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Pressemitteilung

Fixies - Ein Fahrradtrend zwischen Lifestyle und Gesetz

(PM) , 26.05.2009 - Begriffsklrung zum Fahrradtrend „Fixies“
Technik, Typen, Tatsachen

Fixies sind ein Hype – der starre Antrieb wird immer beliebter. In der Berichterstattung aber gehen mitunter wichtige Details verloren. Nicht selten werden diese Rder flschlicherweise kategorisch als illegal gebrandmarkt. Der pressedienst-fahrrad erklrt die Unterschiede zwischen „Fixie“, „Singlespeed“ und „brakeless“.

[pd-f] Immer fter berichten die Medien ber die Verwendung von „Fixies“ im Straenverkehr und die Sicherstellung solcher Rder durch die Polizei (z. B. krzlich in Berlin). Nicht selten verschwimmen in den Berichten die Begriffe – daher eine kurze Klrung: Das Fixie gehrt zur Klasse der Singlespeeder, ist also ein Radtyp ohne Schaltung. Whrend die meisten Singlespeeder aber einen Freilauf haben (das Hinterrad kann vorwrts frei rotieren, auch wenn die Beine still stehen), haben Fixies einen starren (engl. fixed) Antrieb. Dies bedeutet, dass der Fahrer mittreten muss, sobald das Hinterrad rotiert – Rollen mit still stehenden Beinen ist unmglich. Fixies werden oft mit Freilauf-Singlespeedern verwechselt, da fr Laien optisch kein Unterschied erkennbar ist. brigens sind Singlespeeder mit Freilauf weiter verbreitet als man gemeinhin denkt: Es gibt sie als Mountainbike und Rennrad, am hufigsten sind sie aber als Cruiser, BMX- und Kinderrad anzutreffen. Wichtig: Das freie Rollen des Hinterrades ist bei ihnen mglich.

Urvater Bahnrad
Manche Fixies haben Bremsen, andere nicht – diese werden „brakeless“ genannt. Bestes Beispiel dafr ist das Bahnrad (z. B. Felt TK2, 1.549 $, www.feltracing.com), eine aufs Ntigste reduzierte Wettkampfmaschine und ausschlielich fr den Sport auf der Radbahn gedacht. Das Bahnrad ist ein technischer Saurier – den starren Antrieb gab es schon lange vor dem Freilauf. Letzterer wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts am Fahrrad eingefhrt – und damals von Fachleuten sogar als „der Sicherheit des Radfahrers entgegenwirkend“1 befunden. Heute nutzen hauptschlich Bahnsportler, Radballer und Kunstradakrobaten den starren Gang ohne Bremsen.

Die Argumente der Eingang-Fahrer
Singlespeeder-Fans schtzen die aufgerumte Optik, das geringe Gewicht und die reduzierte Technik – viele Anbauteile und Zge fehlen. Nicht selten verstehen sie das Singlespeedfahren als Postulat gegen eine bertechnisierte (Radsport-)Welt. Auerdem reizt sie der fahrtechnische Anspruch, ohne Schaltung auszukommen. Hohe Belastbarkeit und geringer Wartungsbedarf des Antriebs machen Eingangrder zu idealen Arbeitstiere fr Radkuriere. Unter diesen Kurieren finden sich auch die Auslser des Fixie-Trends. Sie suchen die unmittelbare Verbindung zwischen Mensch und Maschine und trainieren mit starrem Antrieb den „runden Tritt“ – die Minimierung des Totpunktes im Kurbelzenith.

„Gefhrlich“?
Medien-Berichte titelten mitunter „Fahrrder ohne Bremsen“ – und vermittelten so den Eindruck von Kamikaze-Piloten auf zwei Rdern. Richtig ist, dass man mittels Starr-Ritzel verzgern und sogar blockieren kann – ber die erforderliche bung verfgen allerdings die wenigsten. In Notsituationen reicht diese Bremskraft den wenigsten Fahrern, um Unflle zu verhindern. Verantwortungsvolle Fixiefahrer haben – unabhngig von Fertigkeit und bung – daher Bremsen am Rad.

Der Gesetzgeber fordert zwei Bremsen
ber allen sportlichen und philosophischen Anstzen steht das Gesetz. Die StVZO schreibt in 65 zwei unabhngig voneinander funktionierende Bremsen vor. Roland Huhn, Rechtsreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC), erlutert gegenber dem pressedienst-fahrrad: „Die starre Nabe kann nicht entsprechend 65 als Bremse aufgefasst werden, sondern ist lediglich eine Funktion des Antriebs – hnlich der Motorbremse im KFZ.“ Um legal im Straenverkehr benutzt zu werden, mssen laut Huhn wie jedes Rad auch Fixies zwei Bremsen aufweisen.

Zwei in eins
Nicht wenige der aktuell angebotenen Fixies knnen im Handumdrehen mit Freilauf ausgestattet werden – und andersherum. Ein Weg ist die sogenannte Flip-Flop-Nabe, wie sie im Modell Curbside von Felt (699 Euro, www.felt.de) verwendet wird. Die Wendenabe weist ein Gewinde fr starre Ritzel an der einen und eines fr Freilaufritzel an der anderen Seite auf. Schlichtes Umdrehen des Hinterrades wechselt den Antrieb. Eine weitere Mglichkeit stellt die seit 2008 erhltliche Torpedo-Nabe von Sram (in sieben Farben fr 109 Euro, www.fixedandfreegear.com) dar: Ihr einziges Ritzel kann mittels eines internen Mechanismus‘ „fix and free“ betrieben werden; zum Wechseln gengen einige Umdrehungen mit dem Schraubendreher.

Fazit
Auch Fixies drfen im Straenverkehr bewegt werden, doch auch fr sie gilt: Ein Fahrrad muss ber zwei unabhngig voneinander funktionierende Bremsen verfgen.
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