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Richard Cesinger: „Wenn ich nicht selbst lachen muss, sortiere ich das Stück aus““

(PM) , 25.03.2008 - Theater hat Tradition bei der VR Bank Uffenheim-Neustadt/Aisch. Vorstandsvorsitzender Franz Inkmann hat diese im Jahr 1990 von seinen Vorgängern übernommen, zusammen mit seinen Kollegen führte er sie erfolgreich weiter. Im Januar 2008 feierte das Theaterensemble sein 60-jähriges Jubiläum. Die Theaterabende schenkt die VR-Bank Uffenheim-Neustadt ihren Kunden, um sich für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen zu bedanken. Dafür probten acht Leihendarsteller jeweils etwa 1000 Stunden unter der Regie von Richard Cesinger. Mehrere Tausend Besucher erlebten die 14 Theateraufführungen von der „Unglaublichen Geschichte des gestohlenen Stinkerkäses“. Cesinger, der seine Premiere als Regisseur feierte, spricht über den Kick beim Theaterspielen, über das Gespür für Wort- und Situationskomik und die „Rampensau“, die es bei seiner Gruppe gar nicht gibt.

Frage: Herr Cesinger, das Theaterstück vom der „Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäse“ war für Sie die Premiere als ehrenamtlicher Regisseur. Wie fällt Ihr Resümee aus?
Cesinger: Bei meiner Premiere habe ich bewusst auf erfahrene Akteure zurückgegriffen, zumal ich selbst nochmals als Pfarrköchin auf der Bühne stand. Mein Vorgänger Peter Wagner hat zugegebener Weise schon große Schuhe hinterlassen, in denen ich zu Beginn umwenden konnte. Die Kolleginnen und Kollegen haben aber meine Regiearbeit sogar am Ende unserer Tournee mit einem Gutschein für eine Entspannungsmassage honoriert! Ich glaube das sagt alles und die Schuhe passen auch langsam…

Frage: Das Theaterstück von der „Unglaublichen Geschichte des gestohlenen Stinkerkäse“ ist ein volkstümliches Stück. Es geht um Liebe, Seitensprünge und um die alltäglichen Missverständnisse, die beinahe eine Katastrophe unter Ehepartnern auslösen, bevor diese noch abgewendet wird. Sie stellen manchen Besuchern einen Spiegel vor...
Cesinger: Unser Spiegel garantiert, dass am Ende sich alles zum Besten wenden wird, das wissen unsere Besucher von vorne herein und ist von uns auch so beabsichtigt. Dass wir gerade diese Themen, die im realen Leben oft tabuisiert werden, auf die Schippe nehmen, das erwarten unsere Besucher geradezu und sind ein Teil unseres Erfolgrezeptes.

Frage: Sie und Ihre Mitstreiter arbeiten alle hauptberuflich in der Bank und spielen ehrenamtlich Theater. Worin liegt für Sie der Reiz des Theaterspielens?
Cesinger: Da gibt es drei Aspekte zu nennen. Das Erobern des Publikums ist neben der Genugtuung des Applaus der eigentliche Reiz. Der Punkt im Stück, wo die Spieler merken „jetzt haben wir das Publikum auf unserer Seite“ ist der eigentliche Kick. Selbstverständlich wachsen die Akteure während der Probe- und Spielzeit von Oktober bis Februar aber auch zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen. Das ist natürlich auch ein tolles Gefühl. Langfristig aber nimmt jeder Akteur auch für seine persönliche Entwicklung sehr viel mit!

Frage: Wann geht es los mit der Vorbereitung auf die nächste „Tournee“?
Cesinger: Der Erfolg unserer Tournee steht und fällt mit der Auswahl des Stückes. Deshalb lese ich bereits jetzt schon wieder neue Stücke, immer mit dem Hintergedanken wer welche Rolle verkörpern könnte. Für die Akteure, die sich Mitte des Jahres für das Mitspielen entscheiden werden, geht es erst ab Oktober mit den Proben los.

Frage: Wie wählen Sie das Theaterstück aus, wovon lassen Sie sich inspirieren?
Cesinger: Diesbezüglich habe ich von meinem Vorgänger sehr viel gelernt. Die Wortkomik erkennt man durch das reine Lesen, schwieriger ist die Beurteilung der Situationskomik, da ist Vorstellungsvermögen gefragt. Inspirieren lasse ich mich nur durch meinen Humor und der ist sehr vielschichtig. Wenn ich beim Lesen nicht selbst lachen muss, wird das Stück aussortiert.

Frage: Lässt sich ein 60-jähriges Theaterjubiläum und der Erfolg noch steigern?
Cesinger: Wir haben schon sehr viele erfolgreiche Stücke gespielt und jedes Jahr stellt sich diese Frage erneut. Ich glaube das Publikum verlangt nicht jedes Jahr eine Steigerung und man kann die Stücke auch beispielsweise nicht nach Anzahl der Lacher vergleichen. Unsere Theaterfreunde wissen aber, dass sich ein Besuch bei uns immer lohnt. Das ist das andauernde Erfolgsrezept und erarbeitete Reputation über 60 Jahre hinweg.

Frage: Sie sind seit 8 Jahren Schauspieler und nun im zweiten Jahr Regisseur. Gibt es etwas ganz verrücktes, was Sie gerne mal ausprobieren möchten?
Cesinger: Als Bank-Theatergruppe unterliegen wir selbstauferlegten Regeln und Tabus, die wir niemals brechen werden. Es ist immer eine Gratwanderung, aber für verrückte Einfälle die in unser Schema passen, bin ich immer offen. Ich habe da ein Stück gelesen, das eine Waldkulisse voraussetzt und von zwei Aussteigern in Neandertalkluft handelt. Das wäre wirklich mal was ganz anderes… vielleicht schon 2009….

Frage: Sie hatten mit dem Humoristen Gerd Fischer, Direktor des Mühlentheaters in Möhrendorf und bekannt vom Nockherberg, im Jubiläum einen prominenten Schirmherrn. Wie hat er Ihr Ensemble wahrgenommen?
Cesinger: Laut Herr Fischer ist unser Spielniveau als professionell einzustufen. Seine Begeisterung war so groß, dass er uns für die nächste Spielzeit für ein bis zwei Auftritte in sein Programm aufnehmen möchte. Im Gegensatz zu mancher Profitruppe gibt es in unseren Reihen auch keine „Rampensau“, wie es Herr Fischer formuliert hat. D.h. die Spieler untereinander freuen sich über jeden Szenenapplaus und Lacher, unabhängig davon wer gerade auf der Bühne steht und den Klatscherfolg einsteckt.
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