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Fachgesellschaft fr Ernhrungstherapie und Prvention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Tumorzellen wird durch Glukoseentzug der „Treibstoff“ genommen!

(PM) , 20.06.2006 - Beim dritten Internationalen Ditetik Kongress referierte am 18. Juni im Karman-Auditorium der RWTH Aachen der renommierte Tumorwissenschaftler Doktor Johannes F. Coy, Darmstadt, ber eine bahnbrechende Richtungsnderung in der Krebsdiagnostik und -therapie. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass eine Untergruppe besonders aggressiver, metastasierender Krebszellen ihre Energie nicht durch normal ablaufende Verstoffwechslung von Glukose (Traubenzucker) unter Sauerstoff, wie blich, gewinnt, sondern anaerob (ohne Sauerstoff) durch Vergrung, wobei Laktat (Milchsure) entsteht. Erstmalig ist es jetzt mglich, derartige Tumore zu identifizieren, durch entsprechende Glukoseverringerung in der Nahrung dem Tumor seine Lebensgrundlage zu entziehen und einen neuen Therapieweg einzuschlagen, berichtet heute Diplom Ernhrungswissenschaftlerin Bettina Geier von der Gesellschaft fr Ernhrungsmedizin und Ditetik aus Aachen. Die Hypothese, dass die zellspezifisch abweichende Form der Energiegewinnung eine Rolle bei der Krebsentstehung trgt, stellte bereits der berhmte Zellbiologe und Nobelpreistrger Otto Warburg vor ber 80 Jahren auf. Dem Team um Doktor Coy gelang es jetzt erstmalig mit der Entdeckung des Enzyms Transketolase-like-1 (TKTL1) die Warburg-Theorie zu erklren. Transketolasen spielen im sauerstofffreien Glukosestoffwechsel als Enzyme bei der Herstellung von Bestandteilen unseres Erbgutes (Ribosen) eine wichtige Rolle. Bei bestimmten Tumorarten werden groe Mengen des TKTL1-Enzyms produziert. Dadurch knnen sich die Krebszellen auch besonders schnell vermehren und machen diese Krebsarten extrem gefhrlich. Wahrscheinlich wurde das TKTL1-Enzym erst deshalb so spt entdeckt, weil es nur im Krankheitsfall produziert wird. Es trgt durch die Steuerung des Vergrungsstoffwechsels erheblich dazu bei, dass Krebszellen "aggressiv" werden, weitere Gewebe befallen und metastasieren. Ebenso geht mit der Vergrung eine steigende Resistenz gegen Chemotherapeutika einher. Das Wissen um die abweichende Krebsform birgt vllig neue Therapiechancen, da der vergrende Zelltyp spezifisch auf Glukose zur Energiegewinnung angewiesen ist. Studien an Krebspatienten zeigen, dass bei den betreffenden Subgruppen durch eine verminderte Glukosezufuhr und daraus folgende Hemmung des Transketolasestoffwechsels das Tumorwachstum und die Metastasierung gravierend verringert waren (1). Fr die Krebsdiagnostik ist entscheidend, dass der Nachweis von TKTL1 in den Krebszellen aufzeigt, dass der Tumor einen vergrenden Zelltyp und damit eine aggressive Krebsform darstellt. Um diese glukose- sensitive Krebsart zu identifizieren wird ein Test angeboten, der bei jedem Krebspatienten durchgefhrt werden kann. Die Kosten werden bislang leider nicht von den Krankenkassen bernommen. Wenn bei einem Patienten diese Tumorart vorliegt, kann er durch eine Ernhrungsweise, die glukoseliefernde Lebensmittel wie Zucker, Brot, Getreide, Reis, Kartoffel und Strkeprodukte stark ausklammert, aktiv in den Kampf gegen die lebensgefhrliche Krankheit eintreten, so Bettina Geier abschlieend. Die Gesellschaft fr Ernhrungsmedizin und Ditetik hat Herrn Dr. Coy das Amt des Leiters „Tumorbiologie“ angetragen. Der 4. Internationale Ditetik Kongress findet am 7. und 8. Oktober 2006 statt. Die Themen Rheuma, Osteoporose, sekundre Pflanzenstoffe und Allergien bilden dann die Schwerpunkte. Auerdem findet zum ersten Mal ein Ditassistenten-Symposium statt. Quelle: (1)Expression of transketolase TKTL1 predicts colon and urothelial cancer patient survival: Warburg effect reinterpretes. British Journal of cancer (2006) 94: 578-85.
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