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Pressemitteilung

Wie meistern Familienunternehmen die Wirtschaftskrise? - Studie im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen -

Familienunternehmen sind in den Sog der weltweiten Krise geraten. Die vorliegende Studie untersucht erstmals über alle Größen und Branchen hinweg, wie sie die aktuelle Krisenentwicklung erleben.
(PM) www.familienunternehmen.de, 25.08.2009 - Die Wahrnehmung entspricht nicht der Bedrohungslage

An der Befragung im Juni und Juli 2009 haben ber 250 Unternehmen unterschiedlicher Grenordnung und Branchenzugehrigkeit teilgenommen. Erstes berraschendes Ergebnis: „Die Krisenwahrnehmung entspricht nicht der Bedrohungslage“, so Prof. Dr. Rudi Wimmer, federfhrender Projektleiter aus Witten/Herdecke. Fast 75% der befragten Unternehmen hat einen zum Teil dramatischen Nachfrageeinbruch zu beklagen, vielfach noch begleitet mit einem erheblichen Verfall des Preisniveaus. Dies fhrt zu Umsatzrckgngen, die mit den blichen Kostensenkungsmanahmen nicht ausgeglichen werden knnen. „Noch profitieren viele Unternehmen von ihrem in den letzten Jahren angehuften Eigenkapitalpolster und knnen die derzeitigen Erlseinbrche durch eigene
Mittel ausgleichen“, so Wimmer.

Mit den fr Familienunternehmen traditionellen Strken punkten
Die befragten Familienunternehmen sttzen sich zur Bewltigung der Krise auf die bewhrten Strken dieses Unternehmenstyps: hohe Eigenfinanzierungskraft, groe Bereitschaft der Belegschaft,sich mit eigenen Opfern an der Bewltigung der Krise zu beteiligen, Intensivierung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Rckendeckung durch die Familie und den Gesellschafterkreis.

Familie und Gesellschafterkreis stehen oft auch als zuverlssige Kapitalgeber im Hintergrund: Viele Familienunternehmen finanzieren sich neben dem Bankkredit an erster Stelle aus dem Cash-Flow (71,2%), an zweiter Stelle wird von 61,7% das Gesellschafterdarlehen als Finanzierungslsung genannt. „Dieses Ergebnis lsst sich in zweierlei Richtung interpretieren: Inhabergefhrte Unternehmen
zeigen auch in der Krise ein groes Autonomiebedrfnis und eine hohe Verantwortungsbereitschaft. Voraussetzung dafr ist allerdings eine handlungsfhige Familie bzw. eine funktionstchtige Corporate Governance“, betont Hennerkes.

Kreditklemme?
Weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist die Finanzierungssituation der Familienunternehmen.Die Studie differenziert hier genauer: „Von einer allgemeinen Kreditklemme kann keine Rede sein. Nur 14 % der befragten Familienunternehmen haben einen auergewhnlichen Finanzierungsbedarf und nur 21% erwarten aufgrund der aktuellen Wirtschaftsentwicklung akute Liquidittsengpsse“, kommentiert Wimmer. Besttigt wird allerdings, dass die Banken wesentlich risikoaverser agieren, deutlich hhere Sicherheiten verlangen, lngere Bearbeitungszeiten brauchen und mit wenigen Ausnahmen die Finanzierungskosten massiv nach oben geschraubt haben.

Wenig Inanspruchnahme der staatlichen Hilfsprogramme

Die staatlichen Untersttzungsprogramme sind den Familienunternehmen grtenteils bekannt. Allerdings nimmt sie bislang nur ein geringer Anteil der Unternehmen in Anspruch. Dabei werden vor allem die degressive Abschreibung in Hhe von 25 Prozent und die Kurzarbeit bevorzugt umgesetzt. „Interessant ist, dass diejenigen Unternehmen, die die Manahmen nutzen, diese besser bewerten als die Gesamtheit der befragten Unternehmen. Das heit, dass deren Ruf schlechter ist als die Manahmen selbst“, so das Fazit von Hennerkes.
„Nach wie vor ist der Eindruck beherrschend, die Politik kmmere sich nur um die ganz groen Unternehmen. Die positiven Erfahrungen der Unternehmer, die sich bisher mit Erfolg am Konjunkturprogramm II beteiligt haben, werden in der ffentlichen Diskussion kaum wahrgenommen!“
Implikationen zur Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen:

Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung steht an erster Stelle
Die Studie belegt, dass Familienunternehmen keine protektionistische, direkte Frderung des Staates wnschen. „Dass die schon seit langem in der ffentlichen Diskussion dominierenden Problemfelder wie Brokratieabbau, Senkung der Lohnnebenkosten und Unternehmenssteuern sowie die Abschaffung der Erbschaftssteuer auch in der Krise genannt werden, zeigt deren Dringlichkeit!“,
so Hennerkes.

„Der Finanzierungsbedarf der Familienunternehmen wird sich weiter verschrfen – gerade auch, wenn man den allgemeinen optimistischen Einschtzungen glaubt, dass die Talsohle der Krise bereits durchschritten ist“, so Hennerkes weiter. Dem gegenber stehe aber der Selbstfinanzierungsbedarf der Banken, die mit hohen Konditionen und einer bermigen Zurckhaltung reagierten. Hier gelte es, weiter Druck auf die Finanzinstitute zu ben, da gesamtwirtschaftlich derzeit gengend
Kapital zur Verfgung stehe.

Aber auch im Zusammenspiel zwischen den Banken und der KfW sieht Hennerkes noch Handlungsbedarf: „Hier gilt es die Finanzinstitute, die in der Regel als Hausbanken ganz nah an den Unternehmen dran sind, noch viel mehr in eine aktive Verantwortung fr das rasche Wirksamwerden dieser Programme zu bringen – ohne sie dabei zu ermutigen, auf diesem Wege ihre eigenen Risiken auf die ffentliche Hand abzuwlzen!“
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