VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
kommundis alpha
Pressemitteilung

Steuerstreit um Dienstwagen-Regelung

Wer einen Dienstwagen vom Arbeitgeber gestellt bekommt und diesen privat nutzt, muss dieses „Extra“ in der Regel als geldwerten Vorteil versteuern. Die Methoden standen in letzter Zeit auf dem Prüfstand. Dies sind die Ergebnisse:
(PM) Leipzig, 25.04.2013 - 1% Methode auch bei gebrauchtem Fahrzeug und hohen Hndlerrabatten rechtmig

Grundlage fr die pauschale Versteuerung ist und bleibt der Bruttolistenpreis des Neuwagens. Auch wenn ein Hndler einen hohen Rabatt gewhrt oder ein Arbeitnehmer einen gebrauchten Wagen mit deutlich geringerem Verkehrswert zur Verfgung gestellt bekommt: fr das Finanzamt zhlt immer der Bruttolistenpreis beim Neuwagenkauf.

Dieses Vorgehen wird hufig als ungerecht empfunden, da auf diese Weise ein mehrere Jahre alter Wagen mit einem Neuwagenpreis von z.B. 80.000 Euro und einem Restverkehrswert von z.B. 30.000 Euro mit 800 Euro pro Monat zu versteuern ist, ein Neuwagen zum Bruttolistenpreis von 30.000 Euro jedoch nur mit 300 Euro einkommenserhhend angerechnet wird. Auch von den heute blichen Rabatten beim Neuwagenkauf von bis zu 30% hat der Arbeitnehmer nichts, denn Bezugsgre bleibt stets der Bruttolistenpreis des Herstellers. Der Bundesfinanzhof hat dies in seinem Urteil vom 13. Dezember 2012 nochmals besttigt und begrndet dies damit, dass die 1%-Methode bei Fhrung eines Fahrtenbuches ja nicht zwingend sei. Der Arbeitnehmer sei zudem durch die bernahme von Steuern, Versicherungsprmien, Reparatur- und Kraftstoffkosten durch den Arbeitgeber per se besser gestellt, da diese laufenden Kosten nicht mit zur Versteuerung herangezogen werden.

Keine 1 %-Regelung bei ausschlielichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitssttte

Wer einen Dienstwagen ausschlielich fr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit nutzen darf und ansonsten eine private Nutzung durch den Arbeitgeber ausgeschlossen wird, muss keinen geldwerten Vorteil fr den Dienstwagen versteuern. Denn diese Fahrten sind keine Privatfahrten, sondern werden zu dienstlichen Fahrten hinzugerechnet. Das hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 6. Oktober 2012 bekrftigt.

Versteuerung bei Nutzungsverbot strittig

Strittig bleibt jedoch noch, wie in der Praxis das Nutzungsverbot berwacht bzw. die tatschlich ausschlieliche dienstliche Nutzung gegenber dem Finanzamt nachzuweisen ist. In der Regel geht das Finanzamt davon aus, dass ein Arbeitnehmer einen Dienstwagen auch privat nutzt, auch wenn ein Nutzungsverbot ausgesprochen wurde (sog. „Anscheinsbeweis“). Nur wenn der Arbeitgeber die Nutzung detailliert berwacht und dem Arbeitnehmer eine Nutzung auerhalb der Arbeitszeiten nicht mglich ist (weil er etwa das Fahrzeug auf dem Firmengelnde abstellt und den Schlssel abgibt), sieht das Finanzamt von einer pauschalen Versteuerung ab. Um hier endgltig Klarheit zu schaffen, beschftigt sich der Bundesfinanzhof aktuell mit diesem Thema. Bis zu einem Urteil knnen betroffene Arbeitnehmer ein Ruhen ihres Einspruchsverfahrens beantragen.

Anscheinsbeweis zur Privatnutzung teilweise entkrftet

Mit seinem Urteil vom 4. Dezember 2012 hat der Bundesfinanzhof zumindest in einer Frage bereits eine Grundsatzentscheidung getroffen. Demnach kann das Finanzamt nicht davon ausgehen, dass ein Unternehmer ein im Betriebsvermgen befindliches Fahrzeug auch privat nutzt, wenn weitere private Fahrzeuge zur Verfgung stehen, die dem betrieblichen Fahrzeug in Status und Gebrauchswert vergleichbar sind. Im konkreten Fall war das Finanzamt von einer privaten Nutzung eines Porsche 911 ausgegangen und hatte entsprechend eine 1%- Versteuerung angesetzt. Es konnte diese aber nicht nachweisen, da dem Unternehmer im Privatvermgen Wagen vergleichbarer Klasse zur Verfgung standen. In konkreten Einzelfllen lohnt sich also die genaue Betrachtung, denn auch ohne das Fhren eines Fahrtenbuchs ist die Anwendung der 1%-Regelung damit nicht mehr zwingend.
ANLAGEN
PRESSEKONTAKT
STEUERBERATUNG ANETT HORN
Frau Anett Horn
Zust�ndigkeitsbereich: Inhaberin
Delitzscher Straße 68
04129 Leipzig
+49-341-90 49 220
E-Mail senden
Homepage
ZUM AUTOR
�BER STEUERBERATUNG ANETT HORN

Die Steuerberatung Anett Horn berät und unterstützt seit 1998 Unternehmen, Selbständige und Freiberufler in und um Leipzig in allen steuerlichen und buchhalterischen Fragen. Existenzgründer erhalten hier eine umfassende Betreuung vor, während und nach ihrer Gründung.
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
kommundis alpha
Tschaikowskistr. 14
04105 Leipzig
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG