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VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Pressemitteilung

Schleswig: Pelzfarmer scheitert vor Verwaltungsgericht

VIER PFOTEN fordert Stopp der illegalen Käfighaltung von Nerzen
(PM) Schlesen-Neuenkrug, 29.08.2012 - Der Betreiber der Nerzfarm in Schlesen-Neuenkrug (Kreis Plön) ist heute vor dem Verwaltungsgericht Schleswig gescheitert. Wie die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN berichtet, hatte der Farmer gegen die Umsetzung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung geklagt. Demnach hätten alle Nerzzüchter ihre Käfige seit Dezember 2011 um das zehnfache vergrößern müssen. Etwa die Hälfte der Nerzfarmen wurde seitdem stillgelegt. Von den verbleibenden circa 12 Farmen wurde bisher jedoch keine umgebaut. Schlimmer noch, die Nerzfarmer züchten auch 2012 tausende neuer Jungtiere in den rechtswidrigen Altkäfigen, kritisiert VIER PFOTEN. Die Tierschutzorganisation hofft, dass der Farmer seinen Betrieb nach dem Urteil sofort schließen wird.

„Es darf nicht sein, dass Pelzfarmer für das Ignorieren von geltendem Tierschutzrecht auch noch finanziell belohnt werden“, sagt Wildtierexperte Thomas Pietsch von VIER PFOTEN. „Die Züchter betreiben ihr tierquälerisches Geschäft bereits seit acht Monaten illegal weiter“, so der Experte. Eine Recherche von VIER PFOTEN von Juni 2012 zeigt Jungnerze in winzigen Altkäfigen auf der Pelzfarm Schlesen-Neuenkrug. Sollte die bisherige illegale Käfighaltung auf dieser Farm fortgesetzt werden, müssen die Behörden mögliche Gewinne aus dem Verkauf der Pelze abschöpfen, fordert VIER PFOTEN. Pietsch: „Wir begrüßen das heutige Verwaltungsgerichtsurteil ausdrücklich. Das zuständige Veterinäramt muss nun schnell dafür sorgen, dass die Farm umgebaut oder geschlossen wird.“

Verwaltungsgerichte weisen Klagen ab

In diesem Jahr haben bereits die Verwaltungsgerichte in Münster, Düsseldorf und Greifswald ähnliche Klagen von Pelzfarmern abgewiesen. „Die deutschen Nerzzüchter hatten laut Verordnung fünf Jahre Zeit, die neuen Käfige einzubauen. Nun fällt Ihnen im letzten Moment ein, gegen die “neuen“ Vorgaben zu klagen. Für VIER PFOTEN ist dies eine Verzögerungstaktik, um aus der grausamen Tierhaltung noch länger Profit schlagen zu können“, kritisiert Wildtierexperte Pietsch. „Wir rechnen damit, dass Klagen vor höheren Instanzen weiter für Rechtsunsicherheit sorgen werden. Dennoch ist letzlich ein Umbau der Farmen oder ein Ende der Pelztierhaltung in Deutschland absehbar.“

Mehrheit der Deutschen gegen Pelzfarmen

Weltweit sterben jedes Jahr circa 100 Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde in der tierquälerischen Pelztierzucht. Die deutliche Mehrheit der Deutschen hat sich in der Vergangenheit bereits klar für ein Pelztierzuchtverbot ausgesprochen, auch die Bundestierärztekammer lehnt die Haltung von Tieren zum Zwecke der Pelzgewinnung ab. In Österreich und Großbritannien sind Pelzfarmen bereits seit Jahren verboten. Bis 2016 müssen die deutschen Pelzfarmen weitere rechtsverbindliche Neuerungen umsetzen und den Nerzen dann Kletter- und Bademöglichkeiten sowie einen soliden Untergrund zur Verfügung stellen. In freier Wildbahn haben Nerze ein Revier von bis zu vier Quadratkilometern. Das ist 15 Millionen Mal so viel wie in der bisherigen Käfighaltung.

Druckfähige Fotos und sendefähiges Videomaterial (u.a. aus der Pelzfarm in Schlesen-Neuenkrug) werden gerne auf Anfrage honorarfrei zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de im Bereich Kampagnen / Wildtiere / Pelz.
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VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Frau Melitta Töller
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VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür ...
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