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EZB kauft nun auch Covered Bonds

Japanisches Szenario, Covered Bonds und der Hochmut
(PM) Heidelberg, 09.11.2014 - Die Kreditvergabe in der europäischen Peripherie gestaltet sich seit geraumer Zeit mehr als schwierig. Die EZB hat deshalb, und auch zwecks der Entlastung der Bankbilanzen, Pfandbriefkäufe in einem Gesamtvolumen von etwa 1,7 Mrd. Euro getätigt. Nach dem Vorstoß in den Bereich der privaten Anleihen hat die Europäische Zentralbank nun auch Kreditverbriefungen auf ihrer Einkaufsliste.

Draghi ist endgültig bereit eine weitere Aufblähung der Bilanz um eine Billion Euro vorzunehmen. Ob der Markt überhaupt in der Lage ist dieses Volumen zu absorbieren steht gegenwärtig auf einem anderen Blatt. Früher oder später wird sich das End Game um die massiven Staatsverschuldungen in groß angelegten Staatsanleihekäufen niederschlagen.

Für gewöhnlich sollten Staaten in der Lage sein aus ihren Schulden herauszuwachsen. Jedoch hat sich die abzeichnende Konjunkturflaute im gemeinsamen europäischen Währungsraum mittlerweile insbesondere in der langanhaltenden Jugendarbeitslosigkeit niedergeschlagen und zwar in solchen Dimensionen, dass man die Wahrheit nicht mehr verschleiern kann und auch nicht mehr verschleiern darf.

Selbst der EZB-Ratsmitglied Nowotny sprach erst kürzlich in diesem Zusammenhang von einem möglichen "japanischen Szenario" in Europa. Hierbei werden niedrige Inflationsraten von einem geringen Wachstum begleitet. Die unmittelbare Folge ist das Verharren auf niedrigen Produktionsoutputs, was den Arbeitsmarkt auf die Dauer schwächt und zu einem Einstellungsstopp beziehungsweise Entlassungen führt.

Beschäftigungsabbau wird fortgesetzt

Auch die Berliner Konjunkturforscher vom DIW kamen bei Ihrem Monatsbericht zum selben Ergebnis. Insbesondere würde sich die Vielzahl der gegenwärtigen geopolitischen Krisen hemmend auf das Ausgabeverhalten mit Investitionscharakter auswirken. In der Bundesrepublik habe das verarbeitende Gewerbe im großen Maße gelitten, etwas Rückendeckung bekommt die deutsche Wirtschaft dennoch vom starken privaten Verbrauch. Was aber unterm Strich bleibt ist der weitere Beschäftigungsabbau in der größten Volkswirtschaft der EU.

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. So könnte man das gegenwärtige Tauziehen innerhalb Europas ganz gut zusammenfassen. Die starke Abwertung des Rubels hat die russischen Währungshüter zu einem besonders drastischen Schritt veranlasst. Die Zentralbank Russlands erhöhte den Leitzins am vergangen Freitag um satte 150 Basispunkte. Das ist das Dreifache vom Zinsschritt, der im Vorfeld von den Marktteilnehmern erwartet worden ist, zumal die letzte Steigerung erst Ende Juli erfolgt war.

Zu dem damals vollzogenen Schritt um 50 Basispunkte wird die Kreditvergabe jetzt erheblich gedrosselt werden, was die russische Konjunktur, obgleich die Inflation zukünftig gering ausfallen dürfte, zusätzlich belasten wird.

Die Märkte sahen den russischen Leitzins von momentan 9,5 Prozent jedenfalls ziemlich gelassen. Nach anfänglichen Zugewinnen des Rubels gegen den festgelegten Währungskorb ist es zu weiteren Abgaben der russischen Währung gekommen. Der russische Staat sitzt dennoch auf einem ziemlich dicken Devisenpolster, die privaten Verschuldungsquoten sind relativ niedrig. Wie sieht das anderswo aus?

Bank of Japan folgt dem globalen Trend

Das japanische Inflationsziel von anvisierten 2 Prozent hat sich einmal mehr als ein schönes Marktmärchen herausgestellt, was den Appetit der japanischen Notenbank auf die Regierungsanleihen zukünftig erheblich steigern wird. Aber auch Immobilien- und Aktienfonds befinden sich jetzt auf der Einkaufsliste der japanischen Währungshüter.

Ein Schelm, wer einen Ausverkauf des japanischen Staates darin sieht. Mit rund 7 Billionen Yen ist die japanische Notenbank mittlerweile der drittgrößte Stakeholder Japans, weitere 3 Billionen Yen kommen bald hinzu. Durch die jährlich wachsende Geldbasis dürfte sich der Ausverkauf beschleunigen und zwar um 80 Billionen zusätzliche Yen jährlich.

Der globale Trend ist unübersehbar, auch in Europa. Der gemeinsame europäische Währungsraum, der mit dem Geburtsfehler einer Verschuldungsspirale, verstärkt durch die fehlende Kontrolle einer Zentralregierung, auf die Welt gekommen ist, setzt jetzt zunehmend auf die Austeritätspolitik. In Frankreich und Italien wird sich der Vermögenstransfer von unten nach oben auch im Jahr 2015 ungebrochen fortsetzen.

Geplante Einsparungen im französischen Sozialhaushalt beziffern sich nach dem letzte Woche erfolgten Beschluss auf nahezu zehn Milliarden. Demokratie ist gut, wenn man die Stimmen hat, das Gute durchzusetzen, dies dürften sich auch die 245 französischen Abgeordneten, die sich bis zuletzt gegen den Beschluss gestemmt hatten, gedacht haben.

Dies ist ein Exzerpt aus dem Smartest Finance-Blog.
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