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Fachartikel, 05.09.2018
Überlegt zum Sprung in die Wolke ansetzen
Erfolgsfaktoren bei IT-Migrationen in die Cloud
Der Geschäftserfolg von Unternehmen ist eng mit der Cloud verbunden. Diese Meinung vertreten vier von fünf IT-Entscheidern in einer aktuellen Citrix-Umfrage. Peter Wüst, Senior Director Cloud Infrastructure and Cloud Data Services EMEA bei NetApp, erläutert, wie Unternehmen benötigte IT-Leistungen ermitteln und mit den Angeboten der Cloud-Service-Provider vergleichen können.

Bis 2025 wird die Cloud-Nutzung so fest im Geschftsalltag verankert sein, dass es Wichtigeres gibt, als ber die Cloud zu reden. Diese Prognose teilt ein Fnftel der deutschen IT-Entscheider in einer aktuellen Umfrage, die der amerikanische Softwareanbieter Citrix durchgefhrt hat. Noch besteht viel Redebedarf. Zum Beispiel, ob sich eine Private, Hybrid oder Multi-Cloud am besten eignet. Das hngt vom Branchenumfeld, den Geschftsaktivitten, Geschftszielen, IT-Anforderungen und -Budget sowie dem IT-Know-how der Belegschaft ab. So kann es den weltweiten Vertrieb einer Firma verbessern, wenn allen Vertriebsmitarbeitern ein Reporting-Tool zur Verfgung steht. In dem Fall ist es sinnvoll, diesen Workload in der Cloud zu betreiben. Einrichten lsst sich zudem ein On-Premises-Arbeiten, in dem die Vertriebsprofis die eigentlichen Reports lokal erstellen und im jeweiligen Rechenzentrum am Standort ablegen.

Selbst fr dieses Beispiel gilt der Grundsatz: Vor einer Cloud-Migration sollte ein Unternehmen eine Cloud-Strategie entwerfen. Eine Geschftsanalyse hat deshalb initial aufzudecken, wo noch Geschftspotenzial steckt und wo sich Kernprozesse verschlanken sowie digitalisieren lassen. Oft drngt sich die Frage auf, ob eine SAP-Anwendung besser weiter im eigenen Rechenzentrum luft oder ob ein schlankeres Customer-Relationship-Management (CRM) aus der Cloud ausreicht. Einen Teil der Antwort liefert eine IT-Bestandsaufnahme.

Bestand aufrumen und entrmpeln

Im Ergebnis der Inventur wei eine Firma, wann Hard- und Software abgeschrieben sind. Die Bestandsaufnahme unterteilt auerdem die Applikationslandschaft in Anwendungen, die 1:1 in eine Public Cloud verschoben werden knnen oder mssen. Bei einem knftigen Cloud-Betrieb bleibt zu klren, was die Firma neu programmieren oder kaufen muss. Verallgemeinern lsst sich im Vorfeld nicht, was auf jeden Fall in die Cloud gehrt. Beispielsweise verbleibt eine Anwendung aus Compliance-Grnden oder aufgrund von Gesetzesvorgaben besser im Rechenzentrum. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) verlangt von Unternehmen, transparente Prozesse fr den Datenumgang zu etablieren und zu dokumentieren. Die Verantwortung fr Datensicherheit und -schutz kann ein Unternehmen nicht an den Provider delegieren. Dennoch ist vieles im Fluss – und bewegt sich hin zum konformen Software as a Service (SaaS).

Im nchsten Schritt helfen Kennzahlen, pro oder contra Cloud zu entscheiden. ber die wichtigen Kenngren wie RPO (Recovery Point Objective) und RTO (Recovery Time Objective) legt ein Unternehmen fest, wie hochverfgbar seine Anwendung in der Cloud sein muss. Darf absolut kein Datenverlust eintreten, muss der Provider einen RPO von Null in den Service Level Agreements (SLAs) garantieren. Bei einem vereinbarten RTO von 60 Sekunden bleibt genau diese Zeit fr die Datenwiederherstellung.

Weitere wichtige Zeitfaktoren festlegen

Daneben sollte ein Unternehmen fr sich die Bereitstellungszeit definieren. Wie schnell eine Cloud-Struktur reagiert, lsst sich mit Provisioning-Metriken beurteilen. Aufschluss ber die Nutzerzufriedenheit gibt im Cloud-Betrieb, wenn eine Firma mehrere Messgren (Metriken) wie Workload-Performance, Bereitstellungszeit, Anzahl der Workloads und mittlere Zeit bis zum Ausfall (MTTF) kombiniert. So zeigt sich, ob Benutzer die erwarteten Ergebnisse erzielen.

Ob Cloud-Service-Provider die eigenen Leistungsansprche erfllen, gilt es als Nchstes zu berprfen. Genau anschauen sollten sich Unternehmen zuerst den Service-KPI (Key Performance Indicator) Verfgbarkeit. Steht in den SLAs eine Verfgbarkeit von 99,9 Prozent, kann ein Unternehmen die Cloud an durchschnittlich 42 Minuten pro Monat nicht nutzen. Cloud-Anbieter verwenden in der Regel ein Ticketing-System, um Probleme, nderungen und Hilfeanfragen zu beheben. Empfehlenswert ist, kurze Antwortzeiten des Cloud-Providers auf Anfragen in den SLAs festzulegen.

Kapazitts- und Kostenfragen

Ein Workload soll in der Cloud hochverfgbar und performant laufen, was eine bestimmte Speicherkapazitt erfordert. Der zu buchende Speicherplatz lsst sich jedoch heute um bis zu 70 Prozent mit Snapshot-Technologie, Datenkomprimierung, Deduplizierung und Cloning reduzieren. Dennoch gehrt die bentigte Performance und Speicherkapazitt in die SLAs.

Letztendlich entscheiden die Kosten darber, welche Cloud-Migration sich berhaupt rechnet. Fr einen geplanten SaaS wie Salesforce oder Office 365 fllt es leicht, die Kosten zu ermitteln. Diese sollten unter denen der abzulsenden Inhouse-Leistung liegen. Ansonsten hat sich bewhrt, fr die monatlichen Cloud-Betriebskosten nach Benutzern und Geschftsgruppen aufzuschlsseln. So ist es spter einfach, Abweichungen von der vorhergesagten Cloud-Nutzung festzustellen. Ein regelmiger Vergleich von Infrastrukturkosten, die das lokale Rechenzentrum verursacht, mit den Cloud-Betriebskosten weist auf steigende oder sinkende Cloud-Akzeptanz hin.

Perspektivisch an das Datenmanagement denken

Die IT-Bestandsaufnahme und der Kennzahlenabgleich fhren zu den Anwendungen und Services, die in der Cloud wirtschaftlich laufen. Das Ergebnis kann die Aussicht auf effizienten Software- und Technologieeinsatz, Datenanalyse in Echtzeit, eine bessere unternehmensweite Zusammenarbeit, agiles Entwickeln von Apps, ein auf knstlicher Intelligenz basierender Kundeservice oder eine vernetzte Produktion sein, die sich auf maschinelles Lernen sttzt. Unternehmen sollten vor der Cloud-Migration bedenken, dass sie fr hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen eine Lsung brauchen, mit der sich ihre Enterprise-Workload-Daten einfach managen und schtzen lassen. Zudem ist eine Synchronisation der Daten, die On-Premises und in der Cloud genutzt werden, erforderlich, was sich ber Datenmanagementplattformen realisieren lsst. Im Idealfall setzt die akribische Cloud-Vorbereitung in einer Firma eine Spirale in Gang, die kontinuierlich neuen digitalen Service produziert.

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ber Peter Wüst
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Peter Wüst ist Senior Director Emerging Solutions und Innovation Group EMEA von NetApp. Führende Unternehmen auf der ganzen Welt setzen auf NetApp Software, Systeme und Services für das Management und die Speicherung ihrer Daten. ...
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