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Pressemitteilung

Umsatzsteuer: Portokosten einer Werbeagentur als durchlaufende Posten

Gem. § 10 Abs. 1 Satz 6 UStG gehören Beträge, die der Unternehmer im Namen und für Rechnungen eines anderen vereinnahmt und verausgabt als sogenannte durchlaufende Posten nicht zum umsatzsteuerpflichtigen Unternehmerentgelt.
(PM) Saarbrcken, 03.05.2013 - Insbesondere bei Werbeagenturen, die die Versendung von Prospekten, Flyern, Katalogen etc. fr ihre Kunden bernehmen, tritt immer wieder die Frage auf, ob die in diesem Zusammenhang anfallenden und dem Kunden berechneten Portokosten als Teil des umsatzsteuerpflichtigen Entgelts fr die Dienstleistung der Werbeagentur anzusehen sind oder als sogenannte durchlaufende Posten umsatzsteuerfrei behandelt werden knnen.

Ein Auslagenersatz ist in der Regel Bestandteil des umsatzsteuerpflichtigen Entgelts, wenn dieser mit einer steuerbaren Leistung der Werbeagentur zusammenhngt.

Die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main hat in einer aktuell verffentlichten Anweisung, S 7200 A-180-St 111, Kriterien zur Abgrenzung der Frage aufgestellt, ob weiterberechnete Portokosten als durchlaufende Posten behandelt werden knnen oder ob sie als Teil des umsatzsteuerpflichtigen Entgelts fr die Leistung der Werbeagentur anzusehen sind.

Danach ist eine Behandlung als durchlaufender Posten beispielsweise mglich, wenn der Kunde der Werbeagentur unmittelbar mit der Deutschen Post AG in Rechtsbeziehungen tritt und die Werbeagentur damit die Portokosten in fremden Namen und auf fremde Rechnung vereinnahmt und verausgabt, wenn der Kunde der Werbeagentur auf dem Werbeschreiben als Absender genannt ist und die Werbeagentur lediglich die Portokosten verauslagt hat oder wenn die Werbeagentur unter Verwendung des eigenen Portos -freistempelt- auf der Werbesendung ihren Kunden als eigentlichen Absender angibt.

Diese fr Briefsendungen geltenden Grundstze finden auch fr Paketsendungen im Versandhandel entsprechende Anwendung. Bei Paketsendungen durch Versandhandelsunternehmen besteht eine Rechtsbeziehung nmlich nur zwischen den Versandhandelsunternehmen und dem Frachtdienstleister. Selbst eine Versendung per Nachnahme fhrt nicht zu einer Rechtsbeziehung zwischen dem Empfnger der Sendung und dem Frachtdienstleister. Die von Versandhandelsunternehmen ihren Kunden in Rechnung gestellten Portokosten stellen damit grundstzlich keinen durchlaufenden Posten, sondern Teil des umsatzsteuerpflichtigen Entgelts des Versandhandelunternehmens dar.

Fazit

Vor allem bei der Versendung von Werbeschreiben mit groer Auflage fr Dritte ist Vorsicht geboten, da eine fehlerhafte Behandlung der damit verbundenen Portokosten schnell zu einer Verkrzung von Umsatzsteuer fhren kann. Hier drohen der Werbeagentur nicht nur Umsatzsteuernachzahlungen, sondern gegebenenfalls auch Bugelder wegen leichtfertiger Umsatzsteuerverkrzung. Die von der OFD Frankfurt am Main aufgestellten Grundstze helfen bei der Abgrenzung und bringen damit Rechtsicherheit.
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