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Monika Martin - Und ewig ruft die Liebe

(PM) , 02.07.2008 - Es ist nun schon gut und gerne zehn Jahre her, da lernte ich Monika Martin im Zuge eines dieser Pressetreffen kennen. Man darf sich das nicht als nchterne Pressekonferenz vorstellen, sondern es ist viel gemtlicher und die Sonnenseite des Journalistenlebens. Ich sa da mit einigen Kollegen und Frau Martin beim Abendessen, hrte viel zu, stellte einige Fragen und nahm den vorgefertigten Pressetext mit nach Hause. Da drin las ich dann so Stze wie “der stille Star“ und hnliches. Eigenartig, dachte ich mir, denn so still kam mir die Dame gar nicht vor. Vielleicht hatte ich auch eine andere Vorstellung von ’still’. Fr mich stand das fr ganz ruhig, mit groen Kulleraugen in die Welt blicken und den Mund nur aufmachen, wenn man gefragt wird. Heute wei ich, dass es zwischen ’still’ und ’still’ Unterschiede gibt.
In diesem Fall ist es ein anderes ’still’: Die Grazerin Monika Martin drngte sich nie in die erste Reihe, den Spruch ’jede Promotion ist gute Promotion’ hat sie als das entlarvt was er ist: ein Bldsinn. Was zhlt ist Leistung und die Wirkung aufs Publikum. Gerade zuletzt hat man im Musikgeschft immer mehr erkennen drfen, dass der groe mediale Trommelwirbel nicht unmittelbar zum groen Erfolg fhrt. Ob beim fernsehtauglichen Tanzwettbewerb oder anderen Versuchen das Blitzlicht zu erheischen. Fehlt die Authentizitt des Knstlers, ist das, wie man in der Steiermark so schn sagt, ’alles fr die Fss’. ’Still’ heit somit in diesem Fall ’ruhig und konzentriert den eigenen Weg gehen’ und nicht ’nur reden, wenn man gefragt wird’. In der Stille liegt die Kraft, laut sein kann jeder.
Es war vor einigen Jahren. Ich sa mit 15.000 anderen im Festzelt in Kastelruth. Festzelte dieser Kategorie sind normalerweise kein Hort der Ruhe. Im Gegenteil, sich da zu behaupten heit 15.000 Menschen, die auf die Kastelruther Spatzen warten, dazu zu bewegen, diese Wartezeit mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu berbrcken. Schwerarbeit. Das Zelt brodelte. Auf der riesigen Bhne tauchte eine Frau auf. Weier Anzug, rundherum ghnende Leere. ’Oh Gott, Monika’, dachte ich, ’was hast du dir da angetan. Allein gegen 15.000?!’ Monika Martin fing an zu singen. “Schnelle Lieder sind nicht wirklich das Meine, ich liebe Balladen und das Leise“, sagt sie heute und ohne einen flotten Einpeitscher begann sie in dem proppevollen Festzelt zu singen. Nach zwei Minuten war es da drin ruhig. Eine Stecknadel htte man zwar nicht fallen hren, weil da am Boden kein Platz fr eine Nadel gewesen wre, aber die Leute hrten zu. Sie saen da, waren ruhig und hrten einfach zu. Monika im weien Anzug bekam dann noch aus dem Publikum eine weie Rose geschenkt. Eine Inszenierung? Monika schwrt “nein“. Ein Zufall, ein perfekt passender Zufall. Es war in dem riesigen Zelt fr 30 Minuten ruhig und seit diesen 30 Minuten glaube ich zu wissen, was das Phnomen Monika Martin ausmacht.
Da wre einmal der ’gerade Weg’. Frau Martin wrde nie etwas machen, nur um des Erfolges Willen. Erfolg ist das Ergebnis von Authentizitt und wenn sie sagt “nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“, dann ist dies auf den Punkt gebracht.
