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Desinfektion von Abwasser auch ohne Chemikalien

Wenn Abwasser in Gewässer abgeleitet wird, die für die Trinkwassergewinnung oder Freizeitzwecke genutzt werden, kann eine zusätzliche Desinfektion notwendig sein. Hierfür gibt es auch Verfahren, bei denen auf Chemikalien verzichtet werden kann.
(PM) Crailsheim, 26.03.2013 - Abwasser kann Krankheitserreger enthalten, die bei der herkmmlichen biologischen Klrung nur etwa um den Faktor 10 bis 100 verringert werden knnen. Gerade bei Krankenhusern, Altenheimen, Reha- und Kureinrichtungen aber auch bei Tierzuchtbetrieben und Laboren kommt es durch die Ausscheidungen von Mensch und Tier zu besonderen Keimbelastungen in den ffentlichen Entsorgungskanlen.

Biologische Klranlagen ab einer Ausbaugre von 100 Einwohnern knnen bei Bedarf einfach und vergleichsweise kostengnstig mit einer UV-Anlage nachgerstet werden, die eine Abwasserdesinfektion ohne Chemikalien ermglicht. Entsprechende kologische Verfahren sind in den USA bereits seit den 1970er Jahren im Einsatz, in Deutschland werden sie noch vergleichsweise selten verbaut.

Dabei wird das flieende Abwasser nach der Nachklrung durch UV-Strahler behandelt, die in Rohrleitungen installiert werden oder nur wenige Zentimeter vom Abwassergerinne entfernt angebracht werden. Das Erbgut von Bakterien, Pilzen, Viren und anderer Mikroorganismen wird auf diese Weise so verndert, dass keine weitere Zellteilung erfolgt. Dabei ndern sich weder Geschmack oder Farbe noch Geruch des Wassers und es kann bedenkenlos getrunken werden.

Bei der Planung einer UV-Anlage sind die Anzahl der Strahler, Dauer und Intensitt der UV-Bestrahlung, von der Abwasserqualitt und den geforderten Ablaufwerten abhngig. Bei korrekter Anwendung knnen mehr als 99% der Mikroorganismen entfernt werden. Regelmige Reinigung und Austausch der UV-Lampen gewhrleisten eine gleichbleibende Wirksamkeit.

Alternative Verfahren wie z.B. die Membranfiltration oder der Zusatz von Chlor oder Ozon sind deutlich kostenintensiver als die UV-Bestrahlung, denn damit gehen hhere Aufwnde fr Bau, Betrieb und berwachung einher. Diese Verfahren kommen daher nur in sehr groen Anlagen und bei sehr hartnckigen Keimbelastungen zum Einsatz. Die chemischen Verfahren bergen zudem das Risiko, die Gewsser zu schdigen, wenn sie nicht korrekt dosiert und die Reste nach der Anwendung nicht weitestgehend entfernt werden. Bei der UV-Bestrahlung sind hingegen keine Schdigungen der Gewsser bekannt.
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