VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Mit „light“ Produkten „leicht“ zunehmen?

(PM) , 15.08.2007 - (fet) – Weisen die allseits propagierten „Diät“- Lebensmittel eine Mitschuld an der zunehmenden Problematik des Übergewichts auf? Ein kanadischer Wissenschaftler zeigte anhand eines Tierexperiments den Mehrverzehr an Kalorien durch „light“ Produkte.

Obwohl eine Übertragung der Erkenntnisse aus Tierstudien auf den Menschen oft problematisch ist, liefern die Forschungen von David Pierce und seinen Mitarbeitern von der University of Alberta in Kanada erste Ansätze zwischen dem Konsum von „Diät“- Lebensmitteln und Übergewicht. Im Versuch fütterten die Wissenschaftler über 16 Wochen lang alte und junge Ratten mit „light“ Produkten. Im Anschluss erhielten die Tiere die selben Nahrungsmittel in der normalen Kalorienvariante. Das Resultat: Besonders die jungen Ratten nahmen weit über ihren Bedarf hinaus Kalorien zu sich und somit an Gewicht zu. Als Grund vermuten die Forscher die Veränderung der natürlichen Hunger- und Sättigungsregulation (1).

„Diät“ - Lebensmittel bevölkern schon seit Jahren die Regale der Supermärkte und lassen den Verbraucher mit Beinamen wie light, extra leicht, zero, lineé, légère oder mit Wellnessversprechungen wie active, balance, extrafit, fitness, vital oder bio in dem Glauben seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Doch was bedeutet eigentlich „light“? Der Begriff "light" heißt übersetzt "leicht" und kann neben fettarm beziehungsweise fettreduziert aber auch leicht bekömmlich, leicht verdaulich oder luftig und locker ausdrücken. Übertragen auf die Lebensmittelindustrie bedeutet light, fettreiche Lebensmittel oftmals im Austausch mit beträchtlichen Zuckermengen als fettreduziert anzubieten oder zuckerreiche Lebensmittel mit Zuckeraustauschstoffen anzupreisen.

Was zum einen gut klingt, birgt auch Nachteile. Einerseits kann ein zu hoher Konsum an gesüßten Lebensmitteln die geschmacklichen Vorlieben und demzufolge das Verlangen nach Süßem verändern, unabhängig davon ob reiner Zucker oder Süßstoffe zum Einsatz kommen. Andererseits besitzen Fette sättigende Effekte, folglich ist bei „light“ Varianten ein Mehrverzehr vorprogrammiert.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass von "light“ Produkten generell abzuraten ist. Für übermäßige Kaffeetrinker kann Süßstoff eine durchaus sinnvolle Alternative zum Zucker oder zuckerfreie Kaugummis in puncto Karies sein. Jedoch sind kalorienarme „light“ Produkte keine Garantie fürs Schlankbleiben oder ein Konzept zum Abnehmen, wenn eine Ernährungsumstellung ausbleibt. 2.499 Zeichen

Redaktion: Anja Baustian

Literatur:
(1) W. David Pierce. Obesity. Vol. 15; Aug 2007; 1969-1979. PhD, department of sociology, Alberta Institute of Human Nutrition, University of Alberta, Edmonton, Alberta, Canada
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
An den Frauenbrüdern, 2
52064 Aachen
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG