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Fachartikel, 09.04.2015
E-Stalking - ein Selbsttest
Wenn Arbeitgeber Mitarbeitern online nachspionieren
Timelines in Social Networks sind die Poesie-Alben der Neuzeit. Doch nicht nur Freunde sehen sie – auch Arbeitgeber können die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter durchsuchen. Davor kann man sich schützen.
Wrden Sie es wirklich merken, wenn Ihr Arbeitgeber Ihre Online-Aktivitten nachverfolgt? Was wrde er herausfinden? Ich habe den Selbsttest gemacht. Keine Sorge, dafr musste ich mich nicht in dubiose Hnde begeben, sondern war Versuchskaninchen eines offiziellen Experiments meines Arbeitgebers. Dessen Ziel war es herauszufinden, wie Nutzer selbst ihre „digitale Identitt“ schtzen knnen, damit bestimmte Informationen nicht von Personen gefunden werden, die diese nicht sehen sollen – wie dem Arbeitgeber.

Eigentlich bin ich online privat recht zurckhaltend – dachte ich. Ich nutze Facebook und Instagram sehr selten. Und wenn, dann mit strikten Privatsphre-Einstellungen, also so, dass nur meine Freunde Beitrge sehen. Dabei achte ich sehr darauf, nicht zu viel von mir preiszugeben – ganz im Gegensatz zu meinem ffentlich Profil und meiner sichtbaren Arbeit fr AVG, beispielsweise mein Twitter-Account. Daher sollten also nur wenige persnliche Informationen ber mich verbreitet sein.

Ein Test-Team begann die Suche und fand alte Beitrge aus der Print-ra sowie andere ffentliche Quellen. Diese vermittelten ihnen ein gutes Bild, wer ich bin, wo ich gelebt habe, sogar wie viel mein Haus wert ist und eine ganze Menge mehr. Viele dieser Daten sind in ffentlichen Registern und Archiven zu finden. Beispielsweise ist mein Grundstck in England im Whlerverzeichnis gelistet und im Handelsregister stehe ich als ehemaliger Aufsichtsrat einiger Unternehmen. Also eigentlich nicht verwunderlich – und trotzdem war es mir unangenehm, einen Teil meines Lebens so ausgebreitet zu sehen. Es sollte aber noch dicker kommen.

Denn mit diesen Informationsschnipseln konnte das Test-Team nun mit spezifischeren Suchbegriffen recherchieren und immer relevantere Artikel finden. So entstand rasch ein genaues Profil von mir inklusive Bildern, Familiendaten, Vermgen und vielen anderen, persnlichen Details. Dinge, die Sie wahrscheinlich genau wie ich als privat betrachten und nicht mchten, dass die Allgemeinheit sie sieht. Was knnen Sie und ich also tun, damit diese Daten auch privat bleiben und wir die Kontrolle ber sie behalten?

Fnf Tipps zum Schutz der „digitalen Identitt“

Heute ist es fast unmglich, keinen digitalen Fuabdruck zu hinterlassen, wenn man sich nicht komplett vom Netz abkoppeln und im Wald leben mchte. Wichtig ist daher, dass wir verstehen, was wir teilen, wie wir kontrollieren knnen, was online zu sehen ist und was Daten im Zweifelsfall fr Dritte wert sein knnen. Hier sind fnf einfache Tipps, um sicher zu gehen, dass Informationen nur dort zu finden sind, wo ich es als Nutzer will:

1. Datenschutzeinstellungen berprfen

Viele Informationen ber uns als Menschen finden sich in sozialen Netzwerken. Fotos, Posts, Gruppen und Kommentare sagen viel ber eine Person aus. Daher ist es wichtig, die Datenschutzeinstellungen so zu setzen, dass nur die Aktivitten fr andere sichtbar sind, von denen du willst, dass sie gesehen werden.

2. Google Alert einstellen

Google Alerts auf den eigenen Namen, sein Pseudonym oder „fake name“ sind hilfreich, um sich zeitnah darber auf dem Laufenden zu halten, was wo ber sich selbst verffentlicht wird. Sie informieren den Nutzer unmittelbar, sobald etwas ber ihn online erscheint.


3. Den Nutzernamen mit Bedacht whlen

Bei der Wahl des Nutzernamens bei Online Accounts, Web-Services oder der E-Mail-Adresse ist Vorsicht angesagt. Der Klarname oder auch nur Teile des richtigen Namens machen es einfacher fr Schnffler, jemanden zu finden und ein Profil aus den Daten zu erstellen – das Tor fr Identittsdiebstahl.

4. Alte Accounts lschen

Wenn alte Web-Accounts wie Foren, Blogs etc. nicht mehr genutzt werden, sollten diese gelscht oder deaktiviert werden, sofern dies mglich ist. Daten dieser Dienstleistungen bleiben dort nahezu unendlich verfgbar und knnen mit einer einfachen Suche auch nach Jahren noch gefunden werden.


5. Kreuzchen setzen mit Vorsicht

Wenn persnliche Daten angegeben werden mssen, ist es wichtig zu verstehen, was Unternehmen und Organisationen damit tun knnen. Im harmlosesten Fall werden sie fr zielgruppengerechte Werbung verwendet, teils aber auch verkauft. Deshalb: Falls es mglich ist, gilt es, ein Hkchen zu setzen oder die entsprechende Auswahl aufzuheben, um zu verhindern, dass persnliche Daten mit Dritten geteilt werden
ZUM AUTOR
ber Tony Anscombe
AVG Technologies
Tony Anscombe ist Security Evangelist bei AVG Technologies. AVG ist ein Online Security Anbieter, der Software und Services für die Sicherheit von Geräten, Daten und Menschen herstellt. Zum 4. März 2015 hat AVG mehr als 200 Millionen ...
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