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Fachartikel, 07.02.2017
Vom Selbstläufer zum Renditekiller
Anleihen als Kapitalanlage (derzeit) nicht geeignet
Über Jahrzehnte hinweg zählten Anleihen zu den Investments erster Wahl. Neben Rendite boten sie zahlreichen Mischfonds die nötige Sicherheit vor Kursschwankungen. Doch die fetten Anleihen-Jahre sind vorbei. Bei einem Zins um Null sind sie weder rentabel noch schwankungsarm. Deshalb sollte man alle Anlagekonzepte, die maßgeblich in Anleihen investieren, heute kritisch hinterfragen: Selbstläufer oder Renditekiller?

Anleihen waren ber 25 Jahre hinweg ein Selbstlufer. Wer darin investierte, konnte im Grunde nicht viel falsch machen und im Vorbeigehen – quasi mit Nichtstun – Geld verdienen. Langfristige Zinsstze von rund acht Prozent machten es privaten wie institutionellen Anlegern damit jahrelang leicht. Auch die vielen Mischfonds haben dadurch alles richtig gemacht. Die auftretenden Aktienschwankungen waren in den Mischfondsportfolien kaum ins Gewicht gefallen, da die Anleihen ber Jahre hinweg einfach herausragende Renditen gebracht haben. Und diese Zeit soll jetzt einfach so vorbei sein? So schade das fr manchen klingt, aber sie ist vorbei, das ist Fakt. Sptestens seit April 2015, als Bundesanleihen erstmals bei Null notierten. Ertrag ist mit Anleihen heute schlichtweg nicht mehr zu holen. Und: Das leichtfertige Greifen nach dem Strohhalm, auf dem steht „Das wird schon wieder“ ist hoffnungslos. Wer zuknftig Rendite ernten will, muss Alternativen suchen.

Renditeentwicklung in Anleihen (Rendite p.a.)

  • 10-jhrige Bundesanleihe: 2007: 4,2%; 2017: 0,5%
  • 10-jhrige Deutsche Telekom: 2007: 5,5%; 2017: 1,5%        

Die unbegrndete Angst vor Aktien

Die langfristig rentabelste Alternative zur Zinsanlage sind Aktien. Doch Menschen haben seit jeher Angst vor Aktien. Sei es der schwarze Freitag, der inzwischen bereits in Schulen unterrichtet wird, der Hype um Internetaktien Anfang des Jahrtausends oder die Finanzkrise 2008. Die Grnde sind so vielfltig wie die Menschen, die sich hinter dem Begriff des Anlegers verbergen. Fakt ist aber auch: Die meisten Menschen haben deswegen Angst vor Aktien, weil sie in der Vergangenheit entweder selbst oder ber vermeintliche Experten viele Fehler damit gemacht haben. Verstndlich, diese Angst, aber unbegrndet. Langfristig bringen nun mal Aktien die hchsten Renditen. Fr kurz- und mittelfristige Investoren und Anleger, die generell weniger Schwankungen eingehen mchten, sind aktuell die Konzepte eine Alternative, welche Aktien und Absicherung kombinieren.

Renditen: Acht Prozent Plus

Europische Konzerne wirtschaften gut. Im Schnitt erzielen sie langfristig einen Unternehmensertrag von rund sieben Prozent. Dazu addiert sich noch ein Anteil aus der Inflationsrate. Und die Aktienkurse? Die schwanken um diesen Wert herum. Plus 40 Prozent oder auch minus 30 Prozent  - im Jahreslauf ist hier vieles mglich. Fakt ist: Langfristig – auch im Hinblick auf die vergangenen 25 Jahre – verzeichneten europische Unternehmen einen durchschnittlichen Anstieg von etwa acht Prozent pro Jahr.

Schwankungen eliminieren

Anleger werden sich knftig allen ngsten zum Trotz auf die Aktienseite begeben mssen. Warum auch nicht, schlielich bedeuten Aktien neben der Chance auf Rendite auch die Anlage in Substanz, whrend Geldanlagen ohne Zins durch die anziehende Inflation entwertet werden, also Kapital vernichtet wird. Viele scheuen diesen Schritt in den Aktienmarkt dennoch nach wie vor. Grte Sorge sind dabei oft die temporren Schwankungen. Der Knigsweg wre klar, eben diese Schwankungen zu eliminieren. Doch wir alle kennen die marktwirtschaftlichen Grundlagen nach Angebot und Nachfrage. Abschaffen kann man also Aktienschwankungen schon alleine deshalb nicht.

