VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Fachgesellschaft fr Ernhrungstherapie und Prvention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Deutschland isst sich krank?

(PM) , 04.07.2006 - Trotz der hervorragenden Versorgungslage mit Lebensmitteln in Deutschland liegen im Hinblick auf eine gesunde Ernhrungsweise erschreckende Defizite vor, lautete das Urteil der Diplom-Ernhrungswissenschaftlerin Susanne Sonntag am 18. Juni zum dritten Internationalen Ditetik Kongress in Aachen. Die Deutschen essen nicht nur zu fettig und zu s, sondern auch zu viel. Die Kosten, die Fehlernhrung in Deutschland hervorruft hatte der Prsident der Gesellschaft Professor Dr. Rudolf Schmitz auf mindestens 75 Milliarden Euro geschtzt. Hier gibt es ein enormes Einsparungspotential. Dass 64,4 Prozent der Todesflle in Deutschland auch auf Fehlernhrung zurckzufhren sind, ist erschreckend. Etwa 50 Prozent aller Deutschen sind bergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen ist bergewicht die hufigste ernhrungsmitbedingte Gesundheitsstrung. Es ist anzunehmen, dass 10 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bergewichtig sind. Die Zahl der Diabetes mellitus - Patienten in Deutschland wird auf 4 bis 5 Millionen geschtzt. Davon sind rund 95 Prozent Typ 2 Diabetiker. bergewicht und Diabetes mellitus stellen bedeutende Risikofaktoren fr die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar, die in Deutschland sowie in anderen westlichen Industrienationen zu den hufigsten Todesursachen zhlen. Gleichzeitig ist bei 0,4 Prozent der Mnner und 1,5 Prozent der Frauen ein klinisch relevantes Untergewicht zu beobachten, was mit einer verminderten physischen Leistungsfhigkeit sowie einem erhhten Sterberisiko verbunden ist. Ein Blick auf die Nhrstoffversorgung und den Lebensmittelverbrauch der deutschen Bevlkerung offenbart die momentanen Schwachstellen im Ernhrungsverhalten. Laut letztem Ernhrungsbericht von 2004 liegt die Energiezufuhr bei allen weiblichen Personen ab 15 Jahren und allen mnnlichen Personen ab 25 Jahren hher als die DACH-Referenzwerte. Der Fettanteil an der Energiezufuhr ist mit Werten zwischen 33 und 38 Prozent ebenfalls zu hoch. Neben der Gesamthhe der Fettzufuhr ist auch deren Zusammensetzung entscheidend. Gesttigte Fettsuren nehmen einen Anteil an der Energiezufuhr zwischen 13 und 16 Prozent ein, was deutlich ber dem Richtwert von hchstens 10 Prozent der Energiezufuhr liegt. Die Versorgung mit mehrfach ungesttigten Fettsuren erreicht knapp den empfohlenen Richtwert von 7 Prozent der Energie. Wnschenswert ist auch ein geringerer Anteil an Mono- und Disacchariden in der Kohlenhydrat- und Energiezufuhr. In allen Altersgruppen bersteigen die Zufuhrwerte die Empfehlungen. Bei fast allen Personengruppen ist die Ballaststoffzufuhr niedriger als der DACH-Referenzwert von mindestens 30 Gramm tglich. Problematisch bei der Vitamin- und Mineralstoffversorgung sind die Vitamine D und Folsure sowie die Mineralstoffe Calcium, Eisen und Jod. Ein weiterer kritischer Punkt ist auch der Verbrauch an Gemse und Obst. Trotz erhhtem Verbrauch erreicht kaum eine Personengruppe die empfohlenen Soll-Werte von tglich 600 bis 1000 Gramm Gemse und Obst. Eine Verbesserung der Ernhrungssituation kann nur ber eine Verhaltensnderung erzielt werden. Dabei sollte nicht nur die Ernhrung selbst betrachtet werden, sondern auch die krperliche Aktivitt gesteigert werden, fasst Sonntag zusammen. Gerade im Hinblick darauf, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter ernhrungsmitbedingten Erkrankungen leiden, ist es wichtig, bereits in den Kindergrten und Schulen entsprechende Aufklrungs- und Informationsarbeit zu leisten. Der vierte Internationale Ditetik Kongress findet am 7. und 8. Oktober 2006 statt. Zu den Schwerpunktthemen zhlen rheumatische Erkrankungen, Osteoporose, Allergien und Nahrungsmittelunvertrglichkeiten sowie sekundre Pflanzenstoffe und Mikronhrstoffe. Zudem findet zum ersten Mal ein Ditassistenten-Symposium statt. Weitere Informationen sind unter www.ernaehrungsmed.de erhltlich.
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Fachgesellschaft fr Ernhrungstherapie und Prvention (FET) e.V.
Gerhart-Hauptmann-Ring 19
60439 Frankfurt am Main
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG