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Fachartikel, 06.12.2012
Nachfolgeregelung
Von der ersten Ahnung zur konkreten Unternehmensnachfolge
Betriebsübergaben im Mittelstand könnten reibungslos erfolgen, wären da nicht allzu oft emotionale Blockaden auf Seiten des Unternehmers. Die Nachfolgeregelung ist eine rationale Angelegenheit, die dann gelingt, wenn der Senior bereit ist, loszulassen und sich mutig auf einen neuen Lebensabschnitt einzulassen.
Holger P. ist 56 Jahre alt und er ist erfolgreicher Unternehmer eines Przisionsdrehteile-Betriebes in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Die Bilanzen lassen jeden Banker und Steuerberater zu nachhaltigen Lobeshymnen anstimmen. Die Auftragsbcher sind bis Ende 2014 gut gefllt. Die Auslieferung der georderten Ware funktioniert genauso „on time“ wie die der Produkte aus dem mittelstndischen Betrieb mit 85 Mitarbeitern. Der kerngesunde Unternehmer in Saft und Kraft besuchte krzlich eine Fachmesse in Frankfurt. Beim Bummel durch die Messehallen stoppte er en passent an einer Podiumsdiskussion mitten im Menschengewirr. Das Thema des Moderators der Handwerkskammer: „Unternehmensnachfolge – lieber frher als zu spt“. Der dynamische Unternehmer war bereits im Weitergehen begriffen, als er innehielt. Die Gesprchspartner des Moderators waren ein Business Coach, ein Unternehmensberater und ein 68-jhriger Unternehmer der Metallbranche aus dem benachbarten Kelsterbach.

Die persnliche Entscheidung zum Generationswechsel im Betrieb fllt meist schwer

Der alte Unternehmer rsonierte ber die unglaublich schwere Entscheidung, sich altersbedingt von seinem Betrieb getrennt zu haben. Er berichtete ber die jahrelangen qulenden Diskussionen und Verwerfungen von bergabephantasien, die er mit sich selbst und seiner Ehefrau gefhrt hatte. Anfangs fhlte er sich mit Ende 50 viel zu jung, an bergabe berhaupt nur zu denken. Anlass fr seine Gedanken war der frhe ungeplante Ausfall seines Freundes, der durch einen Schlaganfall mit Mitte 50 beinahe ber Nacht handlungsunfhig geworden war. Er hatte seinen Betrieb ohne Notfallplan gefhrt und somit in eine lebensbedrohliche Existenzkrise manvriert. Aber es ging ja nochmals alles gut. Holger P. horchte auf und dachte mit diffusen Gedanken an das Setzen seiner beiden Stents vor zwei Jahren. Auf der Bhne wandte der Business Coach ein, dass der Gesprchspartner neben ihm ein geradezu perfektes Beispiel fr viele Mittelstndler sei, die enorme Schwierigkeiten mit der Planung und Realisation der Nachfolgeregelung in ihren Betrieben htten.

Bei der Nachfolgeregelung fhrt Klarheit zum Ziel

Holger P. erinnerte sich, mit seinem Steuerberater bereits einmal beilufig nach seiner Herzoperation ber die Nachfolge seines Betriebes gesprochen, das Thema dann aber auf die undefinierte Zukunft verschoben zu haben. Der Unternehmensberater in der Talkrunde strich heraus, wie mhsam, wie beinahe unmglich die Entwicklung eines bergabekonzeptes sein kann, wenn der Unternehmer nicht wisse, was er wirklich wolle. Getrieben von ngsten und Zweifeln, sogar von nachhaltigen Verwirrungen, die sich auf den Alltag bertragen hatten, berichtete der „grand senieur“ auf der Bhne. ber Jahre habe er eine aktive Abwehrhaltung gegenber allen bergabegedanken und –Ansten von auen entwickelt. Er gestand, richtig zornig geworden zu sein, wenn seine Familie dieses Thema im internen Kreise angesprochen habe. Schlielich habe seine Ehefrau sich an den Steuerberater des Unternehmers gewandt und habe ihn mit ins Boot geholt. Auf diese Weise habe sie versucht, ihren Mann quasi von auen zu einer Unternehmensbergabestrategie zu bewegen. Holger P. berichtete, dass er als nunmehr nachhaltig interessierter Zuhrer dieser Runde begann, uerst unruhig auf dem Stuhl hin und her zu rutschen. Er war erstaunt ber sich selbst. Warum hatte er seinen Messerundgang genau hier an dieser Stelle unterbrochen? Er gestand sich ein, mittendrin in seiner eigenen bergabeaufgabe zu sein. War er nicht selbst in eine stndig aktive Abwehr- und Selbsttuschungsstrategie verwickelt? Schob er nicht selbst die unaufhaltsam auf in zukommende Thematik vor sich her, aus Angst sein Lebenswerk eines Tages aufgeben zu mssen? Der Business Coach in dieser Runde fhrte aus, dass eine Unternehmensbergabe nicht selten einen agilen Manager genau an diesem Punkte erschttert. Schlielich geht es darum, sich selbst im bertragenen Sinne mit dem eigenen irdischen Ende auf diesem Planeten zu beschftigen. Schon alleine die Tatsache, nach der Unternehmensbergabe berhaupt keine Phantasie zu einer sinnstiftenden Ttigkeit im Alter entwickeln zu knnen, treibt noch rstige Manager und Unternehmer zur Verzweiflung.

Der Sparringpartner fr alle Flle bei der Unternehmensbergabe


Business Coach und Unternehmensberater sind sich einig. Wenn der Unternehmer in dieser wichtigen Lebenslage Hand in Hand mit einem Coach fr die „soft facts“, die emotionalen Belange, zusammenarbeitet und mit einem Unternehmerberater die „hard facts“, das heit alle konzeptionellen und planerischen Details in Angrifft nimmt, wird die Unternehmensnachfolge erfolgreich arrangiert werden knnen. Groe Zustimmung fr dieses Statement leistet der Alt-Unternehmer, der genau so letzten Endes die unternehmerische Kurve genommen hatte. Zunchst beraten durch einen Unternehmensberater wurde eine Vernunftentscheidung getroffen, die Nachfolge anzupacken. Anfngliche groe emotionale Turbulenzen veranlassten den Berater, dem Unternehmer das Hinzuziehen eines Business Coaches fr die persnlichen, emotionalen Angelegenheiten, anzuraten. Mit dem Abarbeiten der ganz intimen, stets verwirrenden ngstigenden Probleme an der Seite des Coaches kam der Durchbruch, konstatierte der Alt-Unternehmer. Holger P. erhob sich am Ende der Moderation mit der Gewissheit – wie er sagte – in dem Alten Herren ein Vorbild gefunden zu haben, wie er auch die bei ihm hnlich gelagerte Unternehmensnachfolge in Angriff nehmen werde. Er werde einen Business Coach und Berater konsultieren.
ZUM AUTOR
ber Georg-W. Moeller
GWM Business Coaching
Georg-W. Moeller ist zertifizierter Business Coach, IHK Oberbayern. Er begleitet Führungskräfte, Unternehmer, Manager in Phasen der beruflichen und persönlichen Neuorientierung. Mit Georg-W. Moeller als Sparringpartner werden Blockaden ...
GWM Business Coaching
Alpenrosenstraße 14
82194 Gröbenzell

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