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Pressemitteilung

Besuch der Kinder ehemaliger Zwangsarbeiter beim ASB München

Ende April 2015 begrüßte der ASB München 13 Besucher aus der Ukraine. Unter den Gästen befanden sich sechs Kinder ehemaliger NS-Zwangsarbeiter, die in Bayern die Erlebnisse ihrer Eltern aufarbeiten wollten.
(PM) München, 07.05.2015 - Für die 72jährige Ljubow Sachno handelte es sich um eine besonders bewegende Reise in die Vergangenheit. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte die Ukrainerin die Gelegenheit, das Grab ihres Vaters zu besuchen.

Erst einige Wochen vor ihrer Reise hat der ASB München das Grab ihres Vaters ausfindig gemacht. Er und seine Frau haben während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter in einer Fabrik bei Nürnberg gearbeitet. Im Alter von 20 Jahren wurde er im Lager so heftig zusammengeschlagen, dass er an den Folgen der Verletzungen starb.

Ljubow Sachno kam Anfang 1943 in Nürnberg zur Welt. Weil ihr Vater starb, als sie 10 Monate alt war, hat sie keine bewussten Erinnerungen an ihn.

Sie besitzt nur ein Foto von ihm, auf dem er sie auf dem Arm hält und viele Erzählungen von ihrer Mutter.

Nach dem Besuch am Grab ihres Vaters wirkte Ljubow Sachno erleichtert und erlöst. Nach der langen Suche nach ihrem Vater, konnte sie nun endlich von ihm Abschied nehmen.

Die Gäste aus der Ukraine machten einen Tagesausflug nach Nürnberg. Dort begrüßte sie Bürgermeister Christian Vogel. Auch der ASB Landesverband Bayern freute sich über den Besuch der Gäste und führte die Ukrainer zu relevanten Stellen des NS-Regimes, wie dem Reichsparteitagsgelände oder dem Saal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattgefunden haben.

Nachdem Christine Strobl, die dritte Bürgermeisterin von München die Gäste willkommen geheißen hatte, suchten die Ukrainer auch in München und Umgebung relevante Orte der NS-Herrschaft auf. So besuchten sie z.B. das ehemalige Konzentrationslager in Dachau oder das ehemalige Zwangsarbeiterlager in München-Neuaubing.

Weil die ukrainischen Gäste bei ihrem Besuch aber auch die Menschen und die Kultur von Bayern kennen lernen sollten, nahmen sie zum einen an einer Stadtführung durch die Bayerische Hauptstadt teil. Auch waren sie fasziniert von den Schlössern in Nymphenburg und in Oberschleißheim. Einige Gäste freuten sich besonders über die Seenschifffahrt auf dem Königssee oder einfach über die Einkaufsmöglichkeiten in München.

Nach einer ereignisreichen Woche reisten die 13 Besucher am 04. Mai wieder zurück in die Ukraine.

Auch in Zukunft wird der ASB München den Kontakt zum ASB Kiew und zu den Kindern der ehemaligen Zwangsarbeiter aufrechterhalten. Voraussichtlich werden diese erneut nach Bayern kommen, sobald das ehemalige Zwangsarbeiterlager in München–Neuaubing zum Erinnerungsort des NS-Dokumentationszentrums München erklärt worden ist.
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