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Pressemitteilung

Weitere Verbesserung der Policen gegen Insolvenzanfechtung: Deckungsschutz nimmt zu

Die Mehrzahl der Kreditversicherer steht mit Lösungen zum Risiko durch Insolvenzanfechtung parat. Und: Die Bedingungen verbessern sich stetig, wie heute auf der Euler Hermes-Maklertagung bekannt wurde.
(PM) Bedburg, 04.11.2014 - Welches Unternehmen weiß heute noch, welcher seiner Kunden vor zehn Jahren in Zahlungsschwierigkeiten war? Welches weiß überhaupt, welcher seiner Geschäftspartner möglicherweise gerade in einer Krise steckt? Richtig – dies ist in der Regel kaum nachzuvollziehen. Und es spielt üblicherweise auch keine Rolle, solange die fälligen Rechnungen bezahlt werden. So zumindest werden es die allermeisten Unternehmen handhaben.

"Problematisch wird der Fall jedoch", schränkt Heiko Walter vom Kreditversicherungsmakler VIA Delcredere ein, "wenn einer der Geschäftspartner in die Insolvenz rutscht. Dann nämlich fordert der Insolvenzverwalter unter Umständen nicht nur die ausstehenden Zahlungen ein, sondern rollt auch längst abgeschlossene Geschäfte gründlich auf."

Komme er zu dem Ergebnis, führt Walter das derzeit geltende Insolvenzanfechtungsgesetz weiter aus, dass der Gläubiger von den Zahlungsschwierigkeiten seiner Schuldners wusste und sich so bewusst Vorteile zulasten anderer Gläubiger verschafft haben könnten, kann der Insolvenzverwalter die Zahlung zurückfordern – und das bis zu 10 Jahre vor Beantragung des Insolvenzverfahrens. Die Beweislast liegt – nach derzeitiger BGH-Rechtsprechung – unter Umständen beim Unternehmen.

Daraus ergibt sich das äußerst schlecht zu kalkulierende Risiko, trotz bereits erhaltener Zahlung und damit erfolgreich abgeschlossener Geschäftsbeziehung in einen Insolvenzfall gezogen zu werden. Im Falle einer Rückforderung lebt die Forderung wieder auf und reiht sich ggf. in den Versicherungsschutz so ein, als wäre sie nie bezahlt worden. Eine Deckungslücke entsteht, wenn die Forderungen die gültige Versicherungssumme der bestehenden Kreditversicherung übersteigt.

Ein prominentes Opfer der aktuellen Rechtslage: Bayer Leverkusen. Der Bundesligist soll 16 Millionen Euro Sponsorengelder zurückzahlen, die man einst vom Energieunternehmen Teldafax erhielt. Teldafax ist längst Geschichte; ganze 500.000 Gläubiger warten auf Ihr Geld. Bei diesen soll Bayer sich nun einreihen, so der Insolvenzverwalter.

Ein solcher unerwarteter Forderungsausfall muss nicht in die Millionenhöhe gehen, um existenzgefährdend zu sein – auch kleinere Beträge können ernsthafte Liquiditätsprobleme verursachen. Dieses quasi unkalkulierbare Risiko dürften die meisten Unternehmen nicht selbst schultern können. Zwar ist sich der Gesetzgeber dieses Problems bewusst, eine geplante Novellierung des Insolvenzanfechtungsgesetzes steht aber derzeit komplett still.

Umso wichtiger sind an dieser Stelle die Versicherer. Die Mehrzahl von ihnen bietet inzwischen Policen an. Erster am Markt war Euler Hermes, gefolgt von Atradius und schließlich der Mehrzahl der anderen Anbieter. Mit der so genannten Anfechtungsversicherung halten sie einen Zusatzschutz gegen Forderungsausfall bei Rückforderungen im Zusammenhang mit Insolvenzen bereit, Stichwort: Insolvenzanfechtung.

Dabei wird die Deckungslücke durch eine zusätzliche jährliche, pauschale Versicherungssumme für darin versicherte Forderungen geschlossen. Die Police kann als Ergänzung zu einer bestehenden Warenkreditversicherung des jeweiligen Anbieters abgeschlossen werden. Zudem gibt es kreditversicherungsunabhängige Lösungen.

Die Unternehmen dürften nun vom zunehmenden Konkurrenzdruck zwischen den Kreditversicherungen profitieren: Momentan ist mit deutlichen Verbesserungen bezüglich Deckungsschutz und Umfang der Anfechtungsversicherung zu rechnen. Anlässlich einer Maklertagung am heutigen Dienstag hat beispielsweise Euler Hermes bekanntgegeben, den Deckungsumfang seiner Anfechtungspolice deutlich zu erweitern – und damit ein sehr positives Zeichen gesetzt.

"Als unabhängiger Makler informieren wir Sie regelmäßig rund um das Thema Kreditversicherung", erklärt Heiko Walter. "Die aktuelle Lage der Insolvenzanfechtung ist dabei natürlich zentral. Wir helfen auch, das konkrete, individuelle Risiko eines Unternehmens zu klären."
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