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Fachartikel, 04.05.2015
Online-Falle Copyright
Bei Online-Content Urheberrechte beachten
Bilder, Videos, Musik und Texte – tagtäglich wird im Social Web schier endlos Online-Content produziert, veröffentlicht, geteilt und konsumiert. Dass mit dem Gros der Internetinhalte Urheberrechte verbunden sind, wird jedoch allzu häufig übersehen.

Das Internet bietet viel Platz fr Musik, Videos und Texte aller Art, die auf der eigenen Webseite oder den sozialen Netzwerken von den Usern geteilt werden mchten. Viele vergessen dabei aber oftmals, vor dem beliebten "sharen" zu berprfen, ob die Inhalte von ihnen geteilt werden drfen und was rechtlich eigentlich erlaubt ist. Schnell kann ansonsten die Abmahnung des Urhebers erfolgen, die im schlimmsten Falle mit einer enormen Geldstrafe verbunden ist. Fr Produzenten bedeutet dies, dass sie gegebenenfalls Unterlassungs-, Beseitigungs- oder Schadensansprche geltend machen knnen. Nachfolgend ein kurzer berblick zu hufigen Stolperfallen im Internet in Sachen Copyright bzw. Urhebberrecht:

Downloads

Fr den Eigengebrauch ist es erlaubt, Videos und Tonspuren von Videoplattformen anzuschauen. Ein erneutes Wiederhochladen und Verffentlichen ist rechtlich allerdings nicht gestattet. Eine Ausnahme bildet der Download bei sogenannten "offensichtlich rechtswidrigen Quellen", die Downloads grundstzlich verbieten. Beispiele hierfr sind Plattformen, die aktuelle Kinofilme zum Download anbieten. Auch bei YouTube tauchen mittlerweile immer fter Videofilme auf, dessen Upload nicht rechtmig ist. Daher sollte hier unbedingt Vorsicht geboten sein, diese herunterzuladen, um sich nicht strafbar zu machen.

Fremdes Material

Vor allem kleine Videoproduzenten greifen anfangs auf bereits im Internet vorhandenes Material wie Schnittbilder kleiner Videoszenen oder Hintergrundmusik zurck. Solange das Fremdmaterial vorerst fr den ersten Rohentwurf gedacht ist und keine Verffentlichung des Videos geplant ist, bewegt man sich auf der rechtlich sicheren Seite. Kritisch wird es allerdings ab dem Zeitpunkt, wenn das Werk publiziert werden soll. Insbesondere dann, wenn die im Video verwendete Musik GEMA*-pflichtige Musik ist. Alles was in diese Kategorie fllt, kann und wird von der GEMA abgemahnt, da diese einen Urheberrechtsversto darstellen. Daher sollte man bereits im Vorfeld auf potenzielle GEMA-Musik verzichten oder sich mit der bzw. dem Rechteinhaber in Verbindung setzen, um eine Genehmigung einzuholen.

Gebude

Ein Videodreh in privaten Rumlichkeiten oder auf einem Privatgrundstck bedarf immer einer Genehmigung. Solange nicht in die Rume von einem ffentlichen Gelnde gefilmt wird, ist dieses in Deutschland erlaubt. Vor allem Aufnahmen von Stdten, Sehenswrdigkeiten oder hnlichem sind unproblematisch, militrisches Sperrgebiet ist grundstzlich verboten.

Inhaltsrechte bei Videos

Werden Menschen gefilmt oder fotografiert gilt das "Recht am eigenen Bild", welches im allgemeinen Persnlichkeitsrecht verankert ist. Dieses Grundgesetz sichert, dass niemand ungefragt oder gegen seinen Willen Bildmaterial von sich findet. Vor allem dann, wenn das Gesicht zu sehen ist, bentigt man als Produzent die schriftliche Einverstndniserklrung fr die Bildnutzung. Hierbei gibt es jedoch auch Ausnahmen, wie beispielsweise der Wanderer, der als Teil einer Landschaft gefilmt oder fotografiert wird. Da eine Abgrenzung nicht immer einfach ist, empfiehlt es sich auf Statisten oder Schauspieler zurckzugreifen, von denen man vorab die Genehmigung erhalten hat.

