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Pressemitteilung

Steuerrecht / Arbeitsrecht: Behandlung von Darlehenszinsen eines Arbeitnehmers – Werbungskosten aus Kapitalvermögen oder nichtselbstständiger Arbeit?

(PM) , 31.08.2006 - In einer neueren Entscheidung hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 05.04.2006 (Az. IX R 111/00) Stellung zu der Frage genommen, ob bzw. inwieweit Darlehenszinsen, die ein Arbeitnehmer fr ein Darlehen, dass dieser in Zusammenhang mit seiner beruflichen Ttigkeit aufgenommen hat, als Werbungskosten bei den Einknften aus Kapitalvermgen oder nichtselbststndiger Arbeit anzusehen sind. Nach Auffassung des BFH ist die Abgrenzung wie folgt vorzunehmen: Erwerben Arbeitnehmer Gesellschaftsanteile an ihrer Arbeitgeberin, um damit die arbeitsvertragliche Voraussetzung fr die Erlangung einer hher dotierten Position zu erfllen, knnen sie, sofern dafr eine Darlehnsaufnahme notwendig ist, die Schuldzinsen regelmig als Werbungskosten bei den Einknften aus Kapitalvermgen ansetzen. Denn in diesen Fllen ist davon auszugehen, dass die Zinsaufwendungen grundstzlich nicht durch den Beruf des Steuerpflichtigen, sondern durch die angestrebte Gesellschafterstellung veranlasst sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Arbeitnehmer aus den Aktien Gewinnanteile und damit positive Einknfte aus Kapitalvermgen erzielen. Da der Erwerb der Aktien mittels eines Darlehns finanziert wurde, stehen diese Aufwendungen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dieser Einkunftsart. Die Zuordnung zu den Einknften aus Kapitalvermgen und nicht zu den Einknften aus nichtselbststndiger Arbeit kann allerdings zur Folge haben, dass sich der Ansatz der Schuldzinsen nicht Steuer mindernd auswirkt. Anders knne der Fall nur zu beurteilen sein, wenn der Arbeitnehmer mit dem Erwerb einer solchen Beteiligung nicht die mit der Stellung als Gesellschafter verbundenen Rechte, sondern nahezu ausschlielich die Sicherung seines bestehenden Arbeitsplatzes anstrebt. Das knne insbesondere bei negativer berschussprognose und damit bei erkennbar fehlender Absicht zur Erzielung von Einknften aus Kapitalvermgen aus dieser Beteiligung der Fall sein. Mitgeteilt von: rechtsanwalts-TEAM.de Warm & Kanzlsperger in Paderborn, Rechtsanwalt Martin J. Warm, Fachanwalt fr Arbeitsrecht, Fachanwalt fr Steuerrecht, Wirtschaftsanwalt (www.rechtsanwalt-in-paderborn.de)
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