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Vorsicht bei geschlossenen Fonds

Bei Schiffsfonds, Flugzeugfonds oder Waldfonds Risiken beachten Viele Kapitalanleger suchen neben den klassischen Angeboten verstärkt nach lukrativeren Möglichkeiten, um ihr Geld anzulegen. Eine Möglichkeit hierfür bieten geschlossene Fonds.
(PM) Stuttgart, 21.01.2010 - Finanzberater und auch Banken haben diese vermehrt in ihrem Angebot und werben mit Renditechancen, die Anleger aufhorchen lassen.

Auf den ersten Blick sind derartige Investments eine solide Sache. Bei genauerer Prüfung fallen jedoch viele Unwägbarkeiten auf, welche die Anlage in geschlossene Fonds riskant machen.

Am Beispiel der bereits in Schieflage geratenen Schiffsfonds wird deutlich, dass man die einzelnen Angebote genau unter die Lupe nehmen sollte.

Es gibt viele Emissionshäuser, die mit geschönten Zahlen werben, welche letztlich die gesamte Kalkulation in Frage stellen. Wenn bereits im Emissionsprospekt zu optimistisch gerechnet wird, gefährdet dies die Anlage über die gesamte Laufzeit. Zudem ist die Kapitalanlage selbstverständlich von einer funktionierenden Geschäfts- und Wirtschaftslage abhängig. Durch die Finanzkrise ging die Nachfrage an Containerschiffen dramatisch zurück. Viele Schiffe liegen beschäftigungslos in den Häfen und ergattern allenfalls kurze Kleinaufträge, welche nicht einmal die Betriebskosten einbringen. An Erträge, welche für die versprochenen Gewinne der Fondsgesellschaften Grundvoraussetzung sind, ist nicht einmal ansatzweise zu denken. Die Schiffe und somit auch die Fonds kämpfen um das Überleben bzw. die drohende Insolvenz und nehmen gezwungenermaßen auch Aufträge an, die lediglich ein Bruchteil dessen einbringen, was für einen rentierlichen Betrieb prospektiert wurde und erforderlich ist.

In vielen Fällen wurden die Gesellschafter bereits aufgefordert, zuvor erhaltene Ausschüttungen der Fondsgesellschaft wieder zuzuführen. Teilweise wurde diese Rückzahlungspflicht von der Gesellschafterversammlung beschlossen, teilweise appellieren die Vorstände aber auch lediglich an das Mitwirken der Gesellschafter.

Da noch nicht absehbar ist, wann die Krise in der Containerschifffahrt überwunden sein wird, ist von derartigen Rückzahlungen meist abzuraten. Bei vielen Fonds ist die Rückzahlung der erhaltenen Ausschüttungen der Gesellschafter lediglich als „Tropfen auf den heißen Stein“ zu sehen. Allein um eine drohende Insolvenz zu vermeiden, sind meist erheblich mehr Geldmittel nötig, als die Gesellschafter zur Verfügung stellen können (selbst wenn alle Gesellschafter der Aufforderung zur Rückzahlung nachkämen).

Die bislang vorgelegten Finanzierungskonzepte sind meist darauf ausgelegt, dass kurzfristig wieder mit einer Erholung der Gesamtwirtschaftslage und somit einer erhöhten Nachfrage gerechnet werden kann. Wann dies im Bereich der Containerschiffe allerdings wieder der Fall sein wird, ist unter den Experten umstritten. Konservative Einschätzungen rechnen frühestens im Jahre 2013 mit einer Erholung. Dann dürfte es für viele Schiffsfonds bereits zu spät sein, da die bislang bekannten Finanzierungskonzepte in keinem Fall mit einer derart langen Schwächephase rechnen.

Dieses Beispiel zeigt, dass im Bereich der geschlossenen Fonds erhöhte Vorsicht geboten ist. Ähnlich abhängig von der wirtschaftlichen Lage sind die in letzter Zeit verstärkt angebotenen Flugzeugfonds, denen auch aufgrund möglicher Streichungen von Steuervergünstigungen Probleme drohen.

Sehr beliebt sind auch sogenannte Waldinvests oder Waldfonds, welche den Anleger praktisch in die Rolle als „Förster aus der Entfernung“ versetzen. Der Fonds und damit der einzelne Anleger erwirbt ein Stück Wald und verwertet in gewissen Zyklen der Aufforstung den vorhanden Holzbestand, welcher verkauft und der Erlös an die Anleger ausgeschüttet wird. Das Investitionsgut „Holz“ hört sich auf den ersten Blick sehr krisenfest an. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass verschiedenste Gefahren durch Waldbrände, Stürme, Überschwemmungen und Schädlingsbefall drohen, die mitunter auch den gesamten Waldbestand des Fonds vernichten können. Ebenso kann die Nachfrage nach Holz für längere Zeit sinken und dadurch der Preis fallen.

Bei sämtlichen geschlossenen Fonds gehen die Anleger ein unternehmerisches Risiko ein. Sie haben zwar die Aussicht auf attraktive Renditen, tragen aber im Gegenzug auch das volle unternehmerische Risiko, das heißt, dass immer ein Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals besteht.

Diese Fonds sind daher ausschließlich für Anleger geeignet, die lediglich mit einem geringen Teil ihres Vermögens spekulieren wollen und einen möglichen Totalverlust verschmerzen können. Häufig werden diese Anlagen aber von unseriösen Beratern auch weniger risikobereiten Anlegern empfohlen. Diesen gegenüber werden meist die im Vergleich zu konservativen Anlagen erheblich höheren Renditechancen herausgehoben, während die beschriebenen Risiken einer derartigen Beteiligung wohlwissend verschwiegen werden.

Anleger, die nicht über die bestehenden Risiken aufgeklärt wurden und eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds besitzen, sollten daher dringend rechtlichen Rat einholen, bevor sich die drohenden Risiken realisieren, welche mittlerweile bei den Schiffsfonds bereits eingetroffen sind.
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