Ja und die Stille… Stille ist in ihrem Fall jene Geruschlosigkeit, die sie im Publikum erzeugt, wenn sie vor jenem steht. Die Menschen sind still, weil sie sonst nicht verstehen wrden, was Monika Martin singt. Es sind Lieder, die von der Kombination Text und Stimme leben. Beides ist auf ihre Art unverwechselbar. Es unterwirft sich keiner Mode, sondern zieht seine eigenen Kreise und: diese Stimme weckt eine besondere Form der Sehnsucht. Sie nimmt einen mit auf eine Reise ins Ich. Dies gelang der Grazerin im brigen bereits bei ihrem Karrierestart. “La Luna Blu“ – der erste Titel aus eigener Feder und auf Anhieb der erste Hit.
Die aktuelle CD mit dem Titel “Und ewig ruft die Liebe“ ist ein Auszug aus dem Leben jedes Einzelnen. “Liebe ist in ihrer Art einzigartig, sie hat kein Ablaufdatum, sie hrt mit keinem Alter auf“, erzhlte mir Monika unlngst und was so schnulzig klingt ist eigentlich nichts anderes als die Wahrheit. Wir Menschen verlieben uns immer wieder. Die geistige und die krperliche Liebe haben in der Tat kein Ablaufdatum. Da hrt zwar was auf, aber nach einiger Zeit des Wehtuns geht das alte Spiel wieder los. “Die Liebe ruft halt immer“, sagt sie und seufzt, “das macht das Leben natrlich nicht leichter, aber die Zeiten des Hochgefhles, der Schmetterlinge im Bauch, die will man nicht missen“.
Tauben, fge ich an, keine Schmetterlinge. Monika Martin zchtet Brieftauben und Kakteen. Das Anmutige und das Stachelige. Das Weibliche in seiner gegenstzlichen Schnheit.
Der Schmerz und die Flchtigkeit der Liebe. “Jedes Ende ist ein Beginn“ singt sie in jenem Lied, das der CD vorausgeht. Es ist keine dieser blichen Durchhalteparolen an verlassene Frauen, sondern viel mehr eine gesungene Tatsache. “Aus Verzweiflung wird Mut gemacht’“ und “Nach jeder Grenze kommt neues Land“ sind Zeilen, die im Text dieses Liedes vorkommen und: Monika Martin singt diesen Song auf eine kraftvolle Art. Sie, die die leisen, sehr hohen Tne beherrscht, zeigt gerade hier mit der Stimme Zuversicht. Signalisiert “traut euch in die neue Zeit zu gehen“.
2009 geht Monika Martin auf eine Solo-Kirchentour. “Da bin ich zu Hause, das ist fr mich genau das richtige Ambiente“ erzhlt sie und man glaubt es ihr sofort. Die stille des Raumes, die Hhe des Kirchenschiffes – alles in allem nie und nimmer ein Platz fr Gaudi und Gepolter.
“Und jetzt: Alle klatschen in die Hnde…der Typ bin ich nicht“, sagt sie und deshalb steht an dieser Stelle keine Liste der Auszeichnungen und Erfolge. Dazu gibt es das Internet, da steht alles haargenau drin und immer mit den Orden klimpern, erzeugt zu viele Nebengerusche, die gerade zu Monika nicht passen. Nicht zu ihr. Dann schon viel eher Textzitate wie “Dann trume ich mir Flgel“. Wieder eine so wunderschne, unplakative Sehnsucht.
Monika Martin muss man verstehen knnen, um zu verstehen was sie tut. Gelingt einem das nicht, dann ist man mit seinem Urteil sehr schnell im ’singenden Handarbeitslehrerinnen-, Micky-Maus-Stimmen- und Schnulzeneck’. Das mag eine durchaus zu respektierende Meinung sein, aber sie ist oberflchlich. Unter dieser Oberflche, aber da brennt die Luft und da ist dann gar nichts mehr still. Wie gesagt: Das Anmutige und das Stachelige.
Quelle: Koch Universal

Weitere Informationen unter www.monika-martin.de

Monika Martin
Das Album “Und ewig ruft die Liebe“ (Best.-Nr. CD 1763565) ist ab dem 4. Juli im Handel erhltlich.
www.abella.de/detailanz/produktanzeige.rt?prid=577085

Kontakt:
Franca.Barthel@umusic.com
Petra.Merheim-Voell@umusic.com
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