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Pressemitteilung

Giftiges Kreuzkraut in Rucola verunsichert Verbraucher

Der Fund von giftigem Kreuzkraut im Salat verunsichert derzeit die Verbraucher. Die Blätter der giftigen Pflanze sind nicht leicht zu identifizieren.
(PM) Stuttgart/Hohenheim, 14.08.2009 - Anlsslich der jngsten Funde von giftigem Kreuzkraut bzw. Greiskraut in Rucola-Salat richtete sich das Augenmerk auf diese Pflanzenfamilie. Nach Untersuchungen der Universitt Bonn handelte es sich bei den bisherigen Funden um Bltter des Gemeinen Kreuzkrautes (Senecio vulgaris L.). Von anderen Kreuzkraut-Arten im Salat wie dem Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea L.), das in letzter Zeit aufgrund gehufter Vergiftungserscheinungen bei Weidetieren ebenfalls fr Schlagzeilen sorgte, wurde nicht berichtet.

Fr die Laien ist es in der Tat uerst schwierig, Rucola- und Kreuzkrautbltter zu differenzieren. Tendenziell wirken die Blattrnder des Rucola-Blattes deutlich abgerundeter. Hingegen weisen die Blattrnder des Kreuzkrautes kleine Zacken auf (siehe Foto). Im Zweifelsfall sind die Bltter am Geruch beim Zerreiben zu unterscheiden: Whrend Rucola einen angenehmen scharf-aromatischen Geruch besitzt, riechen Kreuzkruter eher unangenehm streng.

Die Giftigkeit der Kreuzkruter beruht auf der Wirkung von so genannten Pyrrolizidin-Alkaloiden, die insbesondere Leberschden hervorrufen, aber auch andere Organe wie Lunge und Herz angreifen. Auch eine kanzerogene Wirkung wird derzeit diskutiert. Auerdem knnen Sie zu Hautirritationen unter Einfluss von Sonnlicht fhren.

Neu ist die Problematik der Vergiftungen durch diese sekundren Pflanzenstoffe nicht. Bereits in den 1970er und 1980er Jahren wurde ber Pyrrolizidin-Alkaloide in verschiedenen menschlichen Lebensmitteln wie Krutertees, Milch, Eier, Honig, Salate und Gemse berichtet. Die wichtigste Kontaminationsquelle ist in den Entwicklungslndern vor allem Getreide. Wie die Europische Behrde fr Lebensmittelsicherheit (EFSA) schon 2007 betonte, ist jedoch eine Belastung von Fleisch nicht nachzuweisen.

Die Kreuzkruter sind keine Neophyten, sondern Bestandteil der einheimischen Flora. In den letzten Jahren wurden die Wrme liebenden Pflanzen durch vernderte klimatische und landwirtschaftliche Bedingungen gefrdert. Vor allem eine spte und seltenere Mahd aus Artenschutzgrnden sowie eine unzureichende Erfassung durch Herbizide sind Ursache der erfolgreichen Expansion von Kreuzkraut-Arten.
Erkennungsmerkmale und Bekmpfungstipps sind bei Proplanta unter www.proplanta.de zu finden.
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