet zu nutzen und dabei Rechtsverletzungen zu begehen.

Es sei zudem allgemein bekannt, dass ungeschtzte WLAN-Verbindungen von Dritten missbraucht werden knnen, sodass Betreiber von WLAN-Netzen entsprechende Prf- und Handlungspflichten htten. So sei es zumutbar, dass bei der Einrichtung eines WLAN-Netzes Rat von Fachleuten eingeholt werde, um ausreichende Absicherungsmanahmen gegen den Missbrauch durch Dritte zu treffen.

Tipp

Genaue Angaben darber, welche Schutzmanahmen WLAN-Betreiber ergreifen mssen, macht das Urteil nicht. So bleibt unklar, ob etwa die mittlerweile als nicht zuverlssig bekannten Verfahren WEP und WPA als ausreichender Schutz gelten knnen oder nicht. Betreiber von WLANs sollten im Zweifelsfall daher auf die neueste Sicherheitstechnik WPA2 aufrsten, um alle Eventualitten ausschlieen zu knnen.

Quelle / Urheber dieses Beitrages:
WRS Verlag fr Wirtschaft,
Recht, Steuern GmbH & Co.
ZUM AUTOR
ber Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co KG
Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co KG
Hindenburgstraße 64
79102 Freiburg

+0761-3683-0
WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG