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Mit Sack und Pack: Typologie des Reiserades

(PM) , 11.06.2008 - [pd-f] Um Missverstndnissen vorzubeugen: Man kann mit nahezu jedem Fahrrad auf Reisen gehen. Sogar mit einem Hochrad, wie der Amerikaner Thomas Stevens, der vor ber 120 Jahren als erster um die Welt radelte. Sein „Columbia“-Hochrad war damals eins der besten verfgbaren Rder. Das ist auch heute noch der wichtigste Grundsatz. Fr die Radreise nur bestes Material, damit man nicht den halben Urlaub auf Werkstattsuche ist!
Die richtige Fahrradauswahl beginnt nach Meinung des Schweiz-Amerikaners Butch Gaudy, Begrnder der Fahrradfirma MTB Cycletech (www.mtb-cycletech.de) mit der Frage: „Mit wem mchte ich reisen?“ Anschlieend sollte man klren, wohin die Reise gehen soll. „Aus den Antworten zu diesen beiden Fragen leitet sich das richtige Fahrrad fast mathematisch-logisch ab, so Gaudy. Seiner Erfahrung nach - diese besteht aus immerhin 30 Jahren Fahrradentwicklung und ber einem Dutzend teilweise mehrmonatiger Radreisen auf der ganzen Welt - lassen sich drei Reisetypen bilden.

1. „Reiseradler mit Begleitfahrzeug“
Fr gelegentliche Wochenendtouren und Reisen bis zu zwei Wochen muss es kein Reiserad der Spitzenklasse sein. Gute und reisetaugliche Trekkingrder gibt’s schon fr unter 1.000 Euro. Solide wird es darber: Etwa das „Oregon“ von Staiger (www-staiger-fahrrad.de), das es als Herren- und Damenmodell gibt. Fr 1.399 Euro bekommt man hier einen Nabendynamo und hydraulische Felgenbremsen! Der Trekkinglenker sitzt an einem winkelverstellbaren Vorbau. So kann man mal aufrechter, mal flacher sitzen. Rder wie das „Oregon“ sind nicht nur treue Begleiter im Urlaub, sondern auch im Alltag. Das schlicht schwarze Rad hat eine vollstndige StVZO-Ausstattung, Seitenstnder und Schutzbleche. Perfekt fr die Fahrt zur Arbeit oder den Wochenmarkt.
„Allzu viel Gepck sollte man diesen Rdern jedoch nicht zumuten“, wei Gaudy: Weder Geometrie, Rohrdimensionen noch die Komponenten sind auf Reisegepck fr mehrwchige oder gar monatelange Reisen ausgelegt.

2. „Tourenfahrer mit Gepck“
Wer mehr in die Radtaschen packt und oder lnger unterwegs sein wird, braucht Rder, die wirklich frs Radreisen entwickelt wurden. Wie bei den Mountainbikes sind zwei grundstzliche Gattungen zu unterscheiden: vollgefederte und teil-/ungefederte Rder. Zwei Beispiele verdeutlichen die Unterschiede:
Auch auf langen Strecken entspannt vorankommen – dazu ist ein komfortables Rad gefragt. Ruhiges, ausgewogenes Fahrverhalten, verlssliche Technik, dazu auf Wunsch eine gefederte Sattelsttze und eine Federgabel, mit der man angenehm weich dahingleitet: Rder wie das „Speedster“ (ab 1.669 Euro) vom Fahrradhersteller Utopia-velo (www.utopia-velo.de) sind etwas fr anspruchsvolle Reiseradler. Das Speedster verbindet hchste Qualitt und pfiffiges Design mit sinnvollen Innovationen, etwa der voll gekapselten Kette. Besonderheit: Bei Utopia kann man die Ausstattung des Rades selbst zusammenstellen. „Der bequeme Randonneur-Rennlenker und komfortbringende Big-Apple-Balloonbereifung sind bei Rdern, die auf Reisen gehen sollen, bei uns hufig gewhlte Ausstattungsmerkmale“, erzhlt Ralf Klagges von Utopia. brigens erreicht Utopia bei der verffentlichten „Lieferantenbewertung“ des VSF (Verbund selbstverwalteter Fahrradbetriebe) regelmig vorderste Pltze in der Kategorie „Produktqualitt“. Also beste Voraussetzungen fr eine entspannte und sorgenfreie Radreise. Fast schon legendr ist die extrem widerstandsfhige Lichtanlage an den Rdern aus Saarbrcken.

Anders der Ansatz des Spezialisten fr voll gefederte Rder riese und mller (www.r-m.de). Ihr Modell „Intercontinental“ (ab 2.299 Euro) ist der SUV unter den Fahrrdern: viel Stauraum, grundsolide ausgestattet, chic und himmlisch komfortabel. Nicht weniger als insgesamt 40 Kilogramm Zuladung nehmen der Lowrider (optionales Zubehr) an der Gabel und der Hecktrger auf. Besonders an der Konstruktion des Rades ist der im Rahmen integrierte Gepcktrger. „Auf diese Weise bleibt die Federung am Hinterrad feinfhlig und wirkungsvoll“, erklrt Heiko Mller, Geschftsfhrer von riese und mller. Und auch das Gepck auf dem Lowrider gehrt zur so genannten gefederten Masse. Lblich!

3. „Expedition mit dem Bike“
Mit seinem Rennlenker an klassische Long-Distance-Tourer angelehnt ist das Modell „Papalagi“ von MTB Cycletech (ab 1.599 Euro). Es rollt jedoch auf 26-Zoll-Laufrdern, wie sie auch am Mountainbike verbaut werden. Von diesem hat sich das „Papalagi“ seine Stabilitt abgeschaut: Basis ist ein robuster Stahlrahmen mit reichlich Anltern fr Trger, Flaschenhalter und anderes Zubehr. Zusammen mit einer Geometrie, die auf beste Fahrstabilitt auch bei hoher Beladung ausgelegt ist, kann man mit dem „Papalagi“ sicher ber alle Pisten dieser Welt radeln. In dem Rahmen stecken ber 20 Jahre Entwicklung: Das erste Papalagi hatte seine Jungferntour 1985 ber einige tausende Kilometer entlang der amerikanischen Westkste. Im Sattel: Butch Gaudy!
Die solide und durchdachte Ausstattung des Papalagi 2008 tut ihr briges dazu – dieses Rad ist ein verlsslicher Reisebegleiter, ob mit leichtem Gepck oder mit kompletter Expeditionsausrstung. Auch der Rennlenker erlaubt den rckenschonenden Wechsel der Haltung. „Wer eine etwas konventionellere Anmutung vorzieht, der whlt die Variante mit Trekkinglenker (1.699 Euro)“, rt Papalagi-Entwickler Gaudy.
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