Let's Play Videos

Let's Play bezeichnet das Vorfhren und Kommentieren des Spielens eines Computerspiels. Rechtlich gesehen verstoen diese Videos klar gegen das Urhebergesetz, da die Player beim Spielehersteller nachfragen mssten, wenn er das Spiel ffentlich wiedergeben mchte, insbesondere dann, wenn er dieses bei YouTube als Werbeeinnahme nutzt. Allerdings stehen viele Spielehersteller Let's Play offen gegenber, da sie kostenlos Werbung erhalten. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es jedoch ratsam, vorab die Genehmigung bei dem jeweiligen Hersteller einzuholen, da dieser sonst eine Teilhabe an den Werbeeinnahmen, Unterlassung oder Offline-Stellung des Videos verlangen kann. Im schlimmsten Fall knnen sogar Schadenansprche geltend gemacht werden.

Marken und Designs

In Videos sollten geschtzte Produkte, Designs und Markennamen nicht ohne weiteres verwendet werden, da Markenrechte ein enormes Konfliktpotential mit sich bringen. Die Inhaber wollen in der Regel kontrollieren, wie ihre Marke in der ffentlichkeit erscheint. Stellt das Unternehmen einem aber seine Produkte fr Reviews oder Testvideos zur Verfgung, darf man diese natrlich verwenden und auf seinem Kanal verffentlichen. Vertrge oder Vereinbarungen regeln im Vorfeld, wie die genaue Verwendung aussehen darf und soll. Erscheinen Marken jedoch nebenbei, gilt auch hier, dass dies in der Regel kein Problem darstellt. Ein lngerer Verbleib auf dem Markennamen kann hingegen schon problematisch werden, wenn das Unternehmen seine Markenrechte einfordert. Kleiner Tipp: Ein Aufkleber, der das Logo unkenntlich macht, kann hierbei schon der feine Unterschied sein, um das Unternehmen nicht auf den Plan zu rufen.

bersetzungen

Das Urhebergesetz umfasst auch bersetzungen, da diese eine Bearbeitung des ursprnglichen Videos darstellen. Vor allem wenn das bersetzte Video verffentlicht werden soll, wird die Genehmigung des Rechteinhabers bentigt. So drfen Videos beispielsweise von YouTube nicht heruntergeladen werden, um diese in die eigene oder eine andere Sprache zu bersetzen und erneut hochzuladen. Anbieter wie alugha stellen ber ihre Plattform sicher, dass Videoproduzenten entweder ausschlielich eigene Videos fr bersetzungen bzw. nur fremdproduzierte Videos verwenden, deren Rechtmigkeiten bzgl. der Nutzung von Seiten alughas im Vorhinein eingehend geprft worden ist. Erst dann darf ein multilinguales Video ffentlich gemacht werden.

Fazit

Wurde das gesamte Video von Anfang bis Ende selbst produziert, mit eigenen Inhalten und Musik, ohne fremde Menschen, Marken und Logos anderer Unternehmen, bewegt man sich auf der rechtlich sicheren Seite und hat keine Abmahnung oder hnliche rechtliche Schritte zu befrchten. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man zustzlich immer auf das Urheber- und allgemeine Persnlichkeitsrecht spezialisierte Rechtanwlte hinzuziehen, die einen vor Verffentlichung in Rechtsfragen untersttzen knnen. Die jeweiligen Kosten sind so immer noch deutlich geringer als eventuelle Rechtsstreitkosten. Foren sind hingegen mit Vorsicht zu verwenden, wenn keine Rechtskenntnisse bei den Teilnehmern vorhanden sind.

*Gesellschaft fr musikalische Auffhrungs- und mechanische Vervielfltigungsrechte

ZUM AUTOR
ber Bernd Korz
alugha GmbH
Bernd Korz ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der alugha GmbH. alugha ist Swahili und bedeutet wörtlich "eine Sprache". Das Familienunternehmen hat sich diese Bedeutung zur Mission gemacht und ...
alugha GmbH
O7, 17
68161 Mannheim

+49-621-490730–100
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