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Vodafone übernimmt Kabel Deutschland und wird zur Nummer 1 im TV-Bereich

Kabel Deutschland soll bald zum Vodafone Konzern gehören. Vodafone wird damit hierzulande nicht nur seine Position im Internet-Festnetz-Bereich ausbauen, sondern auch zum größten deutschen Anbieter für Kabelfernsehen avancieren.
(PM) Stuttgart, 13.09.2013 - Die Übernahme von Kabel Deutschland durch den britischen Telekommunikations-Konzern Vodafone ist so gut wie besiegelt. Wie am 12. September bekannt wurde, konnte sich Vodafone fristgerecht mindestens 75 Prozent der Anteile an dem zum Verkauf stehenden Kabelnetzbetreiber sichern. Nun steht nur noch die kartellrechtliche Genehmigung des Deals durch die EU-Kommission aus.

Vodafone bald größter Kabel-TV Anbieter?

Durch eine Übernahme von Kabel Deutschland wird Vodafone schlagartig die Anzahl seiner Internet- und Festnetzkunden sowie seiner TV-Kunden kräftig steigern und im Gesamtgeschäft den Abstand zum Marktführer Telekom verkleinern. Die Kundenverträge für Internet und Festnetz werden sich von derzeit 3,0 Mio. auf etwa 5 Mio. erhöhen, die Telekom läge aber immer noch mit 12,4 Mio. Breitband-Kunden einsam an der Spitze. Im Sektor Mobilfunk liegen die beiden Konkurrenten dagegen deutlich näher beieinander. Allerdings hatte die Telekom in den vergangenen Monaten auch da die Nase leicht vorn und sich erst im dritten Quartal 2012 die Marktführerschaft von Vodafone zurückerobert. Zum Ende des Q2 2013 konnte Vodafone 32,2 Mio. Mobilfunkkunden, die Telekom 37,5 Mio. vorweisen.

Den größten Sprung wird Vodafone aber im TV-Geschäft machen und künftig etwa 7,2 Mio. TV-Kunden von Kabel Deutschland zum eigenen Kundenkreis zählen. Die Nummer 2 auf dem deutschen Markt für Kabel-TV, Unitymedia KabelBW, kommt aktuell auf knapp 6,7 Millionen TV-Abonnenten. Dessen Mutterkonzern Liberty Global war zwar ebenfalls an einer Übernahme von Kabel Deutschland interessiert, ist letztendlich aber doch frühzeitig aus dem Bietergefecht ausgestiegen. Eine tatsächliche Verschmelzung aller drei großen deutschen Kabelprovider galt aufgrund von erheblichen kartellrechtlichen Bedenken allerdings ohnehin als sehr unwahrscheinlich.

Mit der Übernahme trifft Vodafone die Telekom nicht zuletzt beim TV-Geschäft, denn mit seinem eigenen internetbasierten Fernsehangebot Telekom Entertain sucht die Telekom bereits seit Jahren nach größerer Akzeptanz und erstrebt höhere Marktanteile.

Einstieg ins Kabel-Geschäft stärkt Position im Festnetz-Bereich

Vodafones Position wird sich auch im Festnetz-Bereich erheblich verbessern, denn Kabel Deutschland erreicht mit seinen Angeboten etwa 15,3 Mio. deutsche Haushalte, von denen theoretisch ca. 13,5 Mio. auch Internet und Festnetz über das Kabelnetz nutzen können.

Im Vergleich zur DSL Technik bietet die Anbindung über Kabel einige klare Vorteile: die Netze sind leistungsfähiger und erlauben deutlich höhere Geschwindigkeiten. Laut Kabel Deutschland ist es in 11,5 Mio. der Kabel Deutschland-Haushalte möglich, Datenraten von bis zu 100 Mbit/s zu schalten. Entsprechende Angebote werden derzeit besonders aktiv vermarktet und von den Kunden sehr gut angenommen - wo verfügbar, wird das 100 Mbit-Internet von 40 Prozent der Neukunden bestellt.

Sowohl bei der maximalen Geschwindigkeit als auch bei der Verfügbarkeit der leistungsfähigen Breitband-Internet-Leitungen hat die Telekom noch starken Nachholbedarf. Die VDSL-Technik liefert eine Maximal-Geschwindigkeit von 50 Mbit/s und ist in etwa 25% der deutschen Haushalte verfügbar. Rund 1 Mio. Telekom-Kunden haben derzeit einen solchen VDSL Anschluss gebucht. Erheblich höhere Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s sind zwar über die Glasfaser-Leitungen der Telekom möglich, diese sind bisher allerdings nur sehr spärlich verfügbar. Die Telekom listet derzeit lediglich einige Tausend Glasfaser-Kunden.

Durch die sogenannte Vectoring-Technik will die Telekom ab dem kommenden Jahr aber auch weiträumig Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s ermöglichen. Die Technologie wird dabei auf vorhandene VDSL Leitungen für die höheren Datenraten zurückgreifen, weshalb für die Performance-Steigerung kein umfangreicher Netzausbau notwendig wird. Von der Einführung von Vectoring profitiert allerdings auch Vodafone: Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, die Vodafone den Vertrieb von Vectoring-Angeboten ermöglicht, unterzeichneten die beiden Konzerne im Mai.

Mit der Übernahme von Kabel Deutschland wird Vodafone in seiner Gesamtstrategie wieder einen deutlich stärkeren Fokus auf das festnetzbasierte Breitband-Geschäft legen. Noch 2011 wollte sich der Provider weitgehend vom Festnetzgeschäft verabschieden und sich in erster Linie auf die neue Mobilfunk-Technologie LTE konzentrieren. In den vergangenen beiden Jahren setzte Vodafone deshalb vor allem auf den Ausbau eines modernen Mobilfunknetzes; als Ersatz für DSL Anschlüsse für Zuhause wurden verstärkt spezielle LTE-Angebote für den Heimgebrauch angeboten.

Diese Prioritäten haben sich mit dem Kauf von Kabel Deutschland nun wieder umgekehrt. Allerdings will Vodafone die Leitung des gemeinsamen DSL-Kabel-Festnetz-Geschäfts dem derzeitigen Management von Kabel Deutschland übertragen und so die Kompetenzen im Unternehmen klar gliedern.

Mehr Informationen zu Breitband, Mobilfunk und TV unter www.dslweb.de
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