Der Blick in die Kristallkugel oder: „Mit Geld spielt man nicht“

Manche Anleger oder selbst ernannte Investment-Profis denken, Wendepunkte rechtzeitig erkennen zu knnen. Das mag sogar schon das eine oder andere Mal geklappt haben. „Mit Geld spielt man nicht“, wirbt eine groe Versicherungsgesellschaft mit dem Gesicht Mario Adorfs. Und genau deshalb sollten wir uns von dem Glauben, das richtige Timing stets erkennen zu knnen,  verabschieden. Gerade, wenn es um etwas so sensibles wie die Absicherung eines Investments geht – egal ob eigenes Geld oder, noch schlimmer, das von Anlegern, die es nach bestem Wissen und Gewissen in andere Hnde gelegt haben. Denn gefhrlich ist das Geschft mit dem richtigen Timing immer dann,  wenn eben keiner mit einem Umschwung rechnet. Gerade das Jahr 2016 hat doch gezeigt, wie unberechenbar der Markt kurzfristig ist. Und 2017 verspricht gerade politisch – Wahlen in Europa, umfassende Konjunkturprogramme, die fortschreitenden Umsetzungsversuche zum Brexit oder Donald Trump als US-Prsident – nicht minder spannend zu werden.

Risiken begrenzen – geht das?

Weder Schwankungen abschaffen noch Wendepunkte zuverlssig erkennen, klappt also. Was jedoch funktioniert, ist, sich gegen Aktienrisiken abzusichern. Schlielich brauchen die meisten Anleger heute nicht die vollen sieben Prozent, die Aktien historisch erwirtschaften. Drei oder vier Prozent wren fr die meisten Anleger in Anbetracht der sonst gebotenen Zinsen durchaus attraktiv, wenn man dafr gegen strkere Rcksetzer abgesichert ist. Das kann von der Funktionsweise mit einem gedrosselten Motor im Auto verglichen werden. Man nimmt etwas Leistung, sprich Performance heraus, bekommt dafr aber eine stabile Geschwindigkeit beziehungsweise Wertentwicklung. Ganz ohne Schwankung geht es natrlich auch mit Absicherung nicht – etwas Bewegung  mssen Anleger auch so akzeptieren. Dafr ist auf Sicht von fnf bis zehn Jahren aber eine jhrliche Rendite von drei bis fnf Prozent mglich.

Aller guten Dinge sind drei

Zur Absicherung von Aktien gibt es grundstzlich drei Mglichkeiten: Kassenhaltung, Futures und Optionen. Die Kassenhaltung ist sehr effektiv, jedoch im Gegenzug auch wahnsinnig trge. Problematisch dabei: Wie und wann finde ich den richtigen Zeitpunkt fr den Wiedereinstieg? Mit einer  Sicherung ber Futures kann ein Portfolio quasi per Knopfdruck sofort abgesichert werden. Vorteil der Futures: Sie sind einfach und kostengnstig. Bleibt aber die Abwrtsphase aus, laufen die Futures gegen das eigene Investment und der Anleger muss sich dann oft zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt wieder eindecken. Wissen wir also nicht exakt, wann der Trend nach unten beginnt – und wer wei das schon wirklich?? – haben wir ein Problem. Die dritte Mglichkeit ist die Absicherung ber Optionen.

Absicherung als und mit Option/-en

Die wohl sanfteste und beste Variante, Schwankungen eines Aktieninvestments abzufedern, ist die Absicherung ber Optionen. Das Prinzip dahinter ist vergleichbar mit einer Versicherung: Ich „zahle“ fortwhrend ein und geniee die Absicherung fr den gegebenen Fall der Flle. Und wie bei einer Versicherung zeigen auch Optionen exakt und transparent auf, was die Absicherung letztendlich kostet.

Absicherung mit Optionen – die „Brandversicherung“ fr Aktien

„Bei einer Brandversicherung wrde niemand auf die Idee kommen, sie erst abzuschlieen, wenn man davon ausgeht, dass Brandgefahr unmittelbar bevorsteht. Wenn es nicht brennt, werfe ich zwar das Geld zum Fenster heraus. Wenn es aber brennt, bin ich heilfroh, sie abgeschlossen zu haben.“

Ein Investment, das langfristig und nachhaltig rentabel sein will, kann heute und in absehbarer Zukunft zwangslufig nur auf Aktien basieren. Anleger, die schlau investieren, sich von unbegrndeten ngsten befreien, dabei aber weder leichtsinnig noch leichtglubig agieren, knnen auch heute nachhaltige Rendite erzielen. Nicht mit Anleihen – sondern mit einem Konzept, das, lckenlos und diszipliniert umgesetzt, keinen Vergleich scheuen muss.

QUERVERWEIS
Interview-Tipp
Kursgewinne wird es mit Anleihen in Zukunft nicht mehr geben
Interview mit Robert Beer, Gründer und Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH zu den Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Anlagestrategie.
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ZUM AUTOR
ber Robert Beer
Robert Beer Investment GmbH
Robert Beer, Inhaber und Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH, www.robertbeer.com, verwaltet seit nunmehr 13 Jahren risikoadjustierte Aktienstrategien, in welche die Ergebnisse von 30 Jahren Erfahrung und Forschung ...
Robert Beer Investment GmbH
Weidener Straße 4a
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