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Pressemitteilung

Facebook, seine Nutzer und die "Sponsored Stories"

Beim Blick auf den rechten Bildschirmrand wundern sich seit einiger Zeit wohl immer mehr Facebook Nutzer, weshalb ihre Freunde als Werbefiguren gewisser Unternehmen, Produkte oder Marken agieren. Das sind die sog. gesponserten Meldungen.
(PM) Saarbrcken, 03.05.2013 - Doch, was sind "Sponsored Stories" eigentlich genau?

Facebook sagt: "Gesponserte Meldungen sind Meldungen von deinen Freunden darber, dass sie mit einer Seite, Anwendung oder Veranstaltung interagiert haben, fr deren Hervorheben ein Unternehmen, eine Organisation oder eine Einzelperson bezahlt hat, damit die Chance grer ist, dass sie gesehen werden."

Anders gesagt, jeder Klick auf den "Gefllt mir"-Button, jedes "Einchecken" in bestimmte Orte und jede sonstige Aktivitt in Facebook-Apps wird von den Unternehmen, die die gesponserte Meldung unterhalten, verwendet. Sichtbar sind diese Meldungen wie die eigentlichen Werbeanzeigen am Bildschirmrand, nur eben mit der entsprechenden Information des befreundeten Nutzers versehen.

Fragt sich nur, welchen Nutzen dies wohl Facebook aber auch seine Nutzer hat?

Letztere bekommen fr ihre Mitwirkung keine Vergtung und knnen diese auch nicht ausdrcklich verweigern. Es ist ihnen lediglich mglich diese Meldungen fr niemanden sichtbar zu machen. Nutzen fr Facebook ist nach der eigenen Aussage des Unternehmens sicherzustellen, dass Werbeanzeigen und kommerzielle Inhalte auf jeden Fall zugestellt werden und nicht im Newsfeed untergehen.

Dass Facebook jedoch an eben diesen gesponserten Meldungen ber eine Milliarde Dollar allein im Jahr 2010 verdient hat, stellt wohl auch keinen unbeachtlichen Nutzen dar.

Bedeutung der "Sponsored Stories" in verschieden Rechtsbereichen

Datenschutzrecht

4 BDSG und 12 TMG schreiben vor, dass die Erhebung personenbezogener Daten nur dann zulssig ist, sofern ein gesetzlicher Erlaubnistatbestand erfllt ist oder der Betroffene in die Vorgnge eingewilligt hat.

Es besteht die Mglichkeit, dass schutzwrdige Interessen der Facebook Nutzer den "Sponsored Stories" entgegenstehen. Etwa durch 29 Nr. 1 BDSG, da das Werben mit den Facebook Nutzern dem Recht des Einzelnen auf Bestimmung ber die Selbstdarstellung seiner Person entgegensteht.

Problematisch ist auerdem die Einwilligung durch die Facebook Nutzer. Diese erfolgt durch Ziffer 10 der Erklrung ber Rechte und Pflichten von Facebook. Diese muss dem Mastab der 13 II TMG, 4a BDSG entsprechen.

Zum einen msste die Einwilligungserklrung gut erkennbar sein. Hier ist sie jedoch einfach in den Flietext eingebaut, ohne sie besonders hervorzuheben. Dem Nutzer wird also nicht deutlich genug angezeigt, dass er nun eine Einwilligungserklrung abgibt.

Da der Nutzer nun ohne genaues Durchlesen die Einwilligungserklrung nicht wahrnimmt, ist ihm gem. 12 TMG auch nicht bewusst, auf welche Daten sich die beabsichtigte Nutzung bezieht und zu welchen Zwecken sie verwendet werden.

Auch fr den aufmerksamen Leser ist dies nur schwer erkennbar. Auerdem fehlt in der Einwilligungserklrung, auch der Hinweis einer mglichen Widerrufserklrung gem. 13 II, I S.3 TMG.

Wettbewerbsrecht

Durch die sog. "Sponsored Stories" knnte auch ein wettbewerbsrechtliches Problem verwirklicht werden. Zum Einen liegt bereits durch den Versto gegen 29 I Nr. 1 BDSG ein Versto gegen eine Markverhaltensnorm vor, da dadurch die wettbewerbsrechtlich geschtzten Interessen der Verbraucher sprbar beeintrchtigt werden.

Zum Anderen liegt auch ein Versto gegen das Trennungsgebot aus 6 I Nr.1 TMG vor, da Facebook die Meldungen nicht ausreichend als Werbung kennzeichnet und deshalb ein Versto gegen 4 III UWG vorliegt.

Fazit

Den wohl grten Nutzen der "Sponsored Stories" zieht ganz klar, nicht zuletzt wegen des enormen Verdienstes an diesen, Facebook selbst.Zudem liegt womglich ein abmahnfhiger Versto gegen TMG und BDSG dar.

Den Facebook Nutzern ist daher wieder einmal zu raten, grndlich die AGB's, insbesondere die Erklrung ber Rechte und Pflichten zu studieren und ihre Privatsphreeinstellungen zu korrigieren (mglich unter www.facebook.com/settings?tab=ads), um ungewnschte Verffentlichungen des eigenen Namens oder Bildes zu vermeiden.
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